{"id":26539,"date":"2025-06-19T17:41:53","date_gmt":"2025-06-19T15:41:53","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=26539"},"modified":"2025-06-19T17:46:13","modified_gmt":"2025-06-19T15:46:13","slug":"sprachliche-bruecken-bauen-das-untertitelungsprojekt-zu-sunrise-ein-bericht-von-etnik-lekaj","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=26539","title":{"rendered":"Sprachliche Br\u00fccken bauen: Das Untertitelungsprojekt zu Sunrise &#8211; Ein Bericht von Etnik Lekaj"},"content":{"rendered":"<p><em>Der Bachelor-Studierende Etnik Lekaj berichtet im Folgenden von der Teilnahme am Untertitelungsprojekt zum japanischen Kurzfilm Sunrise im Seminar von Dr. Michaela Oberwinkler:<\/em><\/p>\n<p>Japan brachte bereits gro\u00dfe Filmemacher:innen wie Akira Kurosawa, Hayao Miyazaki, Hirokazu Koreeda oder Satoshi Kon hervor, deren Werke seit jeher Filmfans aller Welt begeistern. Ohne dass ihre Filme \u00fcbersetzt worden w\u00e4ren, h\u00e4tten sie allerdings niemals den Ruhm au\u00dferhalb Japans erlangt, der ihnen heute zuteilwird. Gute \u00dcbersetzungen sind entscheidend f\u00fcr die globale Anerkennung von Filmen und Filmemacher:innen. Doch was genau macht eine gute \u00dcbersetzung aus? Mit dieser Frage besch\u00e4ftigten wir uns im diesj\u00e4hrigen Untertitelungskurs unter der Leitung von Dr. Michaela Oberwinkler und zwei Mitarbeiter:innen der Japan Visualmedia Translation Academy (JVTA). Der Film, den wir \u00fcbersetzen sollten: Sunrise. Ein Kurzfilm von der Nachwuchsfilmemacherin Natsuka Yashiro aus Japan.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In dem Film spielt die Regisseurin und Autorin selbst die Hauptrolle des gleichnamigen Charakters Yashiro. Yashiro m\u00f6chte Filmemacherin werden, ist allerdings von Selbstzweifeln geplagt, die sie beinahe davon abhalten, sich ihren Lebenstraum zu erf\u00fcllen. Von au\u00dfen erh\u00e4lt sie sowohl Zuspruch als auch entmutigende Stimmen, die ihr einreden wollen, es sei reine Zeitverschwendung. Im H\u00f6hepunkt des Films \u00fcberwindet sie aber diese Zweifel und fasst den Entschluss, sich ihren Traum zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Der Film wurde zuvor von den Mitarbeiter:innen der JVTA transkribiert und uns zum Schauen und Lesen zur Verf\u00fcgung gestellt. In Gruppen von vier Studierenden sollten wir den uns zugeteilten Abschnitt des Films gemeinsam ins Englische \u00fcbersetzen und anschlie\u00dfend mit dem gesamten Kurs besprechen. F\u00fcr die nachfolgenden Sitzungen wurden uns andere Abschnitte zugeteilt, deren \u00dcbersetzungen wir \u00fcberarbeiten sollten. Die Mitarbeiter:innen des JVTA leiteten diese Sitzungen, gaben uns Feedback und standen uns f\u00fcr alle m\u00f6glichen Fragen zur Verf\u00fcgung. Geschickt vermieden sie es jedoch, uns direkte L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu geben. Selbst wenn sie bereits ein bestimmtes Wort im Kopf hatten, gaben sie uns lediglich Denkanst\u00f6\u00dfe und lie\u00dfen nicht locker, bis wir eine zufriedenstellende Alternative gefunden hatten.<\/p>\n<p>Im Laufe des Kurses wurde der Inhalt des Films sowie die Bedeutung der Dialoge immer klarer. Verschiedene \u00dcbersetzungen boten verschiedene Interpretationsm\u00f6glichkeiten, doch mit jeder \u00dcberarbeitung flossen neue Ideen ein, und es wurden neue Erkenntnisse gewonnen. So dachten anfangs noch einige Studierende, es handele sich bei dem Film um einen Thriller, doch stellte es sich sp\u00e4ter als Coming-of-Age-Drama heraus. Das Highlight war die letzte Sitzung, an der die Regisseurin, Autorin sowie Hauptdarstellerin des Films, Yashiro, teilnahm. Wir hatten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, um Unklarheiten zu beseitigen, und erhielten Einblicke in ihre Intentionen, \u00fcber die wir bis dahin nur mutma\u00dfen konnten. Es stellte sich zudem heraus, dass es sich bei dem Film um eine Darstellung ihrer eigenen Erfahrungen aus der Schulzeit handelt.<\/p>\n<p>Ob sich die junge Natsuka Yashiro irgendwann zu den oben genannten internationalen Ber\u00fchmtheiten der japanischen Filmindustrie einreihen darf, bleibt abzusehen; doch ich hoffe, dass wir ihr durch unsere \u00dcbersetzung zumindest ein wenig unter die Arme greifen konnten.<\/p>\n<p>Ein Bericht von Etnik Lekaj.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bachelor-Studierende Etnik Lekaj berichtet im Folgenden von der Teilnahme am Untertitelungsprojekt zum japanischen Kurzfilm Sunrise im Seminar von Dr. Michaela Oberwinkler: Japan brachte bereits gro\u00dfe Filmemacher:innen wie Akira Kurosawa, Hayao Miyazaki, Hirokazu Koreeda oder Satoshi Kon hervor, deren Werke seit jeher Filmfans aller Welt begeistern. 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