Studierendenberichte
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茶道ワークショップ – Ein Einblick in die Teezeremonie

Am 27. Januar fand an unserem Institut ein Teezeremonie-Workshop statt. Geleitet wurde er von Frau Makiko Mine-Frey, die unter anderem als Dozentin bei uns tätig ist. Hier berichten drei Studentinnen von ihren Erfahrungen und Eindrücken. Das Besondere dabei: Selina Wolf und Lena Borchardt besuchen die Teezeremonie-AG bereits seit etwa zwei Jahren und haben die Teezeremonie unter Anleitung selbst durchgeführt. Franziska Stuiber berichtet dagegen aus der Perspektive einer Teilnehmerin.

Wie man eine Teezeremonie durchführt

Von Selina Wolf & Lena Borchardt

Wir nehmen seit dem Wintersemester 2019/20 Unterricht in der Teezeremonie, wobei wir zwischenzeitlich aufgrund der Corona-Pandemie einige Monate pausieren mussten.

Es gibt viele verschiedene Formen der Teezeremonie, die im Ablauf des Rituals variieren. Einige konnten wir im Unterricht bereits kennenlernen und ausprobieren. Frau Mine-Frey unterrichtet die Teezeremonie der Urasenke-Schule aus Kyoto, und beim Workshop haben wir eine Version namens „薄茶運び手前 (Usucha Hakobi Temae)“ vorgeführt.

Diese haben wir in der Vorbereitung über zwei Monate im Unterricht bei Frau Mine-Frey geübt. Dabei haben wir gelernt, auf welche Weise man die einzelnen Gegenstände für die Teezeremonie, die „Werkzeuge“, vorbereitet und schließlich in den Raum trägt. Nicht nur der Gastgeber muss dabei bestimmte Dinge beachten. Auch der Gast, welchem zunächst eine kleine Süßigkeit und später auch der Tee serviert wird, muss beim Eintreten in den Raum gewisse Regeln beachten.

Sowohl der Gastgeber als auch der Gast benötigen einen kleinen Fächer, spezielle Papierblätter, die als Teller beziehungsweise Unterlage für die Süßigkeit dienen und zwei Seidentücher, ein kleines und ein großes. Der Gastgeber muss zusätzlich die Werkzeuge vorbereiten. Dazu zählen natürlich die Teeschale, in die ein Reinigungstuch, der Teebesen und der Teelöffel gelegt werden, ein Frischwassergefäß, die Teedose und ein Abwassergefäß. In letzeres werden der Untersetzer für die Schöpfkelle sowie die Schöpfkelle selbst gelegt.

Am 27.1. haben wir uns, bereits angekleidet im Yukata, mit Frau Mine-Frey und Frau Fujita an dem für den Workshop vorgesehenen Raum getroffen. Während Frau Mine-Frey anfangs eine Einführung in die Geschichte der Teezeremonie gab, haben wir im Flur unsere Vorführung vorbereitet.

Nach dem Vortrag von Frau Mine-Frey haben wir also unsere Vorführung begonnen. Die Zeremonie selbst beginnt damit, dass zuerst der Gast das Zimmer betritt. Sobald er sitzt, bringt der Gastgeber die Süßigkeit herein. Im Folgenden werden die vorbereiteten Werkzeuge hereingetragen. Hierbei gibt es eine festgelegte Reihenfolge zu beachten. Sobald alles an seinem Platz steht, nimmt der Gastgeber sich kurz einen Augenblick Zeit, um seine Gedanken zu sammeln und sich zu fokussieren. Dann wird zunächst eine symbolische Reinigung der Teedose, des Teelöffels und der Teeschale durchgeführt. Symbolisch deswegen, weil diese natürlich bereits im Vorhinein gesäubert wurden, dies dem Gast aber noch einmal deutlich gemacht werden soll. Im Anschluss daran folgt die Zubereitung des Tees, den sich der Gast anschließend selbst beim Gastgeber abholen muss. Ebenso bringt er die Teeschale zum Gastgeber zurück, sobald er ausgetrunken und sich die Schale kurz angesehen hat. Falls der Gast es wünscht, beginnt der Gastgeber dann auf- beziehungsweise abzuräumen. Andernfalls wird ihm ein zweiter Tee serviert. Während des Aufräumens wird erneut eine Reinigung durchgeführt, diesmal des Teelöffels und des zum Teeschlagen verwendeten Teebesens. Beim Heraustragen der Werkzeuge muss erneut auf die Reihenfolge geachtet werden. Nachdem alles weggeräumt ist und der Gastgeber die Schiebetür hinter sich geschlossen hat, verlässt auch der Gast das Zimmer.

Im Anschluss an die Vorführung durften die Teilnehmenden die Süßigkeiten und den Tee dann selbst probieren. Beides haben wir im Flur auf Tabletts vorbereitet und nacheinander in den Raum getragen. Frau Mine-Frey hat währenddessen Hinweise gegeben, wie man in der Rolle als Gast vorzugehen hat.

Insgesamt haben wir den Workshop als einen großen Erfolg wahrgenommen, und einige Teilnehmenden haben im Anschluss weiteres Interesse bekundet.

Das erste Mal Teezeremonie

Von Franziska Stuiber

An einem Donnerstag Ende Januar konnten siebzehn Studierende an einer japanischen Teezeremonie teilnehmen, die unsere Sprachlektorin Frau Makiko Mine-Frey leitete. Nach einer kurzen historischen Einführung in die Teezeremonie demonstrierten uns zwei Studierende die Kunst des Chadō (wörtl. „Teeweg“). Für einen Moment konnten wir dabei vergessen, dass wir in einem Seminarraum saßen. Gebannt verfolgten wir jede einzelne Bewegung und bewunderten, wie mühelos die Studierenden diese auszuführen schienen. Seit zwei Jahren üben die beiden bereits und das merkte man auch. Keine Bewegung erschien gezwungen, sondern alles sehr natürlich. Als die Vorführung beendet war, fühlte es sich ein bisschen so an, als würden wir aus einem Traum erwachen. Allerdings ging es danach direkt weiter.

Jetzt durften wir uns selbst darin üben Gäste in einem Teehaus zu sein. Es wurde viel gelacht und, natürlich, viele Fehler gemacht, aber wir waren alle bemüht uns entsprechend der erklärten Regeln zu verhalten. Die Teezeremonie hinterließ einen tiefen Eindruck bei mir und ich möchte unbedingt nochmal einer beiwohnen. Und nicht nur wegen des leckeren Tees!

Alle, die Interesse haben sich an der Teezeremonie selbst zu probieren, dürfen sich bei unserer Sprachlektorin, Frau Mine-Frey, melden!

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