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Dokumentarfilm über koreanische Schulen in Japan – Gratis-Screening!

Koreanische Schulen haben in Japan einen schweren Stand. Die Japanologie Uni Wien zeigt jetzt in einem Online-Screening einen Dokumentarfilm, der sich dieser Problematik widmet: „Koreanische Schulen in Japan“ 『アイたちの学校』(2019, 99 Min., Japan, Japanisch mit englischem Untertitel).

Für das Screening per Vimeo, das flexibel von 22.06. bis 28.06.2020 möglich ist, kann man sich bis 28. Juni hier registrieren. Außerdem gibt es am 27. Juni um 13 Uhr eine Live-Gesprächsrunde mit dem Regisseur Ko Chanyu, für das man sich hier anmelden kann.

„Die japanische Art Brasilianer zu sein“: Über Arbeitsmigration und japanische Identität in Brasilien

Peter Bernardi

Peter Bernardi

Ein Tag wie jeder andere in Brasilien: Betagte japanische Damen stehen auf der Bühne und singen Enka – das Pendant zum deutschen Schlager –, ein japanisches Publikum klatscht. Moment, wie kann das sein? Fakt ist: Dies ist nichts Außergewöhnliches in der japanischen Gemeinde in Brasiliens größter Stadt São Paulo. Wie eine solche Minderheit zustande kommen kann, ist offensichtlich: Migration.

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen sich dazu entschließen, in ein anderes Land zu ziehen. Sei es aufgrund von Flucht aus dem Heimatland, wegen Heirat, aus beruflichen oder sonstigen Gründen. Im Master-Seminar „Living Abroad – Lifestyle Migration, Heiratsmigration und japanische Diaspora“ unter der Leitung von Frau Dr. Kottmann haben wir uns am 8. Mai mit dem Thema Arbeitsmigration beschäftigt und zu diesem Anlass den Dokumentarfilm Nipo Brasil – Die japanische Art Brasilianer zu sein angeschaut, der sich mit japanischen Migranten in Brasilien beschäftigt.

Als Experten auf diesem Gebiet hatten wir Herrn Peter Bernardi zu Gast, der im Studiendekanat der Philosophischen Fakultät als Ansprechpartner für den Bereich eLearning tätig ist und zum Thema der japanischen Gemeinde in São Paulo promoviert. Weiterlesen

Filmvorführung: „Die Verfassung eines merkwürdigen Staates“

Für alle, die es letztes Jahr verpasst haben, gibt es nun eine neue Gelegenheit: Matsui Hisakos Dokumentarfilm 不思議な国の憲法 („Die Verfassung eines merkwürdigen Staates“ bzw. engl. „The Choice is Ours“) wird am Freitag, 26. Mai, um 16 Uhr an der Uni Bonn gezeigt. Die Vorführung findet im Lesesaal der Abteilung für Japanologie und Koreanistik, Regina-Pacis-Weg 7 statt. Die Regisseurin ist anwesend und diskutiert aschließend mit den Anwesenden über den Film.

Fushigi

Filmvorführung: 不思議なクニの憲法

fushigiEine besondere Gelegenheit: Am Dienstag, 30. August 2016, wird der Dokumentarfilm Fushigi na kuni no kenpô 不思議なクニの憲法 (2016) kostenlos im Düsseldorfer Kino Black Box, Schulstraße 4, gezeigt. Die Regisseurin Matsui Hisako wird persönlich anwesend sein und mit dem Publikum über den Film diskutieren! Hier gibt es einen Text, in dem Matsui ihre Motivation und den Inhalt des Films vorstellt.

Der Film schließt an die aktuelle Debatte um die von der Regierung Abe geplante Änderung der japanischen Verfassung an. Der Film hat das Ziel, über die japanische Verfassung und deren historischen Hintergrund zu informieren, die Debatte um die japanische Verfassung ins Volk zu tragen und das Bewusstsein für die Problematik zu stärken. Ein sehr aktuelles und hoch brisantes Thema!

Einlass ins Kino ist um 18 Uhr, die Vorführung startet um 18.30 Uhr. Englische Untertitel zu dem Film sind derzeit noch in Arbeit und werden wahrscheinlich rechtzeitig zur Vorführung fertiggestellt. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Matsui Hisako ist eine gesellschaftspolitisch sehr engagierte Regisseurin, die sich u.a. als eine der ersten mit den Themen Alter(n) und Demenz auseinandergesetzt hat (in den Filmen Yukie, 1998 und Oriume, 2002) und die in Nani o osoreru („What are you afraid of?“, 2015) Vorreiterinnen der japanischen Frauenbewebung portraitiert.

