{"id":8556,"date":"2011-05-24T14:47:07","date_gmt":"2011-05-24T13:47:07","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=8556"},"modified":"2022-10-12T16:46:36","modified_gmt":"2022-10-12T14:46:36","slug":"spannendes-zwischen-japonismus-und-japanimation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=8556","title":{"rendered":"Spannendes zwischen &#8222;Japonismus und Japanimation&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=8575\" rel=\"attachment wp-att-8575\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8575\" title=\"publikum\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/publikum.jpg\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/publikum.jpg 500w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/publikum-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 315px) 100vw, 315px\" \/><\/a>Sei es Van Gogh, der mit dem Pinsel die Linienf\u00fchrung japanischer Holzschnitte \u00fcbernahm und damit die Landschaft der Provence lebendig auf Papier bannte, seien es deutsche Mangaka, die heute im Stil japanischer Comics Fantasiegeschichten zeichnen \u2013 der kulturelle Austausch zwischen Japan und dem Westen ist seit dem 19. Jahrhundert sehr fruchtbar. Bei dem vom Instiut f\u00fcr Modernes Japan veranstalteten Symposium &#8222;Vom Japonismus zur Japanimation&#8220; vergangenen Freitag im Goethe-Museum D\u00fcsseldorf wurde die Vielfalt dieser kulturellen Austauschprozesse in sechs Vortr\u00e4gen aufgezeigt. <\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_8558\" style=\"width: 337px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=8558\" rel=\"attachment wp-att-8558\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8558\" class=\"size-full wp-image-8558 \" title=\"gruppenfoto\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/gruppenfoto.jpg\" alt=\"\" width=\"327\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/gruppenfoto.jpg 500w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/gruppenfoto-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 327px) 100vw, 327px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8558\" class=\"wp-caption-text\">Der Cellist Thomas Beckmann, Initiatorin Michiko Mae, der Leiter des Goethe-Museums Volkmar Hansen und der Rektor der HHU, Hans Michael Piper; Foto: David Pham<\/p><\/div>\n<p><strong>Michiko Mae<\/strong>, die Initiatorin des Symposiums, stellte heraus, dass die Auseinandersetzung mit der japanischen Kunst f\u00fcr die europ\u00e4ischen K\u00fcnstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts einen sch\u00f6pferischen Prozess in Gang gebracht habe, der ihnen neue k\u00fcnstlerische Gestaltungsformen erm\u00f6glichte und einen wesentlichen Faktor f\u00fcr die Hervorbringung der Moderne darstellte. &#8222;Die japanische Kunst nahm damals die Rolle des Befreiers und des Helfers ein.&#8220; Mae sieht auch in der gegenw\u00e4rtigen weltweiten Beliebtheit japanischen Popul\u00e4rkultur wie Anime, Manga und Cosplay ein solches Potential zum &#8222;Katalysator&#8220;: &#8222;Diese Werke der Popkultur k\u00f6nnen eine subversive und emanzipatorische Wirkung entfalten.&#8220;<\/p>\n<p>Dennoch zeige sich in der aktuellen Medienberichterstattung zur Dreifachkatastrophe in Japan, dass das deutsch-japanische Verh\u00e4ltnis immer noch von Topoi der Fremdheit bestimmt sei. So sei von den &#8222;stoischen Japanern&#8220; die Rede und es k\u00e4men Erkl\u00e4rungsversuche auf, die vom Ehrenkodex der Samurai bis zu den Kamikaze-Fliegern reiche. &#8222;Das liegt daran, dass wir Kulturen immer noch als Nationen denken, als geschlossene Einheiten&#8220;, erkl\u00e4rte Mae. Die Professorin pl\u00e4dierte daher f\u00fcr ein Verst\u00e4ndnis von Kultur als ein sich \u00f6ffnender lebendiger Prozess, was unter dem Begriff der &#8222;Transkulturalit\u00e4t&#8220; gefasst werden kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_8580\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=8580\" rel=\"attachment wp-att-8580\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8580\" class=\"size-full wp-image-8580 \" title=\"napier\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/napier.