{"id":26462,"date":"2025-05-13T17:57:15","date_gmt":"2025-05-13T15:57:15","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=26462"},"modified":"2025-05-13T18:18:02","modified_gmt":"2025-05-13T16:18:02","slug":"nebenjob-im-auslandssemester-ein-bericht-von-marie-wanninger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=26462","title":{"rendered":"Nebenjob im Auslandssemester &#8211; Ein Bericht von Marie Wanninger"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-26463\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0017-253x300.jpg\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0017-253x300.jpg 253w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0017-863x1024.jpg 863w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0017-768x911.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0017.jpg 1284w\" sizes=\"(max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/p>\n<p>Einen Nebenjob w\u00e4hrend des Auslandaufenthalts in Japan haben. Dar\u00fcber haben bestimmt viele von euch schon einmal nachgedacht. Ein bisschen Geld verdienen und vielleicht noch die eigenen Sprachkenntnisse verbessern \u2013 aber wie ist das wirklich? Marie Wanninger (KF-Bachelor Modernes Japan) hat im letzten Jahr an der Doshisha-Universit\u00e4t in Ky\u014dto studiert und nebenher in einem Ramen-Laden gearbeitet. Dies war jedoch \u201ekein normaler Ramen-Laden\u201c, wie sie selbst sagt, sondern einer, der sich auf glutenfreie und vegane Ramen spezialisiert hat. Sie arbeitete dort als Servicekraft, bediente G\u00e4ste, k\u00fcmmerte sich um die Speisen und um das Saubermachen. Wie es sonst so war und welche Herausforderungen es gab, erz\u00e4hlte sie uns im Interview.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Marie, wie bist Du auf den Job im Ramen-Laden eigentlich aufmerksam geworden? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich bin damals durch einen Bekannten vermittelt worden. Es gibt aber auch eine Seite auf der man nach Jobs schauen kann (hier spezifisch f\u00fcr Ausl\u00e4nder: <a href=\"https:\/\/www.yolo-japan.com\/en\/\">YOLO JAPAN<\/a> Services and Jobs in Japan for foreign nationals living and working in Japan).<\/p>\n<p><strong><em>\u2026und hattest Du irgendwelche Vorerfahrungen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein, ich habe vorher noch nie in der Gastronomie oder so gearbeitet.<\/p>\n<p><strong><em>Was f\u00fcr Bewerbungsunterlagen brauchtest Du und wie lief das Bewerbungsgespr\u00e4ch ab?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Da ich vermittelt wurde, musste ich nur meinen Stempel vorweisen k\u00f6nnen und eine Kopie meines Visas abgeben. Ich habe direkt mit dem Chef gesprochen, der zB Fragen zu verschiedenen Themen gestellt hat: z.B. Wie viel ich an der Uni zu tun habe; wie oft und lange\u00a0 ich arbeiten m\u00f6chte; wie gut mein Englisch\/Japanisch ist; ob ich schon einmal einen Nebenjob gemacht habe.<\/p>\n<p><strong><em>Das ging ja schon mal einfach. Aber wie war das mit dem Visum und der Universit\u00e4t? Gab es da spezielle Voraussetzungen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nein, von der Universit\u00e4t aus nicht, aber, wenn man in Japan einreist, legt man bei der Grenzkontrolle sein Visum vor. Man wird dann gefragt, ob man arbeiten m\u00f6chte. Ich w\u00fcrde empfehlen, egal ob man vor hat zu arbeiten oder nicht, dies zu bejahen. Denn dann bekommt man einen ganz bestimmten Stempel, der es einem erlaubt \u00fcberhaupt arbeiten zu d\u00fcrfen. Wenn man dann sp\u00e4ter nicht arbeiten sollte, ist das nicht schlimm. Ich w\u00fcrde das nur empfehlen, da man sonst, wenn man bei der Grenzkontrolle ablehnt, sich aber sp\u00e4ter entscheidet arbeiten zu wollen, zu einer bestimmten Stelle in Japan muss, um sich das dort nachtr\u00e4glich ausstellen zu lassen, was sehr zeitintensiv und l\u00e4stig sein kann.<\/p>\n<p>Es gibt zu dem Stempel dann ein Blatt, wo alle Vorschriften draufstehen (wie lange und wie oft man arbeiten darf, wo und wo nicht, etc.)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-26464\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0029-231x300.jpg\" alt=\"\" width=\"231\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0029-231x300.jpg 231w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0029-790x1024.jpg 790w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0029-768x996.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0029-1185x1536.jpg 1185w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG-20250403-WA0029.jpg 1234w\" sizes=\"(max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>Okay, alles klar! Und als Du dann angefangen hast im Ramen-Laden zu arbeiten, wie sah das aus? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich habe anfangs drei Mal die Woche gearbeitet immer von 15 Uhr bis ungef\u00e4hr 0 Uhr. Ich wurde allerdings aber auch anfangs nicht \u201erichtig\u201c bezahlt, wegen Probearbeiten Danach habe ich auf zwei Tage reduziert und habe von 16\/17 Uhr bis ca. 23 Uhr gearbeitet und es konnte nur freigenommen werden, wenn man Ersatz gefunden hat oder wirklich sehr krank ist. Insgesamt habe ich etwas \u00fcber ein halbes Jahr dort gearbeitet.