{"id":27877,"date":"2026-09-09T13:06:12","date_gmt":"2026-09-09T11:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=27877"},"modified":"2026-09-09T13:06:12","modified_gmt":"2026-09-09T11:06:12","slug":"kurkuma-ernten-in-okinawa-ein-bericht-von-luise-ferneding","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=27877","title":{"rendered":"Kurkuma ernten in Okinawa &#8211; Ein Bericht von Luise Ferneding"},"content":{"rendered":"<p class=\"Standard1\"><em>Luise Ferneding studiert bei uns am Institut Modernes Japan im Bachelor. Im April und Mai dieses Jahres war sie f\u00fcr Aushilfst\u00e4tigkeiten auf landwirtschaftlichen Betrieben auf Okinawa. Mehr dazu erfahrt ihr untenstehend in ihrem Bericht:<\/em><\/p>\n<p>Sagt euch das Wort Wwoofing etwas? Es ist eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201eworldwide opportunities on organic farms\u201c und es ist genau das, was es behauptet zu sein: Ein Katalog von organischen Farmen (und \u00e4hnlichen Betrieben) auf der ganzen Welt, die freiwillige Helfer*innen suchen. Im Normalfall verbringt die Wwoofer*innen einige Tage bis Wochen auf einem dieser H\u00f6fe, hilft bei der Arbeit und bekommt im Gegenzug Unterkunft, Verpflegung und viel gemeinsame Zeit mit der Hostfamilie.<\/p>\n<p>2017 war ich schon einmal f\u00fcr ein halbes Jahr wwoofen in Japan und habe dieses Mal auch einige alte Kontakte wieder auffrischen k\u00f6nnen. Heute m\u00f6chte ich aber erz\u00e4hlen von meiner Zeit in Okinawa, wo ich neue sch\u00f6ne Farmen und nette Menschen kennenlernen durfte. Ich war dort f\u00fcr ungef\u00e4hr 6 Wochen, von April bis Mai 2026. Besucht habe ich zwei Farmen in der Yanbaru-Region (\u3084\u3093\u3070\u308b, \u5c71\u539f), eine bewaldete Gegend im Norden der Hauptinsel Okinawas (\u6c96\u7e04).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich beginne mit der Kiyuna-Farm. Ein Familienbetrieb mit ungef\u00e4hr 30 K\u00fchen, der das Geld haupts\u00e4chlich mit Milch, Butter und K\u00e4se verdient. Meine Aufgaben auf dem Hof waren 70% Kuhmist schaufeln und 30% weitere \u201eodd jobs\u201c, wie Gras schneiden. F\u00fcr alle freiwilligen Helfer*innen (zwischen 2 und 5 Personen, in der Zeit, in der ich dort war) galt die 6-Tage-Woche mit 6 Arbeitsstunden pro Tag. Der normale Arbeitstag begann um 5 Uhr morgens. Es gab eine l\u00e4ngere Mittagspause, die ich oft genutzt habe, um mit den anderen Helfer*innen gemeinsam in der Gegend wandern zu gehen oder zum Strand zu fahren. Am Nachmittag gab es dann noch eine Ladung Kuhmist zu schaufeln, bevor wir in den Feierabend gehen konnten. Die Kiyuna-Farm ist wirklich sehr rudiment\u00e4r aufgebaut. Die Helfer*innen schlafen zum Beispiel in selbst gezimmerten kleinen H\u00fcttchen und wenn am Abend die Dusche ansteht, hei\u00dft es erst einmal Feuer machen \u2013 solange man nicht kalt duschen will. Das alles war es aber wert f\u00fcr das Community-Gef\u00fchl, das entstanden ist, haupts\u00e4chlich mit den anderen Freiwilligen. Mit der Gastfamilie haben wir zusammen gegessen und ab und zu einen Karaoke-Abend im alten Silo veranstaltet. Die Arbeit war aber definitiv h\u00e4rter als bei anderen H\u00f6fen, auf denen ich schon war.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-27887\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-27894\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe2-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe2-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe2-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/kiyuna-kuehe2-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die zweite Farm, auf der ich ausgeholfen habe, ist die Igei-Farm, mit dem Auto nur knappe 20 Minuten entfernt. Angebaut werden hier haupts\u00e4chlich Kurkuma und Bananen, aber auch einige Sorten von S\u00fc\u00dfkartoffeln und vereinzelt weiteres Gem\u00fcse. Auch hier gilt generell 6 Stunden 6-mal die Woche, allerdings wird das sehr viel weniger streng durchgesetzt. Wenn zum Beispiel ein Eisa (eine Art Musikfestival) ansteht, wird die Arbeit auch mal einfach liegen gelassen. Auf der Igei-Farm waren sehr viel weniger konsistent freiwillige Helfer anwesend, ich war auch zwischendurch f\u00fcr eine ganze Woche die einzige Wwooferin. Das war f\u00fcr mich aber kein Problem, da ich dadurch mit der Gastfamilie sehr involviert war. Wahnsinnig liebe Menschen. Ein Ehepaar um die 80, die nach wie