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/napier.jpg 500w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/napier-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8580\" class=\"wp-caption-text\">Susan Napier; Foto: David Pham<\/p><\/div>\n<p><strong>Susan Napier<\/strong>, die eigens von der Tufts University (Boston) angereist war, unternahm in ihrem Vortrag eine kritische Neuansicht des Orientalismus-Konzeptes von Edward Said. Ihrer Meinung nach reicht es nicht aus, die Beziehung zwischen Japan und dem Westen nur unter den Vorzeichen von Dominanz und Macht zu betrachten. Als Kategorien der Betrachtung schl\u00e4gt sie vor: Power, Pleasure, Play, Liberation, Compensation und Critique. Die Vielfalt der Japan-Rezeption, die Napier in ihrem Vortrag sehr anschaulich darstellte, reichte von den franz\u00f6sischen Impressionisten \u00fcber den Film &#8222;Rising Sun&#8220; (Philip Kaufman, 1993) bis zu den Einfl\u00fcssen von Miyazakis Anime auf die Pixar-Filme.<\/p>\n<div><\/div>\n<p>Wie sich die Idee von dem &#8222;typisch japanischen Garten&#8220; im Westen entwickelte, zeigte <strong>Christian Tagsold<\/strong> vom Institut f\u00fcr Modernes Japan auf. Die ersten japanischen G\u00e4rten Europas waren im 19. Jahrhundert auf den Weltausstellungen zu sehen. &#8222;Damals gab es noch keinen Wissenskanon zu japanischen G\u00e4rten&#8220;, erkl\u00e4rte Tagsold. So h\u00e4tten beide Seiten \u2013 der Westen, aber auch Japan selbst \u2013 die Idee von einem japanischen Garten erst noch formulieren m\u00fcssen.<\/p>\n<div id=\"attachment_8587\" style=\"width: 255px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=8587\" rel=\"attachment wp-att-8587\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8587\" class=\"size-full wp-image-8587 \" title=\"tagsold\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/tagsold.jpg\" alt=\"\" width=\"245\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/tagsold.jpg 500w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/tagsold-300x290.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8587\" class=\"wp-caption-text\">Christian Tagsold; Foto: Larysa Harke-Demydenko<\/p><\/div>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, vermeintliche Authentizit\u00e4t zu schaffen, war der Einsatz von japanischen Gartenbaumeistern. Als in D\u00fcsseldorf 1904 zur internationalen Kunst- und Gartenbauausstellung der erste japanische Garten Deutschlands auf dem heutigen Tonhallengel\u00e4nde angelegt wurde, war der Baumeister allerdings ein Deutscher, der Gartenarchitekt Reinhold Hoemann. Nach Eigenaussage der Macher entstand der Garten dennoch &#8222;streng nach japanischem Vorbild&#8220;: Eine Foto des Fukiage-Parks in Tokyo diente als Vorlage. Dies zeigt, welche gro\u00dfe Bedeutung die Fotografie schon um die Jahrhundertwende f\u00fcr das Japan-Bild im Westen erlangt hatte.<\/p>\n<p>Welche Kompositionsprinzipien deutsche K\u00fcnstler aus der japanischen Kunst \u00fcbernahmen erl\u00e4uterte <strong>Claudia Delank<\/strong>, die in K\u00f6ln eine Galerie unterh\u00e4lt und an der Kunstakademie D\u00fcsseldorfs als Lehrbeauftragte t\u00e4tig ist. Sie konzentrierte sich dabei vor allem auf die K\u00fcnstler des &#8222;Jungen Rheinlandes&#8220;, einer K\u00fcnstlervereinigung, die 1919 in D\u00fcsseldorf gegr\u00fcndet wurde. Zu der Gruppe geh\u00f6rte unter anderem August Macke, der schon 1905 Interesse an japanischer Kunst entwickelt hatte, zun\u00e4chst Manga von Hokusai abzeichnete und dann Prinzipien wie die Betonung von K\u00f6rperumrissen mit schwarzen Linien in sein eigenes k\u00fcnstlerisches Schaffen integrierte.