{"id":7688,"date":"2011-02-16T15:44:48","date_gmt":"2011-02-16T14:44:48","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=7688"},"modified":"2020-07-03T01:44:37","modified_gmt":"2020-07-02T23:44:37","slug":"japan-bei-der-berlinale-sekai-good-morning","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=7688","title":{"rendered":"Japan bei der Berlinale: Sekai good Morning!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie man sich als Obersch\u00fcler f\u00fchlt wei\u00df der Regisseur Hirohara Satoru, der bei der Berlinale seinen Film <em>Sekai Good Morning<\/em> (&#8222;Good Morning to the World&#8220;) pr\u00e4sentierte, bestimmt noch ziemlich genau: Schlie\u00dflich ist er gerade einmal 24 Jahre alt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a rel=\"attachment wp-att-7691\" href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=7691\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7691 aligncenter\" title=\"ballon\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/ballon.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/ballon.jpg 360w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/ballon-300x183.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Hiroharas Protagonist, der 16-j\u00e4hrige Yuta, der von seine Freunden &#8222;Jamira&#8220; genannt wird, hat die besten Voraussetzungen, um ein &#8222;Problemjugendlicher&#8220; zu werden. Seine Mutter sieht er nur gelegentlich abends, wenn sie v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet von der Arbeit zur\u00fcckkehrt, zwei Obent\u00f4s auf den Tisch stellt und sich mit riesigen Bierdosen tr\u00f6stet. Seinen Vater kennt er nicht, in der Schule ist er eher ein Au\u00dfenseiter.<\/p>\n<p>Yuta hat sich einige Strategien ausgedacht, mit denen er seiner Verlassenheit begegnet. Er bespricht Tonb\u00e4nder, obwohl er wei\u00df, dass sie niemanden interessieren, und er macht sein Bett zur B\u00fchne, auf der er nur f\u00fcr sich bis zur Ersch\u00f6pfung Luftgitarre spielt. Den Zuschauer l\u00e4sst der Regisseur diese Szenerie wie durch eine Glasscheibe beobachten. Mit der immer gleichen Einstellung f\u00e4llt der Blick frontal in das Zimmer, es gibt keine Schnitte, keine Details. Wie als h\u00e4tte man die Wand eines &#8222;ganz normalen&#8220; japanischen Wohnhauses herausgetrennt, um die &#8222;ganz normalen&#8220; Vorg\u00e4nge darin offenzulegen.<\/p>\n<p>Auf seinen Streifz\u00fcgen durch die Sommerhitze in Tokyo geschieht dann aber doch etwas Ungew\u00f6hnliches. Yuta kommt in den Besitz der Tasche eines Obdachlosen, der von p\u00f6belnden Jugendlichen erschlagen wurde. Yuta will mehr \u00fcber den toten Mann erfahren und nutzt den Inhalt der Tasche, um das R\u00e4tsel seiner Herkunft zu ergr\u00fcnden.<\/p>\n<p><em>Sekai Good Morning<\/em> ist mit einfachen Mitteln gedreht und die Berlinale-Leinwand wirkte etwas \u00fcberdimensioniert f\u00fcr diesen kleinen Film. Dennoch lohnt es sich, den Film zu sehen &#8211; gibt er doch einen sehr einf\u00fchlsamen Einblick in das Leben eines Jugendlichen, f\u00fcr den das, was in Japan unter &#8222;Familie&#8220; verstanden wird, etwas Abstraktes ist, das er nie kennengelernt hat.<\/p>\n<p>Familie ist auch das zentrale Thema eines anderen Berlinale-Films, den wir hier in K\u00fcrze vorstellen werden.<\/p>\n<p>Einen Trailer zu <em>Sekai Good Morning<\/em> kann man sich auf der <a href=\"http:\/\/pff.jp\/32nd\/lineup_award2010.html#sekaigoodmorning\">Homepage des Pia Film Festivals<\/a> ansehen, wo der Film 2010 im Wettbewerb war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie man sich als Obersch\u00fcler f\u00fchlt wei\u00df der Regisseur Hirohara Satoru, der bei der Berlinale seinen Film Sekai Good Morning (&#8222;Good Morning to the World&#8220;) pr\u00e4sentierte, bestimmt noch ziemlich genau: Schlie\u00dflich ist er gerade einmal 24 Jahre alt. Hiroharas Protagonist, der 16-j\u00e4hrige Yuta, der von seine Freunden &#8222;Jamira&#8220; genannt wird, hat die besten Voraussetzungen, um ein &#8222;Problemjugendlicher&#8220; zu werden. Seine Mutter sieht er nur gelegentlich abends, wenn sie v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet von der Arbeit zur\u00fcckkehrt, zwei Obent\u00f4s auf den Tisch stellt und sich mit riesigen Bierdosen tr\u00f6stet. Seinen Vater kennt er nicht, in der Schule ist er eher ein Au\u00dfenseiter. Yuta hat sich einige Strategien ausgedacht, mit denen er seiner Verlassenheit begegnet. Er bespricht Tonb\u00e4nder, obwohl er wei\u00df, dass sie niemanden interessieren, und er macht sein Bett zur B\u00fchne, auf der er nur f\u00fcr sich bis zur Ersch\u00f6pfung Luftgitarre spielt. Den Zuschauer l\u00e4sst der Regisseur diese Szenerie wie durch eine Glasscheibe beobachten. Mit der immer gleichen Einstellung f\u00e4llt der Blick frontal in das Zimmer, es gibt keine Schnitte, keine Details. Wie als h\u00e4tte man die Wand &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[13,1735],"tags":[265,14,1161,263,266,18,264],"class_list":["post-7688","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-featured","category-kunst-und-kultur","tag-265","tag-berlinale","tag-film","tag-good-morning-to-the-world","tag-hirohara-satoru","tag-japan","tag-sekai-good-morning"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7688"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7688\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20662,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7688\/revisions\/20662"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}