{"id":26387,"date":"2025-05-08T18:28:53","date_gmt":"2025-05-08T16:28:53","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=26387"},"modified":"2025-05-13T18:29:39","modified_gmt":"2025-05-13T16:29:39","slug":"wimis-erzaehlen-mirco-heller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=26387","title":{"rendered":"\u201eWiMis erz\u00e4hlen\u201c \u2013 Mirco Heller"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>In unserem vierten Beitrag zu \u201eWiMis erz\u00e4hlen\u201c berichtet unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Mirco Heller \u00fcber seine Arbeit, den Forschungsalltag und seine Eindr\u00fccke aus dem Leben in Japan.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kannst du dich kurz selbst vorstellen? Wo und was hast du studiert? <\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Name ist Mirco Heller und ich bin sozusagen ein Eigengew\u00e4chs der HHU. Meinen Bachelor habe ich damals hier in Modernes Japan und Germanistik abgelegt und mich w\u00e4hrend der Studienzeit bereits als Fachschaftsrat und Tutor im Institutsleben eingebracht. Dadurch hatte ich fr\u00fch die M\u00f6glichkeit unterschiedlichste Einblicke in die Perspektiven von Lehrenden und Studierenden zu erhalten, was mir auch heute noch dabei hilft, mich in die Lage der aktuellen Studis hineinzuversetzen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach meinem Bachelor hatte ich aber erst mal genug vom Unileben und zog zur\u00fcck nach Tokyo, wo ich unter anderem f\u00fcr eine japanische Filmproduktionsfirma und f\u00fcr ein Start-Up in der Messenger-App-Branche arbeitete. Das Interesse an der Wissenschaft lie\u00df mich allerdings nicht los, weshalb ich mich dazu entschied nach D\u00fcsseldorf zur\u00fcckzukehren und meinen Master in Modernes Japan abzulegen.<\/p>\r\n<p><!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie kamst du zur Japanologie?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oje, lange Geschichte in Kurzfassung: Das war eigentlich schon entschieden, als ich sieben Jahre alt war. Wie wohl die meisten Japanologie Studierenden, bin auch ich mit dem Einfluss japanischer Popkultur wie Anime etc. aufgewachsen. In der Grundschule begann ich eigene Kurzgeschichten zu meinen Lieblingsanimes zu schreiben. Das Interesse an Animes lie\u00df nach und wurde durch meine Begeisterung f\u00fcr japanische Literatur &amp; Musik sowie f\u00fcr gesellschaftliche Themen abgel\u00f6st. Meine Leidenschaft f\u00fcrs Schreiben blieb dabei die Konstante, die die Japanbezogenen Interessensfelder immer verbunden hielt. An der HHU in D\u00fcsseldorf sah ich f\u00fcr mich die beste M\u00f6glichkeit, meine inhaltlichen Interessen und F\u00e4higkeit miteinander zu vereinbaren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie kam es dazu, dass du dich f\u00fcr eine Promotion entschieden hast?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gesagt, lie\u00df mich die Wissenschaft schon w\u00e4hrend meiner Zeit in Japan nicht los \u2013 das Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten war gro\u00df, an eine Promotion hatte ich allerdings noch nicht gedacht. Im Masterstudium wurde ich dann wissenschaftliche Hilfskraft am Institut, ehe mir 2022 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter angeboten wurde. Dies kam f\u00fcr mich damals recht \u00fcberraschend, da ich den Master noch nicht abgeschlossen hatte und parallel zu den ersten Kursen auch meine Masterarbeit zu Ende schreiben musste. Aber die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum mit ausgew\u00e4hlten Themen wissenschaftlich intensiv auseinandersetzen zu k\u00f6nnen, war f\u00fcr mich besonders reizvoll. Daher war dieser Schritt f\u00fcr mich folgerichtig.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sagen wir besser: Wie sieht mein \u201aidealer\u2018 Standard-Tag aus? \u2013 in der Wissenschaft geh\u00f6rt eigentlich der ganze Tag zur Arbeit (lacht.). Morgens laufe ich zun\u00e4chst eine Runde durch den Stadtwald, um schon mal den Kopf auf Betriebstemperatur zu bekommen und die Natur etwas zu genie\u00dfen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich mich auf den Weg zur Uni mache, kompensiere ich mein sportliches Pflichtprogramm mit einer wohlverdienten t\u00e4glichen Schokoladendosis \u2013 in Form eines Schokocroissants von Terbuyken. Manchmal auch zwei. Schlie\u00dflich braucht Wissenschaft Energie \u2013 und Nervennahrung. Gest\u00e4rkt und voller Tatendrang geht es anschlie\u00dfend in mein B\u00fcro, das eigentlich so ger\u00e4umig ist, dass man locker ein