Hier der Trailer zu dem Film:

 

„Nuclear Nation“ in Köln

Eine Empfehlung: Der Dokumentarfilm „Weit entfernt von der Heimatstadt Futaba – Nuclear Nation I + II“ (OmeU) wird demnächst im Japanischen Kulturinstitut in Köln gezeigt. Am zweiten Tag wird der Regisseur des Films, Atsushi Funahashi, zu einem Gespräch anwesend sein.

10.02.2015 (Di) 19:00 Uhr (Teil 1)
11.02.2015 (Mi) 19:00 Uhr (Teil 2)

Informationen zu diesen sehr spannenden Filmen gibt es auf der offiziellen Webseite und in einem Artikel hier auf unserem Blog.

 

Film – MEINE TANTE AUS FUKUSHIMA

wdrfilm
Zum 3. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima, zeigt der WDR am 6. März 2014 um 23:15 Uhr den Film „Meine Tante aus Fukushima“.

Aber schon am 23. Januar gibt es eine Preview im Filmforum NRW in Köln. Im Anschluss findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Kyoko Miyake statt, moderiert von Jutta Krug.
Der Eintritt ist frei.

DONNERSTAG | 23. JANUAR 2014 | 19:00 UHR
Filmforum NRW | Bischofsgartenstr. 1 | 50667 Köln

Es wird um eine verbindliche Anmeldung bis zum 18.01.2014 unter
dokfilm@WDR.de gebeten

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Übersetzung eines Dokumentarfilms – Bericht

3gatsu11nichiWie bereits angekündigt gibt es bei uns nächste Woche eine Premiere: Am Donnerstag um 16.30 Uhr wird der Film „Stunden der Katastrophe“ vorgeführt, den Studierende unseres Instituts dieses Semester in dem Kurs „Studentisches Übersetzungsprojekt eines japanischen Dokumentarfilms – Stimmen aus Japan nach der Katastrophe“ übersetzt haben. In dem halbjährigen Projekt, das durch den Lehrförderungsfonds unterstützt wurde, haben die Studierenden selbständig deutsche Untertitel für den Film erarbeitet. Sandra Prati, die an dem Kurs teilgenommen hat, berichtet hier von der Arbeit:   Weiterlesen

Filmvorführung: „Stunden der Katastrophe“

3gatsu11nichiEine Premiere gibt es am Donnerstag, 18. Juli, bei uns am Institut: Der Dokumentarfilm „Stunden der Katastrophe – Berichte aus Japan vom 11. März“ (jap. 3gatsu 11nichi wo ikite) ist erstmals in einer deutschen Version zu sehen. Studierende unseres Instituts haben den Film in einem Projekt, das von Mai Umezaki und Adam Jambor geleitet wird, selbst übersetzt und mit deutschen Untertiteln versehen.

Die Dokumentation beschäftigt sich damit, wie die Menschen in Nordjapan die Katastrophe vom 11. März 2011 erlebt haben. Das Filmteam sprach mit Schülern und Lehrern aus der Stadt Ishinomaki, die von den schrecklichen Ereignissen schwer betroffen war. Der Film vermittelt so über Einzelschicksale eine sehr persönliche Sicht auf die ersten Stunden nach der Katastrophe.

Beginn der Vorführung ist um 16.30 Uhr im Hörsaal 2B. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Fukushima-Filme zeigen Leben mit der Strahlung

Die Trauer um die Toten, der Verlust von Heimat, wirtschaftlicher Niedergang – die Katastrophe vom 11. März 2011 ist innerhalb kurzer Zeit im japanischen Film schon von vielen Seiten beleuchtet worden. Unter den japanischen Beiträgen bei der diesjährigen Berlinale beschäftigten sich die Spielfilme Kujira no machi, Tôkyô kazoku und Cold Bloom mit der Katastrophe. Die Atomkatastrophe und die verheerenden Folgen der austretenden Radioaktivität allerdings waren bisher nur im Bereich des Dokumentarfilms präsent (z.B. Nuclear Nation, Friends after 3.11, Radioactivists).

Das hat sich jetzt geändert: Beim diesjährigen japanischen Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt gab es gleich zwei Spielfilme, die sich mit der unsichtbaren nuklearen Bedrohung auseinandersetzen. Kibô no kuni („Land of Hope“) von Sono Sion spielt in einer Zukunft, in der in Japan erneut ein Reaktor zerstört wird. Durch die Protagonisten – ein altes Bauernpaar, ihren Sohn und dessen schwangere Frau – erlebt der Zuschauer Ausweglosigkeit und verzweifeltes Aufbäumen. Odayakana nichijô (int. Titel „Odayaka“) schildert in schlichten, alltagsnahen Bildern die Reaktionen der Menschen auf die Katastrophe irgendwo im Großraum Tokyo. Der Regisseur Uchida Nobutera konzentriert sich dabei auf zwei Frauenfiguren, die sich um die Gesundheit der Kinder sorgen, mit ihren Befürchtungen jedoch den Missmut ihres Umfeldes auf sich ziehen.

