{"id":4763,"date":"2010-02-23T19:20:24","date_gmt":"2010-02-23T18:20:24","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=4763"},"modified":"2020-07-17T12:13:33","modified_gmt":"2020-07-17T10:13:33","slug":"berlinale-nachlese-sawako-decides","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=4763","title":{"rendered":"Berlinale-Nachlese: Sawako decides"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4775\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=4775\" rel=\"attachment wp-att-4775\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4775\" class=\"size-medium wp-image-4775  \" title=\"ishii_yuya\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/ishii_yuya-300x211.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/ishii_yuya-300x211.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/ishii_yuya.jpg 361w\" sizes=\"(max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4775\" class=\"wp-caption-text\">Autogramm des Regisseurs Ishii Yuya<\/p><\/div>\n<p>\u5922\u307f\u305f\u3044\u306a\u7269\u306f\u3079\u3064\u306b\u306a\u3044\u3067\u3059\u3057<br \/>\n&#8222;Sowas wie einen Traum hab ich eigentlich nicht \u2026&#8220;<\/p>\n<p>Sawako, die Hauptfigur von Ishii Yuyas Film <em>Kawa no soko kara konnichi wa<\/em> (&#8222;Sawako decides&#8220;), hat keine besonderen Anspr\u00fcche. Schlie\u00dflich hat sie selbst l\u00e4ngst erkannt, dass sie als Frau nur &#8222;unteres Mittelma\u00df&#8220; ist und das nehmen muss, was ihr gerade vor die Nase kommt. Seit f\u00fcnf Jahren in T\u00f4ky\u00f4, der f\u00fcnfte miese Zeitarbeits-Job in Folge, der f\u00fcnfte Freund \u2013 Sawako kann nicht gerade eine Muster-Biographie vorweisen. Zwar versucht sie regelm\u00e4\u00dfig, ihre Sorgen mit Darmsp\u00fclungen wegzuschwemmen, doch auch das will nicht recht gelingen.<\/p>\n<p>Im japanischen Fernsehen sind Geschichten \u00fcber perspektivlose junge Menschen in letzter Zeit ein sehr popul\u00e4res Thema. Die Drehbuchschreiber haben schnell auf die Ph\u00e4nomene reagiert, die mit der Entwicklung einer Polarisierungsgesellschaft (<em>kakusa shakai<\/em>) und mit der Wirtschaftskrise einhergehen: Jugendarbeitslosigkeit, Pr\u00e4karisierung, Heiratsproblematik. Alle diese Themen werden in Fernsehserien (<em>terebi dorama<\/em>) aufgegriffen. Was dann meist folgt ist allerdings eine Bilderbuch-&#8222;ganbaru-story&#8220;. Der Protagonist findet \u2013 ob durch ein bestimmtes Ereignis oder durch die Anregung einer anderen Person \u2013 ein neues Ziel im Leben und setzt alle seine Kr\u00e4fte daran, dieses zu erreichen. Die Botschaft: Wer einen Traum hat, der bringt es auch zu etwas, trotz Wirtschaftskrise.&nbsp; So zu sehen zum Beispiel in der Serie <em>Ohitorisama <\/em>(TBS, 2009), in der ein junger &#8222;Freeter&#8220; seine Berufung als Lehrer erkennt und so seinen Platz in der Gesellschaft finden kann.<\/p>\n<p>Zwar kommt auch in Ishii Yuyas &#8222;Sawako decides&#8220; die Protagonistin irgendwann auf das Zauberwort &#8222;ganbaru&#8220;, der Regisseur ist jedoch weit davon entfernt, in den \u00fcblichen p\u00e4dagogisch-zurechtweisenden Ton der <em>terebi dorama<\/em> einzustimmen. Auf sehr krude-ironische Weise schildert Ishii, wie Sawako in ihre Heimat zur\u00fcckkehrt, um den S\u00fc\u00dfwassermuschel-Handel ihres schwer erkrankten Vaters zu \u00fcbernehmen. Was die junge Frau dort erwartet, l\u00e4sst sich zun\u00e4chst nur mit Bergen von Dosenbier ertragen \u2026<\/p>\n<p>Der 1983 geborene Regisseur erhielt 2007 f\u00fcr seinen Film <em>Mukidashi Nippon<\/em> den Preis des <a href=\"http:\/\/pff.jp\/english\/\">Pia Film Festivals<\/a>, der mit einem Stipendium f\u00fcr einen neuen Film verbunden ist. Aus diesen Mitteln entstand der Film &#8222;Sawako decides&#8220;, der dieses Jahr in der &#8222;Golden Week&#8220; (Mai) in Japan starten soll. Ishii Yuya hatte bereits drei Monate an dem Drehbuch gearbeitet, als die Wirtschaftskrise kam: &#8222;Danach habe ich das Drehbuch v\u00f6llig ge\u00e4ndert&#8220;, erkl\u00e4rte der Regisseur bei der Berlinale. F\u00fcr die Hauptrolle konnte Ishii die Schauspielerin Hikari Mitsushima (<em>Ai no mukidashi<\/em>) gewinnen, die erfrischend unpr\u00e4tenti\u00f6s daherkommt.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass dieser herrliche kleine Film auch in Deutschland einen Verleih finden wird. Auf der Berlinale hat er auf jeden Fall spontan sehr viele Freunde gefunden.<\/p>\n<p>Einen Trailer zu &#8222;Sawako decides&#8220; und weitere Informationen gibt es auf der <a href=\"http:\/\/kawasoko.com\/\">Film-Homepage<\/a>.<\/p>\n<p>Elisabeth Scherer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u5922\u307f\u305f\u3044\u306a\u7269\u306f\u3079\u3064\u306b\u306a\u3044\u3067\u3059\u3057 &#8222;Sowas wie einen Traum hab ich eigentlich nicht \u2026&#8220; Sawako, die Hauptfigur von Ishii Yuyas Film Kawa no soko kara konnichi wa (&#8222;Sawako decides&#8220;), hat keine besonderen Anspr\u00fcche. 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