{"id":4620,"date":"2010-02-16T09:54:42","date_gmt":"2010-02-16T08:54:42","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=4620"},"modified":"2020-07-17T12:10:50","modified_gmt":"2020-07-17T10:10:50","slug":"bericht-zum-workshop-japan-pop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=4620","title":{"rendered":"Bericht zum Workshop \u201eJapan-Pop\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4639 size-full\" title=\"publikumjapanpop\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/publikum1.jpg\" alt=\"\" width=\"1015\" height=\"680\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/publikum1.jpg 1015w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/publikum1-300x200.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/publikum1-768x515.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1015px) 100vw, 1015px\" \/>Handyromane, Boys\u2018-Love-Manga, Visual Kei und \u201eCool Japan\u201c \u2013 ein breites Angebot an Themen stand auf dem Programm des Japan-Pop-Workshops, den das Institut f\u00fcr Modernes Japan (Organisation: Julia Schmitz und Elisabeth Scherer) am 29. Januar 2010 veranstaltete.\u00a0 Entsprechend gro\u00df war auch der Andrang: Mehr als 100 Interessierte kamen im Vortragssaal der Universit\u00e4tsbibliothek zusammen, darunter auch Studierende aus Trier, Bonn und Frankfurt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4625\" title=\"johannamauermann\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/mauermann1.jpg\" alt=\"\" width=\"176\" height=\"292\" \/>Dem neuen literarischen Ph\u00e4nomen Handyroman (<em>keitai sh\u00f4setsu<\/em>) widmete sich Johanna Mauermann (Universit\u00e4t Frankfurt) in ihrem Vortrag. Etwa seit dem Jahr 2000 verzeichnen in Japan Geschichten, die eigens f\u00fcr das Lesen auf dem Handy verfasst werden, sehr gro\u00dfe Erfolge. Im Jahr 2007 waren in Japan auf der Liste der zehn meistverkauften Romane des Jahres f\u00fcnf Werke vertreten, die urspr\u00fcnglich als Handyroman erschienen waren. Johanna Mauermann erl\u00e4uterte die Entstehungsgeschichte der keitai sh\u00f4setsu, stellte einige Beispiele vor und wies auf die Besonderheiten dieses literarischen Genres hin. Ein Handyroman diente zum Beispiel auch als Vorlage f\u00fcr die erfolgreiche Fernsehserie Akai Ito (Fuji TV, 2008\/2009).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4630\" title=\"hoehn2\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/hoehn2-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"240\" \/><\/p>\n<p>Marco H\u00f6hn (Universit\u00e4t Bremen) thematisierte in seinem Vortrag \u201eVisual Kei \u2013 eine popul\u00e4re Medienkultur (in Deutschland)\u201c aus medienwissenschaftlicher Perspektive die\u00a0 Visual Kei- Szene. Als Visual Kei wird eine Jugendkulturszene bezeichnet, in der nicht nur die Musik allein (J-Rock, J-Pop) z\u00e4hlt, sondern ebenso sehr die \u00e4sthetische Erscheinung der Musikbands sowie die eigene optische Inszenierung. Anhand eines Kreislauf-Modells zeigte H\u00f6hn die Prozesse der Produktion, Repr\u00e4sentation und Aneignung einer Medienkultur auf. Visual Kei l\u00e4sst sich als deterritoriale Medienkultur charakterisieren, die \u00fcberwiegend mediengeneriert ist (Internet) und s\u00e4mtliche Szeneaspekte umfasst. H\u00f6hn ging au\u00dferdem auf den Bereich Cosplay (Costume Play) ein, den er in einen Kontext mit Visual Kei stellte.<\/p>\n<p>Mit sogenannten <em>fujoshi<\/em>, \u201everdorbenen M\u00e4dchen\u201c, besch\u00e4ftigte sich der Vortrag von Bj\u00f6rn-Ole Kamm (Universit\u00e4t Leipzig).Als <em> fujoshi <\/em>bezeichnen sich selbstironisch die Leserinnen m\u00e4nnlich-homosexueller Manga und Romane, die als Boys&#8216; Love (BL) oder <strong>yaoi <\/strong>bekannt sind. Kamm ging es in seiner Forschung <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4646\" title=\"kamm\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/kamm-300x274.