vor die relativ gro\u00dfe Farm allein schmei\u00dfen. Ich wei\u00df bis heute nicht, wie sie tats\u00e4chlich hei\u00dfen, da sie direkt darauf bestanden haben, T\u014d-san und K\u0101-san genannt zu werden. Au\u00dferdem waren die beiden nicht nur gut vernetzt mit den anderen Farmern der Gegend, sondern auch mit vielen interessanten und alteingesessenen Menschen aus Okinawa. Was dazu gef\u00fchrt hat, dass ich nicht nur eine impromptu Sanshin Lektion bekommen habe, sondern auch einiges an Okinawa-Dialekt aufsaugen konnte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-27889\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-banane-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-banane-225x300.jpg 225w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-banane-768x1024.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-banane-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-banane-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-banane-420x560.jpg 420w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-banane-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-27892\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-kurkuma-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-kurkuma-225x300.jpg 225w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-kurkuma-768x1024.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-kurkuma-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-kurkuma-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-kurkuma-420x560.jpg 420w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/igei-kurkuma.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Insgesamt war meine Zeit in Okinawa alles, was ich mir w\u00fcnschen konnte und mehr. Falls sich jetzt jemand denkt: wow, das klingt nach Spa\u00df, das w\u00fcrde ich vielleicht auch machen wollen \u2013 die Anmeldung f\u00fcr solche Programme in Japan sind tats\u00e4chlich relativ unkompliziert. F\u00fcr die Registrierung auf solchen Seiten ist eine Zahlung von ca. 5500 Yen notwendig und daraufhin bekommt man Zugang zu der vollen Liste an Hosts in Japan und die M\u00f6glichkeit, diese zu kontaktieren. Ab hier hei\u00dft es also, interessant aussehende H\u00f6fe anschreiben und auf Antwort warten. Die Gastgeber geben eigentlich auch immer mit an, ob sie gerade dringend Hilfe suchen oder eher nicht. Daran kann man sich auch orientieren, um Absagen zu vermeiden. Da die Arbeit nicht bezahlt wird und eher als Freundschaftsdienst statt Arbeit gehandelt wird, reicht ein Touristen-Visum vollkommen aus.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach ist das Wwoofing die beste Art, zu Reisen. So habe ich die M\u00f6glichkeit, nicht nur die touristischen St\u00e4dte zu erkunden, sondern auch in kleine Ecken zu gelangen, von denen ich vorher noch nie geh\u00f6rt habe. Das Aufeinandertreffen mit so vielen Einheimischen auf einer famili\u00e4ren Ebene ist auch ein riesiger Pluspunkt. Au\u00dferdem spart es sehr viele Kosten. Allerdings ist diese Arbeit definitiv nichts f\u00fcr Stadtkinder, die Insekten o.\u00e4. nicht abk\u00f6nnen. Nicht jeder der Gastgeber hat eine Farm, es gibt auch einige Caf\u00e9- oder Restaurant-Betriebe, aber das ist eher die Ausnahme.<br \/>\nAbschlie\u00dfend vielleicht noch ein Wort zu Japanisch-Kenntnissen: Falls man nicht konversationssicher ist \u2013 es gibt auch einige Gastgeber, die extra in ihre Profile schreiben, dass man auch auf Englisch kommunizieren k\u00f6nne. Die Auswahl ist so aber etwas eingeschr\u00e4nkt. Au\u00dferdem hat es meinem Japanisch sehr geholfen, f\u00fcr ein paar Wochen nicht die M\u00f6glichkeit zu haben, auf Englisch auszuweichen. Traut euch also ruhig, auch wenn das Sprechen noch wacklig sein sollte!<\/p>\n<p>Ich jedenfalls freue mich schon jetzt auf das n\u00e4chste Mal, wenn ich die M\u00f6glichkeit habe, in das Farmleben Japans einzutauchen. Vielleicht sehen wir uns ja dort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ein Bericht von Luise Ferneding.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luise Ferneding studiert bei uns am Institut Modernes Japan im Bachelor. Im April und Mai dieses Jahres war sie f\u00fcr Aushilfst\u00e4tigkeiten auf landwirtschaftlichen Betrieben auf Okinawa. Mehr dazu erfahrt ihr untenstehend in ihrem Bericht: Sagt euch das Wort Wwoofing etwas? 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