<\/p>\n<p><strong><em>\u2026und die Bezahlung? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, ich habe pro Stunde ca. 1000\/1500 Yen verdient. Manchmal gab es bei Einzelnen ein paar Yen als Bonus, aber woran das festgemacht wurde, wei\u00df ich nicht.<\/p>\n<p>Ich habe auch anfangs netterweise einen Pendler-Bonus bekommen, da ich da noch in Kyotanabe gewohnt habe. (Dies ist ca. 40 Minuten mit der Bahn vom Stadtkern in Ky\u00f4to entfernt)<\/p>\n<p><strong><em>\u2026von den ganz praktischen Dingen einmal abgesehen, eine Frage, die wohl viele besch\u00e4ftigt: Wie ging es Dir mit Deinen japanischen Sprachkenntnissen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es war anfangs schon recht schwierig, da unter den Kolleg*innen viel Keigo gesprochen wurde. Aber man ist durch den st\u00e4ndigen Kontakt schnell reingekommen und hat die internen Phrasen \u00fcbernommen ?<\/p>\n<p>Diese Arbeitsstelle war jedoch auch sehr auf Ausl\u00e4nder ausgelegt, also habe ich mit den Kund*innen nur sehr selten Japanisch gesprochen. Eher Deutsch (ja, viele Deutsche waren da haha) und Englisch.<\/p>\n<p>Aber insgesamt gefiel es mir, dass man gezwungen war, auf Japanisch zu sprechen. (Man kann doch oft mehr als man sich zutraut!)<\/p>\n<p><strong><em>Wie war das Verh\u00e4ltnis zu den Kolleg*innen und Deinem Chef?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mit den anderen Studierenden, die dort gearbeitet haben, habe ich mich zun\u00e4chst sehr gut verstanden. Wir konnten uns viel zu positiven als auch negativen Dingen austauschen. Zu meinen Chef hatte ich so ein recht gutes Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p><strong><em>Gab es auch Situationen, die Du besonders herausfordernd fandest?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wenn es Probleme mit Bestellungen gab, war es teilweise schwer das auf Japanisch zu kommunizieren, vor allem wenn es schnell gehen musste. Der Laden war immer voll, weshalb alle oft gestresst waren, da war es oft so, dass meine limitierten Sprachkenntnisse im Weg waren.<\/p>\n<p><strong><em>Und was hat Dir vielleicht auch gar nicht gefallen? Womit hattest Du richtige Probleme?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Immer wenn Fehler gemacht wurden, bekamen die ausl\u00e4ndischen Aushilfen Schuld daf\u00fcr (ich inkludiert). Ich wurde beleidigt und beschimpft und den ausl\u00e4ndischen Aushilfen wurden die Arbeitszeiten gestrichten, weil \u201edie Japaner das Geld gerade mehr brauchen\/verdienen\u201c. Man wurde mit unglaublichem Druck und Drohungen konfrontiert.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis mit meinen Kollegen war zun\u00e4chst sehr gut. Wenn problematische Sachen passiert sind, hatte ich zun\u00e4chst immer das Gef\u00fchl, dass ich mich an meine Gruppe aus anderen Kollegen wenden kann, die mich in schwierigen Zeiten sehr supportet haben. Als ich mich dann aber entschlossen habe zu k\u00fcndigen wurde mir mein letztes Gehalt verweigert, und ich sollte dieses pers\u00f6nlich bei einer internen Feier abholen kommen. Als ich dann da war, hat keiner mehr von meinen \u201eFreunden\u201c mit mir geredet. Ich h\u00e4tte \u201edie Firma und meine Kollegen mit meiner K\u00fcndigung hintergangen\u201c. Ich war kein Teil der Gruppe mehr und das hat mich sehr geschockt.<\/p>\n<p><strong><em>Oh, das klingt nat\u00fcrlich hart und ist wirklich eine unsch\u00f6ne Erfahrung. Kannst Du es trotzdem weiterempfehlen einen Nebenjob in Japan zu machen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst w\u00fcrde ich das, wenn es sich anbietet, dringend empfehlen. Nicht nur meine Sprachkenntnisse haben sich verbessert, auch Skills, die man so im Arbeitsleben braucht, konnte ich ausweiten und vertiefen.<\/p>\n<p>Aber auch: Falls ihr \u00e4hnliche Erfahrungen machen solltet, k\u00f6nnt ihr jederzeit k\u00fcndigen. Nur weil ihr in Japan seid und damit vielleicht nicht zu 100% flie\u00dfend die Sprache sprecht, d\u00fcrft ihr euch trotzdem f\u00fcr <strong>euch<\/strong> und gegen den Job einsetzen.<\/p>\n<p>Es gibt ganz viele Jobs! Irgendwo wird was Passendes dabei sein!<\/p>\n<p><strong><em>Absolut richtig! Vielen Dank, Marie, f\u00fcr Deine Einblicke!<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Nebenjob w\u00e4hrend des Auslandaufenthalts in Japan haben. Dar\u00fcber haben bestimmt viele von euch schon einmal nachgedacht. Ein bisschen Geld verdienen und vielleicht noch die eigenen Sprachkenntnisse verbessern \u2013 aber wie ist das wirklich? Marie Wanninger (KF-Bachelor Modernes Japan) hat im letzten Jahr an der Doshisha-Universit\u00e4t in Ky\u014dto studiert und nebenher in einem Ramen-Laden gearbeitet. Dies war jedoch \u201ekein normaler Ramen-Laden\u201c, wie sie selbst sagt, sondern einer, der sich auf glutenfreie und vegane Ramen spezialisiert hat. Sie arbeitete dort als Servicekraft, bediente G\u00e4ste, k\u00fcmmerte sich um die Speisen und um das Saubermachen. 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