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Letzte Berlinale-Nachlese: Senzo ni naru („Roots“)

Ohayô! Kyô mo ganbarimashô!
„Guten Morgen! Lass uns auch heute unser Bestes geben!“

 

Dieser Satz, gerufen durch einen gelben Trichter, steht am Anfang des Dokumentarfilms Senzo ni naru 先祖になる („Roots“), der bei der Berlinale vorgestellt wurde. Die Stimme, die durch den Trichter schallt, gehört zu Satô Naoshi, dem mittlerweile 79-jährigen Protagonisten des Films, den der Regisseur Ikeya Kaoru über mehr als ein Jahr begleitet hat. Naoshi, der von seinem gesamten Umfeld vertraulich beim Vornamen genannt wird, hat am 11. März 2011 seinen Sohn durch den Tsunami verloren und das Aramachi-Viertel (in Rikuzentakata, Präfektur Iwate), in dem er lebt, wurde weitgehend zerstört. Das ganbarimashô zu Anfang legt schon den Grundton des Films fest: Es geht nicht in erster Linie um das Leid der Menschen oder um politische Intentionen, sondern um das Schicksal einer einzelnen Person, die mit einem beinahe schon aggressiven Optimismus der gewaltigen Zerstörung trotzt. Das mag auf manche verengt wirken – erwartungsgemäß kam von deutschen Zuschauern der Kommentar, dass sie die Thematisierung von Fukushima vermissten –, trifft in Japan aber sicher auch einen Nerv, zumal der Regisseur mit Naoshi wirklich einen Charakter gefunden hat, der seinesgleichen sucht.

Man erkennt es noch an einer feinen Linie: Mit dem Tsunami kam das Wasser in Naoshis Haus bis in den zweiten Stock. Der Sohn, der sich bei der freiwilligen Feuerwehr engagierte, wurde fortgerissen, als er eine alte Frau in Sicherheit bringen wollte. Doch für Naoshi geht das Leben sofort weiter. Nur einen Tag später, am 12. März, wird seine jüngste Enkelin geboren. Aus Getränkekisten baut er eine Art Hochbett, in dem er zusammen mit seiner Frau und seiner Schwiegertochter, die jetzt Witwe ist, schläft. Kurze Zeit später bestellt sich der Teilzeitbauer und -waldarbeiter eine neue Kettensäge, pflanzt Reis und Buchweizen und freut sich über Gurkenpflanzen, die aus dem Trümmerfeld vor seinem schwer demolierten Haus hervorsprießen.

Wenn Naoshi auf Bäume klettert, dicke Stämme fällt oder dem Regisseur und seinem Kameramann einen gigantischen Penis zeigt, den er für einen kleinen Tempel ausgesägt hat, dann merkt man ihm weder sein Alter an, noch die Prostata-Krebserkrankung, die in seinem Körper schwelt. Naoshi wäre unglaubwürdig, hätte man ihn für ein Drehbuch erfunden. So kann man aber nun staunend beobachten, wie dieser zierliche, drahtige alte Mann tatsächlich alles daran setzt, sein Haus genau an der selben Stelle wieder aufzubauen. Trotz der Gefahr weiterer Tsunamis, trotz der Behörden, die das nicht wollen, und trotz der Tatsache, dass fast alle anderen gegangen sind – inklusive seiner Frau. Mit seinem Optimismus steht Naoshi schließlich ziemlich alleine da, lebt aber konsequent das Leben, das für ihn das einzig lebenswerte ist: An dem Ort, aus dem er stammt, unabhängig von Hilfsleistungen, ehrfürchtig vor der Natur, und gosenzo to ishô ni – „zusammen mit meinen Ahnen“.

Der Regisseur Ikeya hatte zunächst vor, als Volunteer in die Katastrophenregion zu gehen, entschied sich dann jedoch dazu, seinen Teil mit einem Dokumentarfilm beizutragen. Naoshi lernte er auf einem Kirschblütenfest kennen, das dieser im Jahr 2011 zeitnah zur Katastrophe organisiert hatte. Ikeya erinnerte sich bei der Berlinale an einen der ersten Sätze, den er von Naoshi dort hörte: „Die Kirschblüten blühen auch dieses Jahr, wie immer.“ Der Regisseur übermittelte in Berlin eine Grußbotschaft von Naoshi, und aus dem Publikum kamen Antworten dazu, die Ikeyas Kameramann aufzeichnete. So wurde eine – wenn auch sehr zarte – Verbindung zwischen Berlin und Rikuzentaka geknüpft.

Zum Film gibt es eine Webseite, auch auf Englisch, auf der man viele Informationen und einen Trailer findet.