{"id":25733,"date":"2024-07-09T17:07:23","date_gmt":"2024-07-09T15:07:23","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=25733"},"modified":"2024-07-09T17:10:25","modified_gmt":"2024-07-09T15:10:25","slug":"lilja-heiderich-und-anna-samusch-berichten-von-der-nippon-connection-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=25733","title":{"rendered":"Lilja Heiderich und Anna Samusch berichten von der Nippon Connection 2024"},"content":{"rendered":"<p><em>Unsere Studierenden Lilja Heiderich und Anna Samusch haben dieses Jahr das Filmfestival <a href=\"https:\/\/nipponconnection.com\/de\/start\/\">Nippon Connection<\/a> besucht. Hier teilen sie ihre Eindr\u00fccke rund um das Event und ihre Erfahrung mit dem Filmuntertitelungsprojekt.<\/em><\/p>\n<p>Die Nippon Connection ist <strong>das<\/strong> Film-Festival f\u00fcr japanischen Film. Sie fand vom 28. Mai bis zum 2. Juni 2024 in Frankfurt statt und wir (Lilja Heiderich und Anna Samusch) hatten die M\u00f6glichkeit, dieses Festival als studentische Vertreterinnen zu besuchen.<\/p>\n<p>Diese Gelegenheit ergab sich, da wir im Rahmen des Untertitelkurses von Frau Dr. Oberwinkler mit der JVTA (Japan Visualmedia Translation Academy) einen Film \u00fcbersetzt haben, der auf der Nippon Connection gezeigt wurde. Von Anfang April bis Mitte Mai \u00fcbersetzten wir gemeinsam mit ca. 20 weiteren Kommiliton*innen den Kurzfilm \u3046\u3089\u307c\u3093\u3048 ( <em>urabon e<\/em>, eng. The Bon Festival). Der Film handelt von einem K\u00fcnstler, dessen Sohn verstorben ist. Zentrale Themen sind Loslassen und Erl\u00f6sung. F\u00fcr das \u00dcbersetzungsprojekt wurde der Film in vier Abschnitte aufgeteilt, die dann jeweils von uns in Gruppen von 5-6 Personen \u00fcbersetzt wurden. Dabei hatten wir f\u00fcr einen Filmabschnitt zwei Wochen Zeit, bis wir die \u00dcbersetzung in einer Online-Sitzung besprachen. Eine Neuerung dieses Jahr war das Rotationssystem: Nach den Online-Sitzungen rotierte jede Gruppe zum n\u00e4chsten Filmabschnitt, der bereits von einer anderen Gruppe \u00fcbersetzt worden war. Dieses Vorgehen fanden wir pers\u00f6nlich sehr gut, da so Gruppen mit einem frischen Blickwinkel, noch fehlerhafte \u00dcbersetzungen von anderen Gruppen \u00fcberarbeiten bzw. ihre Arbeiten verbessern konnten. Au\u00dferdem f\u00fchrte dieses Vorgehen dazu, dass jede*r Einzelne alle Filmabschnitte \u00fcbersetzen konnte, was den positiven Effekt hatte, dass die \u00dcbersetzungen automatisch ziemlich einheitlich wurden.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25734 aligncenter\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp1.jpg\" alt=\"\" width=\"365\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp1.jpg 670w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp1-225x300.jpg 225w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp1-420x560.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bild: Anna Samusch<\/p>\n<p>Der Untertitelungskurs wird einmal im Jahr angeboten und kann von allen Studierenden des Instituts Modernes Japan belegt werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Unsere Eindr\u00fccke von der Nippon Connection<\/strong><\/h2>\n<p>Freitagmorgen kamen wir in Frankfurt an und konnten uns direkt unsere Filmmaker-Ausweise und die Schl\u00fcssel zur Unterkunft abholen.<\/p>\n<p>Die Nippon Connection hat uns in einer privaten Unterkunft, \u00e4hnlich einem Airbnb, untergebracht, die etwa eine halbe Stunde von den beiden Hauptkinos entfernt lag. Von dort aus ging es direkt zu den ersten Veranstaltungen des Festivals.<\/p>\n<p>Ein Highlight bestand aus dem Career Talk, der in diesem Jahr in die zweite Runde ging. Diese Veranstaltung war besonders interessant f\u00fcr uns MoJa-Studierende und wurde von der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Deutsch-Japanischen Wirtschaftskreises (DJW), Anne Pomsel, moderiert.