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読書 – eine studentische Lese-AG

An unserem Institut gibt es einige Arbeitskreise und -gruppen – teilweise durch Studierende selbst gegründet und organisiert. Heute stellt unser Bachelor-Student Charly Rüdrich die Lese-AG vor. 

Seit Beginn dieses Semesters wird die 読書-AG, ein japanischer Buchclub, der einem die Möglichkeit gibt, auf Japanisch Texte zu lesen von der Master-Studentin Ariane Hertel organisiert. In einer ersten Sitzung wurden ein paar Formalitäten geklärt und generelle Tipps zum Lesen gegeben. Mit dem aktiven Lesen ging es dann in der zweiten Sitzung auch schon los. Wir treffen uns jede Woche am Freitag um 14:30 Uhr in einem Sprachkanal auf Discord zum gemeinsamen Lesen. Normalerweise würde die AG in der Bibliothek stattfinden, aber da dies momentan leider nicht möglich ist, findet sie komplett über Discord (ein Online Instant Messaging Dienst) statt. Die Treffen sind so aufgebaut, dass alle für ca. 1 ½ Stunden für sich lesen und wir uns im Anschluss noch etwas über das Gelesene unterhalten.  

Japanische Texte für alle Sprachlevel 

Ein großer Vorteil der 読書-AG ist, dass Texte, die frei im Internet verfügbar sind, in einer Linksammlung bereitgestellt werden. Gerade wenn man damit beginnen möchte, auf Japanisch zu lesen, kann es etwas schwer sein, überhaupt Texte zu finden, vor allem, wenn man gerade erst mit dem Japanischlernen begonnen hat und man noch nicht in der Lage ist, kompliziertere Texte auf muttersprachlichem Niveau zu lesen. 

Die Texte in der Linksammlung bieten viel Unterschiedliches: von Kurzgeschichten, Märchen und Blogbeiträgen bis zu Mangas, Romanen und Nachrichten-Seiten. Ich lese meistens Blogartikel, Mangas und Märchen sowie Kurzgeschichten. Unter den Märchen gibt es japanische sowie europäische, ich habe zum Beispiel zum ersten Mal Jack and the Beanstalk gelesen. Bei den Blogs finden sich viele, die über japanische Feste oder einfache alltägliche Ereignisse berichten, wobei ich auch einen interessanten Artikel dazu gefunden habe, wie man mit Zutaten, die es außerhalb Japans gibt, Okonomiyaki macht. 

Mangas sind tendenziell noch etwas schwer für mich, da sie sich an Muttersprachler*innen richten, aber ich habe über eine Leseprobe den Manga Inuyasha angefangen, da ich die Geschichte schon kannte und mir jetzt das Ziel gesetzt, mir die ersten paar Bände zu besorgen und zu lesen.

Die verlinkten Seiten, auf denen die Texte zu finden sind, sind in Stufen (ähnlich dem JLPT) eingeteilt. Dies macht es um einiges leichter, Texte auf dem eigenen Leseniveau zu finden. Um auf die entsprechenden Texte zuzugreifen, ordnet man sich dann einfach dem Niveau zu, in dem man liest – dabei kann man sich natürlich auch mehreren zuordnen. Da es mir persönlich etwas schwerfällt, mich in ein Leseniveau einzuordnen, gucke ich gerne bei allem rein und schaue dann einfach, was für mich passt. Darunter fallen bei mir viele N4 und N3 Texte. Manchmal lese ich aber auch N5, und ich habe mich auch schon an Manga, die sich eher schon auf dem N2 Niveau befinden, gewagt. 

Neben der Linksammlung gibt es auch Buchvorstellungen. Dabei werden von den Teilnehmenden Empfehlungen für ein Buch oder einen Text geschrieben, die einen kleinen Überblick darüber geben, was einem im Werk erwartet: ob Furigana enthalten sind, ob sich der Text gut liest etc. So kann man sich für die weitere Lektüre inspirieren lassen.

Gemeinsam konzentriert lesen

Was ich besonders praktisch an der Lese AG finde, sind vor allem die wöchentlichen Treffen, bei denen man sich mit anderen über Gelesenes austauschen und sich auch einfach etwas unterhalten kann. Mir haben diese festen Lese-Zeiten sehr geholfen, da sie mich motivieren, regelmäßig teilzunehmen und die 1 ½ Stunden auch wirklich konzentriert zum Lesen zu nutzen. Das bietet einem, vor allem, wenn man sonst keine Zeit findet oder einfach leicht abgelenkt ist, die Möglichkeit, sich einmal nur mit dem japanischen Text zu beschäftigen. Die Treffen sind in der momentanen Situationauch einfach schön, da man sonst kaum Gelegenheit hat, sich mit anderen Studierenden auszutauschen. Dafür nehmen wir uns am Ende der AG oft noch einmal etwas Zeit.

Insgesamt kann ich die AG nur weiterempfehlen. Sie hat mir geholfen, mir wirklich die Zeit zum Lesen auf Japanisch zu nehmenund bietet viele Möglichkeiten zum eigenen Japanischsprachniveau passende Texte zu finden. Die AG ist, auch wenn es feste Lesezeiten gibt, nicht an diese gebunden und man kann sich einfach vom breiten Angebot zum privaten Lesen inspirieren lassen.

Wenn ihr Interesse habt, der Lese-AG beizutreten, findet ihr im Discord der MoJa-Fachschaft den Link zum Server.

Autor: Charly Rüdrich

2 Kommentare

  1. Ariane Hertel sagt

    Danke für den tollen Beitrag zu unserer AG! Ich freue mich sehr, dass die Linksammlungen, Buchvorstellungen und die gemeinsame Lesezeit von den Teilnehmenden so begeistert angenommen werden.

    Ist die Darstellung so beabsichtigt, dass unser Gruppenbild hier zweimal nacheinander erscheint? Leider fehlen auch hinter den kursiven Wörtern die Leerzeichen (‚Beanstalkgelesen‘, ‚Inuyashaangefangen‘). Ich würde mich sehr freuen, wenn das noch ausgebessert wird.

    Die AG wird auch während der vorlesungsfreien Zeit online weiterlaufen und ich plane sie auch im nächsten Semester weiterzuführen. Wer mitlesen möchte ist jederzeit willkommen!

  2. Sebastian Sabas sagt

    Vielen Dank für die Hinweise, wir haben die entsprechenden Fehler nun korrigiert!

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