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/kamm-300x274.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/kamm.jpg 603w\" sizes=\"(max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/>darum, sich mit den \u201everdorbenen\u201c M\u00e4dchen und Frauen selbst zu besch\u00e4ftigen, statt lediglich \u2013 wie dies bei bisherigen Studien meist der Fall war \u2013 auf die inhaltliche Ebene der Manga einzugehen und daraus Schl\u00fcsse auf die Motive der Leserinnen zu ziehen. Bj\u00f6rn-Ole Kamm befragte <em> fujoshi <\/em>in Japan und Deutschland und kam dabei zu dem Ergebnis, dass es sich bei den Boys\u2018-Love-Fans um eine sehr heterogene Gruppe handelt. \u00c4ltere Forschungen, die pauschal sexuelle Probleme oder Wirklichkeitsflucht als Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Vorlieben der <em> fujoshi <\/em>anf\u00fchren, sind damit nach Kamm als pathologisierend und eindimensional einzustufen. Ein Thesenpapier zu Bj\u00f6rn-Ole Kamms Vortrag ist zus\u00e4tzlich <strong><a href=\"http:\/\/www.b-ok.de\/de\/research.php#fujoshi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a><\/strong> erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>\u201eCool Japan \u2013 coole Japanologie? Der Diskurs um den weltweiten Boom der japanischen Popul\u00e4rkultur\u201c, so lautete der Vortrag von Cosima Wagner (Universit\u00e4t Frankfurt). <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4650\" title=\"wagner\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/wagner-236x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/wagner-236x300.jpg 236w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/wagner.jpg 429w\" sizes=\"(max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/>Darin besch\u00e4ftigte sie sich mit verschiedenen Themenschneisen und jeweils entsprechenden Forschungsfragen. Als erste Themenschneise charakterisierte sie Japan als Marke sowie den Zusammenhang zwischen Popul\u00e4rkultur und Soft Power. Fan-Studien und die Frage nach einer m\u00f6glichen gobalen \u201aJapanisierung\u2019 der gegenw\u00e4rtigen (Jugend-) Kultur stellte die zweite Themenschneise dar. Die dritte Themenschneise widmete sich Detailstudien zur japanischen Popul\u00e4rkultur, in denen unterschiedliche Bereiche wie Manga, Anime, Cosplay und Visual Kei aufgegriffen werden. Anhand mehrerer Beispiele zeigte Wagner au\u00dferdem auf, wie die japanische Popul\u00e4rkultur bereits Einzug in den Alltag in Deutschland gehalten hat.<\/p>\n<p>(Elisabeth Scherer und Julia Schmitz)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Handyromane, Boys\u2018-Love-Manga, Visual Kei und \u201eCool Japan\u201c \u2013 ein breites Angebot an Themen stand auf dem Programm des Japan-Pop-Workshops, den das Institut f\u00fcr Modernes Japan (Organisation: Julia Schmitz und Elisabeth Scherer) am 29. Januar 2010 veranstaltete.\u00a0 Entsprechend gro\u00df war auch der Andrang: Mehr als 100 Interessierte kamen im Vortragssaal der Universit\u00e4tsbibliothek zusammen, darunter auch Studierende aus Trier, Bonn und Frankfurt. Dem neuen literarischen Ph\u00e4nomen Handyroman (keitai sh\u00f4setsu) widmete sich Johanna Mauermann (Universit\u00e4t Frankfurt) in ihrem Vortrag. Etwa seit dem Jahr 2000 verzeichnen in Japan Geschichten, die eigens f\u00fcr das Lesen auf dem Handy verfasst werden, sehr gro\u00dfe Erfolge. Im Jahr 2007 waren in Japan auf der Liste der zehn meistverkauften Romane des Jahres f\u00fcnf Werke vertreten, die urspr\u00fcnglich als Handyroman erschienen waren. Johanna Mauermann erl\u00e4uterte die Entstehungsgeschichte der keitai sh\u00f4setsu, stellte einige Beispiele vor und wies auf die Besonderheiten dieses literarischen Genres hin. Ein Handyroman diente zum Beispiel auch als Vorlage f\u00fcr die erfolgreiche Fernsehserie Akai Ito (Fuji TV, 2008\/2009). 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