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Facetten urbanen Lebens im heutigen Japan im Spiegel neuerer Forschungen – Stipendiaten der Japan Foundation berichten von ihren Projekten

Die Japan Foundation bietet im Rahmen ihrer Förderprogramme auch Stipendien für Doktoranden und Wissenschaftlern an, die Forschungsprojekte in Japan unternehmen. Manche dieser Projekte aus den Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften befassen sich mit aktuellen Phänomenen oder Veränderungen der japanischen Gesellschaft, die mehrheitlich in großen Städten und Ballungsgebieten lebt. Darunter erforschen einige zumeist wenig bekannte Erscheinungen, die ihren Ursprung im urbanen Lifestyle der Gegenwart haben oder aber als Reaktion darauf gedeutet werden können. Das Spannungsfeld von Tradition und globaler Moderne, neue Ansätze und Experimente in den zentralen Lebensbereichen Arbeit, Familie, Wohnen und Verkehr werden deutlich, wie auch Grundsatzfragen des Zusammenlebens einzelner Gruppen, der Umgang mit Minderheiten oder das Geschlechterverhältnis. Weiterlesen

Stipendien für einsemestrige Auslandsaufenthalte

Eine Möglichkeit, einen kürzeren Japanaufenthalt zu finanzieren, sind die sogenannten HHU High Potential Mobility Grants (HPMG; früher PROMOS).

Durch die HHU High Potential Mobility Grants fördert die HHU zusammen mit dem DAAD Auslandsaufenthalte an Universitäten weltweit, die nicht über Austausch-Programme wie ERASMUS organisiert und unterstützt werden können. 
Förderbar sind deutsche Studierende aller Fachrichtungen (und Bildungsinländer gemäß der Definition durch BAföG), die einen einsemestrigen Studienaufenthalt (bis zu fünf Monate) an einer Hochschule im Ausland planen. 

Das Stipendium umfasst ein monatliches Teilstipendium von 300 € und eine länderabhängige Reisekostenpauschale.

 BAföG-Empfänger können sich ebenfalls für die HHU High Potential Mobility Grants bewerben. Sie erhalten das Teilstipendium (bis zu 300 € Stipendium sind für das Auslands-BAföG anrechnungsfrei) und die Reisekostenpauschale. Diese wird komplett auf den Reisekostenzuschuss des Auslands-BAföGs angerechnet.

Empfänger des Deutschlandstipendiums (Chancen nutzen) können auch eine Förderung durch die HHU High Potential Mobility Grants beantragen. Als Zuschuss zum Deutschlandstipendium können sie im Falle einer Förderung die Reisekostenpauschale erhalten.

Es gelten die folgenden Bewerbungsfristen: 1.3, 1.7. und 2.11.
 Eine Bewerbung ist nur vor Antritt des Auslandsaufenthalts möglich. Nähre Informationen zur Bewerbung gibt es hier.

Auf Jobsuche in Japan

Was machen Studierende, wenn sie in Japan sind?

Sie lernen nicht nur Japanisch, ihre Universität und Stadt kennen, sondern forschen auch schon sehr konkret. Der neu eingerichteten Bachelor-Plus-Studiengang (Vorstellung am 19. Oktober im Rahmen der Informationsveranstaltung Japanaufenthalt) fördert Studierende, die während ihres Auslandsaufenthalts an einem eigenen Forschungsprojekt arbeiten, mit einem DAAD-Stipendium. Die Forschungsprojekte, die wir bisher kurz vorgestellt haben, untersuchen dabei Themen von Fast Food, dem Lehrerideal, japanischen Frauenzeitschriften bis hin zu sozialen Netzwerken.

Heute berichtet unsere Studentin Lisa Wäntig, zur Zeit an der Keiô-Universität in Tokio, von ihrem Forschungsprojekt »Die Zukunftsplanung japanischer Studierender im Prozess des shûshoku katsudô«. Dabei wird sie untersuchen, wie japanische Studierende ihre Suche nach dem Arbeitsplatz organisieren und welche Rolle NGOs wie SUPLI dabei spielen.

(1) BA+            Frau Wäntig, was war Ihr erster Berufswunsch?

Ich hatte in der Schule lange den Wunsch, Journalist zu werden. Das lag wahrscheinlich zum einen an der romantischen Vorstellung, dass der Beruf wahnsinnig aufregend sei und ich viel reisen und interessante Menschen kennenlernen würde. Zum Anderen macht mir sowohl das Schreiben als auch das Sammeln von Informationen Spaß. Neben der Schülerzeitung arbeitete ich etwa seit der neunten Klasse bei unserer Lokalredaktion der Sächsischen Zeitung.