kleines Tanzstudio unterbringen k\u00f6nnte. Leider fehlt es aber bisher an Unterst\u00fctzer*innen f\u00fcr mein \u201eScience meets K-Pop Dance\u201c-Konzept. Vormittags stehen dann die Klassiker an: Kursvorbereitungen, Korrekturen von Arbeiten und Recherchet\u00e4tigkeiten \u2013 also die \u201eunsichtbare\u201c Wissenschaft, die viel Zeit frisst, aber ebenfalls zum Prozess eigener wissenschaftlicher Arbeiten beitr\u00e4gt. Nachmittags wird\u2019s dann sozial: Kurse, Sprechstunden, Meetings \u2013 wahlweise produktiv, heiter oder beides gleichzeitig. Bevor ich mich zum Ausklang noch zwei Stunden dem Schreiben meiner Dissertation widme, treiben mich am fr\u00fchen Abend dann die leidigen menschlichen Bed\u00fcrfnisse nach Nahrung regelm\u00e4\u00dfig entweder f\u00fcr was Ausgewogenes in ein koreanisches\/japanisches Restaurant oder \u2013 f\u00fcr die Vollendung meiner \u00dcberdosis Zucker \u2013 zu einem Bubble-Tea-Laden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2363\" height=\"1772\" class=\"wp-image-26424\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_8355-min-edited.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_8355-min-edited.jpeg 2363w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_8355-min-edited-300x225.jpeg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_8355-min-edited-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_8355-min-edited-768x576.jpeg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_8355-min-edited-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_8355-min-edited-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 2363px) 100vw, 2363px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aussicht im Stadtwald.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist der Unterschied zwischen der T\u00e4tigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und der\u00a0Forschung? Wie versuchst du beides unter einen Hut zu bringen?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Vereinbarkeit betrifft, hilft mir vor allem eines: Ich mache meine Arbeit wirklich gerne \u2013 so sehr, dass sie sich f\u00fcr mich oft gar nicht wie \u201eArbeit\u201c anf\u00fchlt, sondern eher wie eine sinnvolle T\u00e4tigkeit, die mir Spa\u00df macht. Klar, Pausen und Freir\u00e4ume sind wichtig, aber wenn man f\u00fcr ein Thema brennt, ist es v\u00f6llig okay, auch mal abends oder am Wochenende ein paar Stunden ins Forschen zu investieren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Worum geht es in deiner Forschung?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meiner Forschung setze ich mich kritisch mit Erlebnisr\u00e4umen in Japan auseinander. Besonders interessiert mich dabei die Bedeutung von Konsum \u2013 exemplarisch untersuche ich dies anhand ausgew\u00e4hlter Destinationen, wie etwa der Themengastronomie. Gleichzeitig besch\u00e4ftige ich mich mit dem Zusammenspiel von Erlebniskonsum und digitalen R\u00e4umen, zum Beispiel am Fall der Social-Media-App BeReal.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie kamst du zu dem Thema?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon seit l\u00e4ngerem besch\u00e4ftige ich mich in literarischen Arbeiten mit Kritik am Konsumverhalten zeitgen\u00f6ssischer Gesellschaften. Auch im Studium habe ich daher meist Themenbereiche gew\u00e4hlt, in denen ich mein Wissen \u00fcber Konsumformen und deren Einfl\u00fcsse erweitern konnte. Vor allem der Einfluss von Konsumverhalten auf zwischenmenschliche Beziehungen hat mich dabei immer gereizt. In Japan, vor allem in Tokyo, gibt es nahezu endlose Ausgehm\u00f6glichkeiten \u2013 und beinahe alles wird in einen Konsumrahmen eingebettet. Diese Beobachtungen haben mich damals in Japan stark zum Nachdenken angeregt. Daher begann ich mich zunehmend f\u00fcr Themenr\u00e4ume wie Themenparks und Themengastronomie zu interessieren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Themenpark Fuji-Q Highland (links) und ein Caf\u00e9 im koreanisch gepr\u00e4gten Shin-Okubo in Shinjuku (rechts):<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"26438\" class=\"wp-image-26438\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/F692FCF8-255D-4362-B9A9-F17B21C08804-min-1024x768.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/F692FCF8-255D-4362-B9A9-F17B21C08804-min-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/F692FCF8-255D-4362-B9A9-F17B21C08804-min-300x225.jpeg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/F692FCF8-255D-4362-B9A9-F17B21C08804-min-768x576.jpeg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/F692FCF8-255D-4362-B9A9-F17B21C08804-min-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/F692FCF8-255D-4362-B9A9-F17B21C08804-min-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"26440\" class=\"wp-image-26440\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/62B33693-944B-4B88-9614-3250EFB64151-min-768x1024.