<\/p>\n<p>Es gab vier G\u00e4ste, die ihre Erfahrungen und Karrierewege teilten:<\/p>\n<ul>\n<li>Bj\u00f6rn Eichst\u00e4dt, Managing Partner, Storymaker GmbH (Technologiekommunikationsunternehmen)<\/li>\n<li>Esther G\u00f6decke, Manager HR &amp; General Affairs, OILES Deutschland GmbH (Industrie)<\/li>\n<li>Christopher Hecker, Direktor, Deutscher Pavillon EXPO 2025 Osaka (Weltausstellung)<\/li>\n<li>Steffi K\u00f6rner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin, ADENI Recruitment Agency (Personalvermittlung)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einige der G\u00e4ste hatten Japanologie als Haupt- oder Nebenfach studiert und berichteten \u00fcber ihre Studienpraktika und den \u00dcbergang in berufliche Positionen mit Japanbezug.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-25735 aligncenter\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp2.jpg\" alt=\"\" width=\"422\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp2.jpg 699w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp2-225x300.jpg 225w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp2-420x560.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 422px) 100vw, 422px\" \/>Bild: Anna Samusch<\/p>\n<p>Die Diskussion war bereichernd und bot wertvolle Einblicke in verschiedene Karrierewege. Besonders spannend waren dabei die Ausf\u00fchrungen der Referent*innen, die trotz unterschiedlichster Branchen ihre Arbeit \u00fcbereinstimmend als Akt des \u201ekulturellen Br\u00fcckenbauens\u201c zwischen japanischen und ausl\u00e4ndischen Unternehmen beschrieben. Im Anschluss an die Diskussion gab es allgemeine Informationen \u00fcber Berufsfelder f\u00fcr Japanolog*innen und Aufenthalte in Japan. Unter anderem berichtete einer der Referenten von einem freiwilligen-sozialen Jahr, das er in Japan in einem buddhistischen Tempel absolviert hatte. Besonders erfreulich war, dass man den G\u00e4st*innen Fragen stellen konnte und sie nach dem Vortrag im Raum blieben, sodass man sich noch weiter mit ihnen unterhalten konnte. Vor allem f\u00fcr fortgeschrittene Japanologie-Studierende war der Talk bereichernd, da insbesondere die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von ADENI wertvolle Tipps zum Bewerben und Networking gab. F\u00fcr uns pers\u00f6nlich lag der Fokus jedoch etwas zu stark auf dem Werdegang, wodurch weniger Zeit blieb, um zu besprechen, wie die G\u00e4ste genau in ihrem Job Japanbezogen arbeiten. Dieser Aspekt h\u00e4tte uns auch sehr interessiert.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus haben wir zahlreiche Filme gesehen. Neben den Filmen \u201emissing\u201c und \u201eRipples\u201c, zu denen ihr Rezensionen auf der Instagram-Seite des Instituts f\u00fcr Modernes Japan finden k\u00f6nnt, hat uns besonders \u201eArirang Rhapsody\u201c beeindruckt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25736 aligncenter\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp3.png\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp3.png 567w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bildnp3-300x140.png 300w\" sizes=\"(max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bild: Kimoon Film<\/p>\n<p>\u201eArirang Rhapsody\u201c ist ein Dokumentarfilm \u00fcber die erste Generation von Zainichi Koreanerinnen , die w\u00e4hrend der japanischen Kolonialisierung Koreas nach Japan kamen oder gebracht wurden. Heutzutage versteht man unter dem Begriff Zainichi-Koreaner*innen, die koreanische Minderheit in Japan, die teils ohne japanische Staatb\u00fcrgerschaft in Japan lebt und Diskriminierung ausgesetzt ist. \u00a0Der Film konzentriert sich besonders auf koreanische Frauen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht nach Korea zur\u00fcckkehren konnten. Regisseur Sungwoong Kim hat \u00fcber zwei Jahrzehnte