<\/p>\n<div id=\"attachment_8592\" style=\"width: 264px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=8592\" rel=\"attachment wp-att-8592\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8592\" class=\"size-full wp-image-8592 \" title=\"delank\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/delank.jpg\" alt=\"\" width=\"254\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/delank.jpg 600w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/delank-300x187.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8592\" class=\"wp-caption-text\">Claudia Delank; Foto: L. Harke-D.<\/p><\/div>\n<p>Weitere Mitglieder der Vereinigung, die sich von Japan inspirieren lie\u00dfen, waren Georg Oeder, Heinrich Nauen, Walter Ophey und Otto Pankok. &#8222;Die Maler des rheinischen Expressionismus gewannen durch die Anregungen aus der japanischen Kunst eine neue Sehweise&#8220;, erl\u00e4uterte Delank. Es sei nicht mehr Ziel gewesen, ein illusionistisches Abbild zu schaffen, sondern stattdessen das Wesen der Dinge zu erkennen und in eine eigene Formensprache zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Vortrages von <strong>Stephan K\u00f6hn<\/strong> von der Japanologie Erlangen war eine Versch\u00e4rfung der Zensur popul\u00e4rkultureller Produkte, die letztes Jahr, unter anderem auf Initiative des Gouverneurs von Tokyo, Ishihara Shintar\u00f4, in Japan eingef\u00fchrt wurde. Durch diese Zensurversch\u00e4rfung, die vor allem auf m\u00f6gliche kinderpornographische Elemente abzielt, k\u00f6nnte es massive Probleme zum Beispiel f\u00fcr Manga aus dem sogenannten &#8222;Boys&#8216;-Love&#8220;-Genre geben, deren Thema homoerotische Beziehungen zwischen Knaben bzw. m\u00e4nnlichen Jugendlichen sind. Boys&#8216;-Love-Manga werden vor allem von Frauen konsumiert, die in der Partnerschaft zweier Jungen die ultimative Liebesbeziehung sehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_8601\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=8601\" rel=\"attachment wp-att-8601\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8601\" class=\"size-full wp-image-8601 \" title=\"koehn\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/koehn.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/koehn.jpg 500w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/koehn-258x300.jpg 258w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8601\" class=\"wp-caption-text\">Stephan K\u00f6hn; Foto: L. Harke-D.<\/p><\/div>\n<p>Eine Politisierung japanischer Popul\u00e4rkultur findet aber nicht nur im Bereich der Zensur statt. Wie Stephan K\u00f6hn aufzeigte, stellen teilweise die gleichen Akteure Manga und Anime in den Dienst eines &#8222;Kulturnationalismus light&#8220;, der Japans &#8222;Pop-Power&#8220; als wichtiges Exportgut sieht. Subkulturelle Gruppen wie die Otaku \u2013 Menschen, die sich durch extremen Konsum popul\u00e4rkultureller Medienprodukte auszeichnen \u2013 werden so einerseits als eine Art &#8222;Kulturbotschafter&#8220; ins Licht der \u00d6ffentlichkeit gedr\u00e4ngt und staatlicherseits vereinnahmt, andererseits werdem die Produkte, die sie konsumieren, sehr kritisch be\u00e4ugt und der Zensur anheimgestellt.<\/p>\n<div id=\"attachment_8606\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=8606\" rel=\"attachment wp-att-8606\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8606\" class=\"size-full wp-image-8606 \" title=\"richter\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/richter.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/richter.jpg 500w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/richter-300x277.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8606\" class=\"wp-caption-text\">Steffi Richter; Foto: L. Harke-D.