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/62B33693-944B-4B88-9614-3250EFB64151-min-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/62B33693-944B-4B88-9614-3250EFB64151-min-225x300.jpeg 225w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/62B33693-944B-4B88-9614-3250EFB64151-min-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/62B33693-944B-4B88-9614-3250EFB64151-min-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/62B33693-944B-4B88-9614-3250EFB64151-min-420x560.jpeg 420w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/62B33693-944B-4B88-9614-3250EFB64151-min-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was macht dir beim Forschen am meisten Spa\u00df?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die stetige Horizonterweiterung. Selbst bei Themen, bei denen man sich bereits sehr fundiertes Wissen angeeignet hat, er\u00f6ffnen sich immer wieder neue Perspektiven, die es zu entdecken lohnt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was war dein sch\u00f6nstes Erlebnis w\u00e4hrend dieses Jobs?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meinem Job erlebt man nat\u00fcrlich durch Forschung, Dienstreisen und den Unialltag so einiges. Sch\u00f6ne Dinge, lustige Momente und gelegentlich auch Kurioses. Doch statt das <em>eine sch\u00f6nste<\/em> Erlebnis herauszupicken, m\u00f6chte ich eher das nennen, was meine T\u00e4tigkeit f\u00fcr mich am meisten bereichert: Es ist unglaublich erf\u00fcllend, die Entwicklung von Studierenden mitzuerleben und sie auf ihrem Weg durch die verschiedenen Etappen des universit\u00e4ren Lernens zu begleiten. Manche von ihnen habe ich bereits in den ersten Semestern in den Blockkursen kennengelernt und sp\u00e4ter im fortgeschrittenen Semester auch in den Themenmodulen unterrichtet. Dabei sieht man, wie sehr sie im Umgang mit wissenschaftlichen Texten gewachsen sind \u2013 und wie sie auch pers\u00f6nlich gereift sind. Das mitzuerleben, empfinde ich als etwas ganz Besonderes.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kannst du deine Forschung in drei Worten zusammenfassen? Sei es inhaltlich, oder auch die Gef\u00fchle, die damit verbunden sind?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erleben, Hyperkonsum, Illusion.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was sind deine Aufgaben im Mittelbau?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben meinen Lehrt\u00e4tigkeiten bin ich unter anderem f\u00fcr den Modernes Japan Weblog zust\u00e4ndig und fungiere als Tutorienbeauftragter. In letzterer Rolle verantworte ich die Auswahl, Einstellung und Betreuung der Tutor*innen. Das ist eine abwechslungsreiche und auch unterhaltsame Aufgabe, da man die Tutor*innen bei ihren ersten Lehraufgaben und -erfahrungen begleitet und sie fernab ihrer gewohnten Studierenden-Rolle erlebt (\u00dcbrigens: Aktuell sind wieder Tutor*innenstellen ausgeschrieben, wenn sich also jemand berufen f\u00fchlt, darf man sich gerne bewerben).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich organisiere ich aktuell mit meiner Kollegin Ramona Rosalewski den anstehenden Berufs-Infotag Mitte Juni und bringe mich in verschiedenen Kommissionen rund um Pr\u00fcfungsmodalit\u00e4ten ein, wenn diese anstehen. Au\u00dferdem bin ich Mitglied der Auswahlkommission f\u00fcr die Japan-Austauschpl\u00e4tze: Das bedeutet f\u00fcr mich jedes Semester die Forschungsvorhaben und Bewerbungen durchzuarbeiten und an den Auswahlverfahren teilzunehmen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aufgrund deiner aktuellen Vollzeitstelle gibst du dieses Semester zwei Lehrveranstaltungen. Was findest du daran herausfordernd und was macht dir Spa\u00df?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich genie\u00dfe die Arbeit am Institut nach wie vor sehr. Besonders die Lehre und der Austausch mit den Studierenden macht mir gro\u00dfen Spa\u00df. Auch wenn man sich zu Beginn wohl nicht ausgemalt hat, wie zeitaufwendig dieser Bereich der Arbeit sein kann. Manchmal ist es daher ein bisschen m\u00fchsam, f\u00fcr die eine oder den anderen Studierenden mitzudenken und regelm\u00e4\u00dfig an organisatorische Dinge oder Fristen zu erinnern. So muss sich meine Mutter gef\u00fchlt haben, als ich f\u00fcnf Jahre alt war. Allerdings liegt meine Studienzeit ja auch noch nicht allzu lange zur\u00fcck, weshalb ich dann den Ged\u00e4chtnissen der jungen zerstreuten Studis gern mal wieder auf die Spr\u00fcnge helfe (lacht).