hinweg die Protagonistinnen begleitet und l\u00e4sst sie als Zeitzeuginnen von ihren Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und der bis heute andauernden Diskriminierung in Japan berichten. Der Film ist sehr beeindruckend und bewegend. Obwohl man merkt, dass versucht wurde, \u00fcber 20 Jahre Filmmaterial unterzubringen und der Film daher etwas lang ist, kam trotzdem das Gef\u00fchl auf, dass jede Szene von gro\u00dfer Bedeutung war. Besonders eindrucksvoll war die Szene der Anti-Kriegs Demonstration (siehe Bild), in der sich die Protagonistinnen trotz ihres hohen Alterszusammenschlossen, um sich offen gegen Krieg auszusprechen. Dabei trugen viele symbolisch Hanbok, ein traditionelles koreanisches Gewand. Nach dem Film gab es ein Q&amp;A mit dem Regisseur und wir hatten auch die Gelegenheit uns nach dem Screening mit ihm auszutauschen. Er berichtete das Aspekte der koreanischen Kultur wie Essen oder K-Pop mittlerweile deutlich positiver in Japan wahrgenommen werden w\u00fcrden. Jedoch sei die Auseinandersetzung mit der Kultur und der gemeinsamen Geschichte sehr oberfl\u00e4chlich und zu unkritisch.<\/p>\n<p>Neben den Vortr\u00e4gen und Filmen gibt es auch in den Pausen genug zu entdecken. Bei den zwei gr\u00f6\u00dften Locations des Festivals, welche dicht beieinander liegen, befindet sich eine Vielzahl an St\u00e4nden mit japanischem Essen, Trinken und weiteren kulturellen Eindr\u00fccken. So gibt es beispielsweise Sake und Matcha Geschmacksproben, <em>ukiyo-e<\/em> Poster (Genre des Holzschnittes und der Malerei in Japan, insbes. 17.-19. Jahrhundert) oder diese als Motiv auf <em>furoshiki <\/em>(Tuch, welches urspr\u00fcnglich zur Verpackung und als Beutel verwendet wurde) zu \u00a0.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass Produkte der japanischen Popkultur nicht im Vordergrund der Nippon Connection standen. St\u00e4nde von Nintendo mit der M\u00f6glichkeit zum Probespielen der Nintendo Switch bildeten eher eine Ausnahme. Der Fokus wurde vielmehr auf \u00a0traditionelle japanische Gegenst\u00e4nde gelegt.<\/p>\n<p>Bei der Podiumsdiskussion zum diesj\u00e4hrigen Thema der Nippon Connection, \u201eCrossing Borders\u201c, wurde offen \u00fcber die Problempunkte der japanischen Filmindustrie gesprochen. \u00a0Hierbei f\u00fchrte der Literatur\u00fcbersetzer Luk Van Haute seine drei G\u00e4ste Eric Nyari, Stephan Holl und Emi Ueyama durch das Gespr\u00e4ch. Sie alle arbeiten als Filmproduzent*innen im Zusammenhang mit japanischen Filmen und konnten somit spannende Einblicke geben. W\u00e4hrend der Diskussion wurde auch \u00fcber die \u00a0Bedeutung des Themas \u201eCrossing Borders\u201c gesprochen, welche in diesem Kontext vor allem auf die \u00a0Co-Produktionen zwischen mehreren L\u00e4ndern bezogen wurde, wozu auch unser Untertitelungsprojekt z\u00e4hlt. Internationale Film-Projekte zwischen Japan und anderen L\u00e4ndern nahmen besonders w\u00e4hrend der <em>Bubble-Economy<\/em> in den 1990ern stark zu, als viele japanische Unternehmen US-amerikanische Filmstudios kauften. In den folgenden Jahren blieben japanische Filme jedoch weit hinter asiatischen Konkurrenten. Der Oscar pr\u00e4mierte koreanische Film \u201eParasite&#8220; von 2019 habe aber die japanische Filmindustrie wachger\u00fcttelt und gezeigt, welches Potential in internationalen Produktionen stecke, so Nyari.