(2) BA+             Wie haben sich Ihre Berufsvorstellungen verändert?

Dass sich mein Berufswunsch geändert hat, liegt wohl an den Erfahrungen, die ich bei verschiedenen Praktika und Nebenjobs gesammelt habe. Im Endeffekt kann man vorher nie planen, wo man in 10 oder 20 Jahren arbeiten wird. Die Lektion, die ich bisher gelernt habe, ist, dass ich meinen Beruf nicht nach Bezahlung oder Prestige aussuchen sollte. Wichtig ist, dass mir meine Arbeit Freude bereitet und ich mit dem Ergebnis am Ende des Tages zufrieden bin.

(3) BA+            Auch in Ihrem Forschungsprojekt geht es um Vorstellungen und Wünsche beim Wechsel von Studium- zur Arbeitswelt. Wie sind Sie auf das Thema gestoßen?

Das ist ganz einfach. Viele meiner Freunde an der Uni stehen im Moment an diesem Entscheidungspunkt: Was mache ich in Zukunft? Als was kann ich arbeiten? Als was will ich arbeiten? In letzter Zeit habe ich daher öfter mit Freunden sowohl in Japan als auch in Deutschland über die Arbeitssuche gesprochen und darüber, wie schön oder wie schwierig sie sich ihre Zukunft vorstellen. Da ich selbst nach dem Bachelorabschluss auch gern in Japan arbeiten möchte, hat der Unterschied im Beschäftigungssystem beider Länder mein Interesse geweckt.

(4) BA+            Welche Unterschiede gab es denn in den Gesprächen mit Japan und Deutschland?

Die Unterschiede waren sehr subtil, hingen aber größtenteils mit der unterschiedlichen Art der Arbeitssuche beider Länder zusammen. Bei meinen japanischen Freunden findet die Arbeitssuche, das shûshokukatsudô, schon sehr organisiert an der Universität statt. Sie gehen zu Informationsveranstaltungen und sagen direkt, „Ich bin gerade mitten in der Arbeitssuche!“, und jeder versteht sofort, dass damit nicht nur das reine Bewerbungen-Schreiben gemeint ist. Teilweise gibt es auch NGOs, die sich auf shûshokukatsudô spezialisiert haben.
Interessant finde ich auch, dass dabei dem Anschein nach das Studienfach nicht so wichtig zu sein scheint. Ein Wirtschaftsabsolvent kann genau so in einen jurabezogenen Beruf landen wie ein Soziologieabsolvent in der Wirtschaft. Womit das genau zusammenhängt, wie sich das auf Berufsberatung und die konkrete Arbeitssuche auswirkt, möchte ich noch genauer erforschen.

BA+            Und wo sehen Sie Bereiche für Ihr shûshokukatsudô nach dem Studium?

Ich hege schon seit langem den Wunsch, nach meinem Abschluss in Japan zu arbeiten. Anfang diesen Jahres durfte ich Erfahrungen im Bereich Tourismus sammeln, das wäre ein denkbarer Weg, der mir Spaß machen würde. Aber bis zu meinem Abschluss dauert schließlich es noch ein Bisschen. In der Zwischenzeit möchte ich so viele Eindrücke und Chancen mitnehmen, und vielleicht von meinen Interviewpartnern sowie alten und neuen Bekanntschaften in Japan und Deutschland lernen, um letztendlich den passenden Lebensweg für mich zu finden.

 

In ihrem Forschungsprojekt untersucht Lisa Wäntig besonders die Rolle von nicht-kommerziellen Organisationen, die Studierende bei der Arbeitssuche unterstützen. Ein Thema wird dabei die NGO SUPLI sein. Wir sind gespannt auf Nachrichten aus der Welt des „job hunting“ und wünschen Lisa Wäntig gute Jagd.

Nachtrag: DAAD-Stipendien

Am Mittwoch fand die zweite Veranstaltung der Reihe „Japanaufenthalt“ statt – dabei ging es um die Angebote des DAAD, einen Erfahrungsbericht von unserem Studenten Frederik Brüntjen und die Vorstellung des neuen  Bachelor Plus „Kultur- und Sozialwissenschaftliche Japanforschung“.