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was sch\u00e4tzt du am MoJa-Institut am meisten?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sch\u00e4tze das freundliche und lockere Miteinander am Institut sehr. Besonders in den Mittagspausen entwickeln sich oft die wildesten Gespr\u00e4chsverl\u00e4ufe: Von hochseri\u00f6sen wissenschaftlichen Debatten bis hin zu den Diskussionen \u00fcber die beste Kartoffelsorte und spekulative Alternativszenarien, in denen die Unig\u00e4nse heimlich an einem Masterplan zur Weltherrschaft t\u00fcfteln \u2013 Campus\u00fcbernahme inklusive. Solche kreativen Gedankenspiele sind nur einer von vielen Gr\u00fcnden, weshalb ich die Arbeitsatmosph\u00e4re am Institut als sehr angenehm und inspirierend empfinde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Du hast ja bereits in Japan gelebt, aus welchem Grund und wie lange?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend meines Bachelor-Studiums habe ich zun\u00e4chst ein Auslandsjahr an der Bunkyo-Universit\u00e4t in Saitama absolviert und sp\u00e4ter ein Praktikum bei einem deutschen Medizintechnikunternehmen in der N\u00e4he von Osaka gemacht. Nach dem Abschluss bin ich \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 zum Arbeiten wieder nach Tokyo zur\u00fcckgekehrt. Besonders pr\u00e4gend war f\u00fcr mich dort die Zeit in der Filmproduktionsfirma, vor allem aufgrund der vielf\u00e4ltigen Aufgabenbereiche.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"26442\" class=\"wp-image-26442\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E3E718B8-AAEA-4E37-BE63-7A733129882B-min-1024x768.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E3E718B8-AAEA-4E37-BE63-7A733129882B-min-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E3E718B8-AAEA-4E37-BE63-7A733129882B-min-300x225.jpeg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E3E718B8-AAEA-4E37-BE63-7A733129882B-min-768x576.jpeg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E3E718B8-AAEA-4E37-BE63-7A733129882B-min-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E3E718B8-AAEA-4E37-BE63-7A733129882B-min-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"26444\" class=\"wp-image-26444\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/BD8A79D1-CB58-40D7-96E5-49E02C24D4CF-min-768x1024.jpeg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/BD8A79D1-CB58-40D7-96E5-49E02C24D4CF-min-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/BD8A79D1-CB58-40D7-96E5-49E02C24D4CF-min-225x300.jpeg 225w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/BD8A79D1-CB58-40D7-96E5-49E02C24D4CF-min-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/BD8A79D1-CB58-40D7-96E5-49E02C24D4CF-min-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/BD8A79D1-CB58-40D7-96E5-49E02C24D4CF-min-420x560.jpeg 420w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/BD8A79D1-CB58-40D7-96E5-49E02C24D4CF-min-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was genau hast du bei dem Unternehmen gemacht?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben \u00fcberwiegend Werbe- und Musikvideos produziert. Da unser Unternehmen viele Projekte (aber wenig Mitarbeiter) hatte, war man in alle Entwicklungsschritte involviert und konnte sich auf vielen Ebenen des kreativen Schaffens einbringen \u2013 was ich als sehr erf\u00fcllend empfand. Dem Konsumkritiker in mir fielen dabei nat\u00fcrlich auch diverse Dinge auf, sodass der Wunsch wuchs, sich mit bestimmten Beobachtungen wissenschaftlich und kritisch auseinandersetzen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kannst du uns einen Fun Fact, einen Geheimtipp, ein Must Have oder Must Do in Japan nennen?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Empfehlen k\u00f6nnte ich vieles: Meine Lieblingsdestination in Japan, Enoshima, zum Beispiel. Dabei handelt es sich um eine bergige Halbinsel an der K\u00fcste von Kanagawa, die eine Tempelanlage beherbergt und mit seinem Strand einen idealen Ort f\u00fcr Angler, Schwimmer und Surfer bietet. Und das sagt jemand, der eigentlich eher zur Fraktion \u201eBerg statt Brandung\u201c geh\u00f6rt. Enoshima schafft es aber mit seiner einzigartigen Mischung aus K\u00fcstenflair, Natur und kulturellen Highlights selbst mich als bekennenden Meeres-Skeptiker zu begeistern. \u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer es hingegen lieber musikalisch mag, dem lege ich Tokyos Musikbars und -caf\u00e9s ans Herz. W\u00e4hrend meines Studiums an der Bunkyo-Universit\u00e4t habe ich so einige Abendstunden in einer lokalen Jazzbar verbracht \u2013 was harmlos begann, endete in einer ernsthaften Jazz-Leidenschaft. In und um Tokyo gibt es in dieser Hinsicht eine wahre Schatzkiste an Klangwelten zu entdecken \u2013 von smooth bis schr\u00e4g ist alles dabei.