Alle Artikel mit dem Schlagwort: nationalismus

Vortrag über politische Schulfeiern in Japan

Am Dienstag, 5. Dezember, ist Ami Kobayashi vom Institut für Erziehungswissenschaften der Humbold-Universität Berlin mit einem spannenden Vortrag bei uns zu Gast. Ihr Thema lautet: „Der Gang als politische Choreographie – Politische Schulfeiern und die Konsolidierung des Nationalstaats in Deutschland und Japan (1873–1945)“. Termin des Vortrags ist von 10.30 bis 12 Uhr im Raum 23.03.01.61. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Zum Vortragsthema Im Kontext der Entstehung moderner Nationalstaaten wurde u.a. durch Einführung der Schulpflicht und des Militärdienstes der normierte Gang zum Gegenstand der pädagogischen Praxis. In meinem Vortrag zeige ich, mit welchen Mitteln moderne Staaten den unterschiedlichen individuellen Gang ihrer Staatsbürger zu vereinheitlichen und politisch zu „choreographieren“ versuchten. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem in Turnstunden choreographierten Gang, dessen Zweck die erfolgreiche Aufführung (schön und stolz aufmarschieren) bei politischen Veranstaltungen war. Bei politischen Schulfeiern war der Doppelcharakter des Gangs, nämlich zugleich individuelle Bewegung und Element einheitlicher Nationalstaatlichkeit zu sein, besonders sichtbar. In meinen Untersuchungen werden Marschübungen und politische Schulfeiern in deutschen Gymnasien und japanischen Sekundarschulen (jap. Kyūsei-Chūgakkō) verglichen, da Japan seit Beginn seiner Modernisierung …

„Zwischen Transkulturalität und Japanizität“

Hip-Hop-Nationalisten in Baggypants, phantastische Anime-Welten und „Spaghetti-Manga“ – ein Workshop unseres Instituts am Freitag, 18. Juni, im Heinrich-Heine-Saal verdeutlichte, innerhalb welch großen Spektrums „zwischen Transkulturalität und Japanizität“ japanische Populärkultur angesiedelt sein kann. Studierende und Gäste aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen diskutierten gemeinsam mit vier ReferentInnen über aktuelle Tendenzen sowohl in den populärkulturellen Medien als auch in deren Rezeption im Ausland. An Hilaria Gössmann kommt niemand vorbei, der sich wissenschaftlich mit japanischen Fernsehserien (terebi dorama) beschäftigen möchte. Die Japanologie-Professorin aus Trier hat zahlreiche Publikationen auf diesem Gebiet veröffentlicht und kann als die Expertin im gesamten westlichsprachigen Raum gelten. Ihr Vortrag widmete sich Repräsentationen kultureller Differenzen in japanischen Fernsehdramen seit den 1990er Jahren und lieferte damit einen Überblick über die dramaturgische Funktion, die Figuren aus anderen asiatischen Ländern (v.a. China, Korea, Vietnam) in terebi dorama einnehmen können. In der Serie Doku (Fuji TV, 1996) zum Beispiel dient die vietnamesische Hauptfigur als eine Art „Retter“ für die japanische Protagonistin Yuki, die ein lethargisches Leben als Büroangestellte führt. Insgesamt lässt sich laut Gössmann feststellen, dass Japan in den dorama eher für Modernität, …