Frau Fujita stellte die Vielzahl der Förderungen des DAAD vor – in Frage kommen Stipendien für ein einjähriges oder halbjähriges Studium, Stipendien Praktika und zur Vorbereitung der Abschlussarbeit. Interessant klingen die Stipendien für Sommersprachkurse, ein relativ neues Programm. Bisher hat das Institut aber noch keine Erfahrungen damit – wir freuen uns auch über Rückmeldungen und beraten gerne, soweit wir können.

Ab dem Wintersemester 2011/2012 bietet das Institut eine Erweiterung des bisherigen Bachelorstudiengangs mit dem DAAD-Programm „Bachelor Plus: Kultur- und sozialwissenschaftliche Japanforschung “ an: Der Bachelor Plus ist als vierjähriger Studiengang geplant, bei dem ein einjähriges Auslandsstudium und eine Anrechnung der in Japan erworbenen Studienleistungen integriert ist. Zusätzlich stehen für 5 Studierenden Förderung des DAAD (Stipendium/Reiskosten- und Krankenversicherungszuschuss) zur Verfügung. Die Bewerbung für den Bachelor Plus ist kombiniert mit der Bewerbung für die Plätze an den Partneruniversitäten. Bei Fragen stehen die Ansprechpartner Peter Bernardi und Christoph Winnefeld zur Verfügung – weitere Informationen folgen in Kürze auf der Homepage des Instituts.

Das Jahresstipendium des DAAD stellte Frederik Brüntjen vor. In seiner Präsentation fasste er die wichtigsten Unterlagen zur Bewerbung, dem Auswahlgespräch und praktische Tipps zur Vorbereitung zusammen. Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden.

MORGEN: Japanaufenthalt

Gut – so schnell geht es leider nicht – aber in der ersten Veranstaltung zu den Japanaufenthalten morgen ab 18 Uhr in 23.02.02.81 gibt es schon einmal alle grundlegenden Infos von Fujita-Sensei und Shimada-Sensei! Im Laufe des Semesters folgt jeden Mittwoch ein Bericht aus Japan: von den Partneruniversitäten, zu Stipendien, den Erfahrungen als PraktikantIn oder im „working holiday“ – damit lässt sich die Bewerbung für einen Studienplatz leichter und besser schreiben!

Wer mehr zu weiteren Termine und Inhalten erfahren möchte, findet es im LSF (Keine Anmeldung nötig!)

Stipendien dank Kooperation mit japanischer IHK

Dank einer Kooperationsvereinbarung mit der Japanischen Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf (JIHK) gibt es künftig für zwei Studierende eine finanzielle Unterstützung für ihren Japanaufenthalt.

Das Konzept: Die Universität hat für japanische Firmenangestellte, die nach Düsseldorf versetzt werden, ein Weiterbildungsangebot an ihrer Business School (DBS) zusammengestellt.  Dieses Programm bereitet die japanischen Angestellten praxisnah für ihre Arbeit in Deutschland vor.
Ein Teil der Kursgebühren, die von den japanischen Firmen bezahlt werden, kommt künftig in Form von Stipendien direkt den Studierenden der Universität zugute; sie können sich so einen einjährigen Studienaufenthalt in Japan finanzieren.

Der Grundstein für die Kooperation wurde letztes Jahr bei einem Treffen des Rektors der Universität, Prof. Dr. Dr. H. Michael Piper, mit den wichtigsten Vertretern der japanischen Community in Düsseldorf gelegt. Bei diesem Gespräch entstand die Idee, die dann von Dr. Michiko Mae, Professorin am Institut für Modernes Japan, initiiert und weiter entwickelt wurde. Das Projekt erhielt sofort die Unterstützung des damaligen japanischen Generalkonsuls, Shin Maruo, und des Präsidenten der JIHK, Tokio Kawashima.
Das Projekt, das in Kürze startet, bringt für beide Seiten Gewinn: Die japanischen Angestellten werden in die deutsche Sprache und Kultur eingeführt und lernen insbesondere, wie sich die Arbeit im deutschen Wirtschaftsumfeld von der in ihrem Heimatland unterscheidet. Und für die rund 600 Studierenden des Fachs Modernes Japan in Düsseldorf gibt es nun eine Möglichkeit mehr, den für ihr Studium wichtigen Aufenthalt in Japan zu finanzieren.

Darüber freut sich – wie in einer Pressemeldung der Universität zu lesen ist – auch Rektor Prof. Piper: „Diese Kooperation ist beispielhaft für das Zusammenwirken der japanischen Unternehmerschaft und der Heinrich-Heine-Universität!“