<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Nach cool Japan&#8220; war das Thema von <strong>Steffi Richters<\/strong> Vortrag, der sich auch stark auf die aktuellen Ereignisse in Japan bezog und problematisierte, welche Auswirkungen die Dreifachkatastrophe haben wird \u2013 auf die Gesellschaft insgesamt, aber auch auf die Popul\u00e4rkultur. Unmittelbar sp\u00fcrbare kleine Indizien waren zum Beispiel, dass einige Computerspiele mit Katastrophen- oder Atomthemen, die in Japan kurz vor der Ver\u00f6ffentlichung standen, gestoppt wurden. Der Kulturkritiker Azuma Hiroki, der f\u00fcr seine Untersuchungen des Otaku-Ph\u00e4nomens bekannt ist und sonst keinesfalls nationalistische Tendenzen erkennen l\u00e4sst, \u00e4u\u00dferte in der <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/03\/17\/opinion\/17azuma.html\">New York Times<\/a> Bewunderung f\u00fcr den Zusammenhalt der japanischen Nation und nutzte dabei eine Popkultur-Vokabel: &#8222;the Japanese people seem to have completely transformed their kyara.&#8220;<\/p>\n<p>\u00d4tsuka Eiji, ein Autor und Kulturkritiker, der sich ebenfalls sehr stark mit Popkultur auseinandersetzt und in einem seiner neuesten Werke die &#8222;Cool Japan&#8220;-Kampagne als &#8222;Irrl\u00e4ufer der \u00d6konomie in Krisenzeiten&#8220; bezeichnet, hat sich bisher nicht zur Katastrophe in Japan ge\u00e4u\u00dfert. Steffi Richter stellte jedoch einen Text von ihm vor, in dem er sich bereits 1988 mit der Anti-Atombewegung in Japan auseinandersetzte. \u00d4tsuka betrachtete die Bewegung damals als Mode-Welle, der das Bewusstsein daf\u00fcr fehlte, dass wir selbst den radiokativen M\u00fcll als Schmutz der Stadt hervorbringen. &#8222;\u00d4tsuka hat einen sehr scharfen Blick f\u00fcr Systemfragen&#8220;, stellte Richter fest. &#8222;Er zeigt hier ganz klar unser Involviertsein auf.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sei es Van Gogh, der mit dem Pinsel die Linienf\u00fchrung japanischer Holzschnitte \u00fcbernahm und damit die Landschaft der Provence lebendig auf Papier bannte, seien es deutsche Mangaka, die heute im Stil japanischer Comics Fantasiegeschichten zeichnen \u2013 der kulturelle Austausch zwischen Japan und dem Westen ist seit dem 19. Jahrhundert sehr fruchtbar. Bei dem vom Instiut f\u00fcr Modernes Japan veranstalteten Symposium &#8222;Vom Japonismus zur Japanimation&#8220; vergangenen Freitag im Goethe-Museum D\u00fcsseldorf wurde die Vielfalt dieser kulturellen Austauschprozesse in sechs Vortr\u00e4gen aufgezeigt. Michiko Mae, die Initiatorin des Symposiums, stellte heraus, dass die Auseinandersetzung mit der japanischen Kunst f\u00fcr die europ\u00e4ischen K\u00fcnstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts einen sch\u00f6pferischen Prozess in Gang gebracht habe, der ihnen neue k\u00fcnstlerische Gestaltungsformen erm\u00f6glichte und einen wesentlichen Faktor f\u00fcr die Hervorbringung der Moderne darstellte. &#8222;Die japanische Kunst nahm damals die Rolle des Befreiers und des Helfers ein.&#8220; Mae sieht auch in der gegenw\u00e4rtigen weltweiten Beliebtheit japanischen Popul\u00e4rkultur wie Anime, Manga und Cosplay ein solches Potential zum &#8222;Katalysator&#8220;: &#8222;Diese Werke der Popkultur k\u00f6nnen eine subversive und emanzipatorische Wirkung entfalten.&#8220; Dennoch zeige sich in der aktuellen &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[13,1859,1735],"tags":[241,357,356,355,169,123],"class_list":["post-8556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-featured","category-institutsleben","category-kunst-und-kultur","tag-150-jahre-deutschland-japan","tag-goethe-museum","tag-japanimation","tag-japonismus","tag-modernes-japan","tag-symposium"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8556"}],"version-history":[{"count":55,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23787,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8556\/revisions\/23787"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}