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Bericht: Zeitzeugenvortrag im Zakk

Hideto Sotobayashi berichtete vergangene Woche bei seinem zweiten Vortrag im Zuge der 150 Jahre Deutsch – Japanischer Freundschaft im Zakk über seine Erlebnisse bei dem Atombombenabwurf auf Hiroshima im Jahr 1945. Ein Student des Instituts für Modernes Japan, Nicolas Nagel, dokumentiert hier die Veranstaltung. Der Abend startete mit einer Performance von Tomoko Tezuka, Chikako Kaido und Shinsaku Yuasa. Der Auftritt begann damit, dass die Künstler mit Kreide auf den Fußboden malten. Im Hintergrund wurde Flöte gespielt und die drei Performer fingen an, ihre Körper langsam zu bewegen. Diese Bewegungen endeten in krampfartigen Zuckungen. Nach einer japanischen Begrüßung folgten weitere Tänze, unter anderem ein Sommertanz und ein  Krankentanz. Zwischendurch fielen Begriffe wie „Hiroshima“, „6. August“, „Arbeitsdienst“ oder „Militärregierung“. Am Ende dieser 15 minütigen Tanzeinlage brachen alle drei schreiend zusammen.

Der Atombombenabwurf veränderte nicht nur Japan, sondern die ganze Welt.

Herr Sotobayashi ist 82 Jahre alt. Als er 16 war hat er den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945 erlebt und verlor dabei seine Mutter. 1957 kam er nach Berlin um Chemie zu studieren und später lehrte er auch an der Technischen Universität Berlin und am Max-Planck-Institut. Das Institut für Modernes Japan lud ihn ein einen Vortrag zu halten. Er hat 30 Jahre in Japan gelebt und 50 Jahre in Deutschland. Zu Beginn der Pressekonferenz, die anlässlich seines Vortrages „Zum Gedenken an Hiroshima und Nagasaki“ an der Heinrich Heine Universität gegeben wird, betont Herr Sotobayashi diese Abschnitte seines Lebens und fügt hinzu: „Ich bin ja Berliner“. An diesem Dienstag, dem 12. April, steht die Reaktor-Katastrophe von Fukushima zum ersten Mal seit einigen Tagen wieder in den Schlagzeilen, weil die INES-Gefahrenstufe nun offiziell auf 7 angehoben wurde und damit auf derselben Stufe steht wie Tschernobyl damals.