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>K\u00f6nntest du dir vorstellen, langfristig in Japan zu leben? Warum?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mirco im Alter von Anfang 20 h\u00e4tte mit einem konsequenten \u201aJa\u2018 geantwortet. Da ich aber inzwischen schon zwei Mal in Japan gelebt habe, ist es nicht mein absolutes Ziel. Ob ich k\u00fcnftig noch einmal l\u00e4ngere Zeit in Japan leben m\u00f6chte, w\u00fcrde ich daher eher von den beruflichen und privaten Gegebenheiten abh\u00e4ngig machen \u2013 sollte ich eines Tages vor dieser Entscheidung stehen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was machst du als Erstes, wenn du wieder in Japan bist?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine gute Frage! Ich w\u00fcrde sicher als Erstes mein Patenkind besuchen und mir anschlie\u00dfend seinen Vater (ein enger Freund von mir) schnappen, mit ihm einen ausgiebigen Onsen- und Izakaya-Besuch einlegen und zusammen die ganze Nacht K-Pop Songs beim Karaoke singen. Wenn mein Patenkind irgendwann alt genug ist, darf es nat\u00fcrlich mit \u2013 vorausgesetzt, es h\u00e4lt die Gesangseinlagen durch (lacht).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was w\u00fcrdest du MoJa-Studierenden raten, die sich f\u00fcr eine wissenschaftliche Karriere interessieren?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Legt euch genug Spotify-Playlists an, damit ihr immer genug Musikvariabilit\u00e4t im Repertoire habt, die euch durch die vielf\u00e4ltigen H\u00f6henfl\u00fcge und R\u00fcckschl\u00e4ge der wissenschaftlichen Karriere tragen k\u00f6nnen. Und abgesehen davon ein Rat, der universal im Leben gelten sollte: Geht mit einem L\u00e4cheln und einer positiven Einstellung durchs Leben und nehmt euch Zeit f\u00fcr eure Mitmenschen. Das macht vieles leichter \u2013 auch ohne Playlist.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Interview mit Mirco Heller<\/em>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserem vierten Beitrag zu \u201eWiMis erz\u00e4hlen\u201c berichtet unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Mirco Heller \u00fcber seine Arbeit, den Forschungsalltag und seine Eindr\u00fccke aus dem Leben in Japan. Kannst du dich kurz selbst vorstellen? Wo und was hast du studiert? Mein Name ist Mirco Heller und ich bin sozusagen ein Eigengew\u00e4chs der HHU. Meinen Bachelor habe ich damals hier in Modernes Japan und Germanistik abgelegt und mich w\u00e4hrend der Studienzeit bereits als Fachschaftsrat und Tutor im Institutsleben eingebracht. Dadurch hatte ich fr\u00fch die M\u00f6glichkeit unterschiedlichste Einblicke in die Perspektiven von Lehrenden und Studierenden zu erhalten, was mir auch heute noch dabei hilft, mich in die Lage der aktuellen Studis hineinzuversetzen. Nach meinem Bachelor hatte ich aber erst mal genug vom Unileben und zog zur\u00fcck nach Tokyo, wo ich unter anderem f\u00fcr eine japanische Filmproduktionsfirma und f\u00fcr ein Start-Up in der Messenger-App-Branche arbeitete. Das Interesse an der Wissenschaft lie\u00df mich allerdings nicht los, weshalb ich mich dazu entschied nach D\u00fcsseldorf zur\u00fcckzukehren und meinen Master in Modernes Japan abzulegen.<\/p>\n","protected":false},"author":60,"featured_media":26421,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[13,1859],"tags":[1271,2091,2133,1518,2090,2132],"class_list":["post-26387","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-featured","category-institutsleben","tag-arbeiten-in-japan","tag-arbeitsalltag","tag-filmproduktion","tag-forschung","tag-institutsleben","tag-wissenschaftlicher-mitarbeiter"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG05.jpeg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/60"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26387"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26387\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26449,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26387\/revisions\/26449"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/26421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}