Veranstaltungen

Singles unter Druck – „Solo Weddings“ als Glücksgeheimnis in Japan mit Annette Schad-Seifert

Am Mittwoch, dem 18. Februar 2026, hält Prof. Annette Schad-Seifert von 18:00 – 20:00 Uhr einen Vortrag am Humboldt Forum (Saal 3. EG) in Berlin. Der im Rahmen der  Ringvorlesung Beziehungsweise Familie stattfindende Vortrag widmet sich dem Thema Solo Weddings in Japan. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Veranstaltungsinformationen:

Lebenslanges Single-Dasein ist eine soziale Erfahrung, die immer mehr Menschen in Japan betrifft.

In den letzten Jahren haben sogenannte Solo Weddings in Japan mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Darunter werden inszenierte Hochzeitszeremonien verstanden, bei denen Single-Frauen ohne Partner eine Hochzeit mit professioneller Kleidung, Fotografie und rituellen Elementen durchführen. Der Vortrag untersucht Solo Weddings als kulturelles Phänomen an der Schnittstelle von individueller Glückssuche, Konsumkultur und sich wandelnden Ehe- und Geschlechternormen in der japanischen Gesellschaft.

Solo Weddings sind nur ein Phänomen von vielfältigen Solo-Aktivitäten in Japans Konsumkultur, die in den letzten Jahren entstanden sind. Der Vortrag geht der Frage nach, wie diese Aktivitäten einzuordnen sind in einer Gesellschaft, die traditionell der Gruppe eine hohe Priorität einräumt.

Auf Grundlage quantitativer Daten, Medienanalysen und Fallbeispielen wird gezeigt, dass Solo Weddings weniger als Ausdruck von sozialer Isolation zu verstehen sind, sondern vielmehr als ambivalente Praxis der Selbstvergewisserung in einer Gesellschaft, in der traditionelle Familiennormen zunehmend verschwinden.

Informationen zur Vortragenden:

Annette Schad-Seifert ist seit 2006 Universitätsprofessorin am Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie hat Japanologie und Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin, sowie Philosophie und politische Ideengeschichte an der Keio-Universität Tokyo studiert. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Familienpolitik, Single-Gesellschaft, Genderverhältnisse, demografischer Wandel und neue Formen der sozialen Differenzierung. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FU Berlin, der Universität Leipzig und am Deutschen Institut für Japanstudien in Tokyo tätig. Im Jahr 2018 war sie Specially Appointed Professor an der Ochanomizu-Universität in Tokyo. Sie ist Herausgeberin (mit Uta Meier-Gräwe und Miyoko Motozawa) des Buches Family Life in Japan and Germany (Springer Verlag 2019).

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Veranstaltungsort finden Sie hier.