<\/p>\n<p>Doch auch f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter g\u00e4be es noch viele Problempunkte in der Industrie: Ueyama zufolge sei die Kollaboration mit japanischen Produktionsfirmen teilweise trotz namhafter Schauspieler*innen schwierig. Au\u00dferdem g\u00e4be es einen strengen und komplizierten Zeitplan, welcher die Dreharbeiten erschwere. Holl f\u00fcgte hinzu, dass japanische Produktionsfirmen eine schnelle Produktion gegen\u00fcber einem gr\u00f6\u00dferen Budget bevorzugen. Interessant ist auch, dass normalerweise keine Proben mit japanischen Darsteller*innen stattf\u00e4nden, da die Agenturen dies untersagen. So sei ein japanisches Filmset sehr auf Effizienz ausgelegt und biete kaum M\u00f6glichkeit f\u00fcr Kreativit\u00e4t oder Innovation, erkl\u00e4rte Nyari. Weiter seien die Geh\u00e4lter f\u00fcr Schauspieler*innen und Crew in Japan vergleichsweise niedrig, was schlichtweg einen anderen Qualit\u00e4tsstandard als in anderen L\u00e4ndern bedeute, gleichzeitig biete dies aber einen potentiellen Anreiz f\u00fcr ausl\u00e4ndische Regisseur*innen. Diese tendieren jedoch zu einer romantisierten Darstellung Japans mit dem Fokus auf stereotypische Aspekte der japanischen Kultur, so Nyari. Abschlie\u00dfend betonte Ueyama die Not f\u00fcr mehr Bildung f\u00fcr junge Filmemacher*innen, insbesondere in Hinblick auf Zusammenarbeit mit dem Ausland, da es an Erfahrung, Sicherheit und Sprachkenntnissen mangele.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25742 aligncenter\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1.png\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1.png 3024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1-300x200.png 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1-1024x684.png 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1-768x513.png 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1-1536x1027.png 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1-2048x1369.png 2048w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1-840x560.png 840w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP1-min-1-1-1200x800.png 1200w\" sizes=\"(max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Foto: Lilja Heiderich<\/p>\n<p>Nach diesem interessanten Einblick in die japanische Filmindustrie war es an der Zeit, uns unserem eigenen Projekt zuzuwenden. Hierzu stand zun\u00e4chst ein kurzes Interview mit einer Praktikantin der JVTA an. Zusammen mit den beiden Studentinnen der Universit\u00e4t Gent wurden uns einige Fragen zum \u00dcbersetzungsprozess f\u00fcr den jeweiligen Kurzfilm gestellt. Der Austausch mit ihnen w\u00e4hrend, aber auch nach dem Interview, war f\u00fcr uns sehr bereichernd, da sie eine andere Herangehensweise an den \u00dcbersetzungsprozess hatten: Ihr Kurs wurde in mehrere und daf\u00fcr kleinere Gruppen unterteilt, dazu hatten sie den zu \u00fcbersetzenden Teil des Films nicht gewechselt. Stattdessen sind bis auf ein Mitglied einer Gruppe zeitweise alle in andere Gruppen gegangen, um eine frische Perspektive bei etwaigen Problemfragen zu bieten oder eigene Ideen einzubringen. Wir waren uns allerdings einig, dass uns eine stetige Rotation wie in unserem Kurs besser gef\u00e4llt, da so alle die frische Perspektive beibehalten. Bei dem Interview selbst ging es um den Prozess des Untertitelns und was uns schwer und was uns leicht fiel. Beispielsweise war es eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung als gedacht, sich innerhalb einer Gruppe auf eine Version zu einigen, da es teilweise so viele \u00dcbersetzungen wie Mitglieder gab. Au\u00dferdem wurden wir gefragt, ob wir uns vorstellen k\u00f6nnten\u00a0, noch einmal an einer \u00dcbersetzung dieser Art teilzunehmen, was wir alle bejahten, da uns der gesamte Prozess und nicht zuletzt auch die Nippon Connection gro\u00dfe Freude bereitet haben.<\/p>\n<p>Der f\u00fcr uns gr\u00f6\u00dfte Programmpunkt stand allerdings noch an: Das Screening unserer Kurzfilme. Vorgesehen war au\u00dferdem ein Filmgespr\u00e4ch auf der B\u00fchne, bei dem ein Mitarbeiter der Nippon Connection mit uns \u00fcber unsere Erfahrungen beim Projekt sprechen sollte. Dies wurde aber, wie uns kurz vor dem Screening mitgeteilt wurde, aus Zeitgr\u00fcnden abgesagt. Stattdessen hatten wir die M\u00f6glichkeit, vorher kurz etwas zu uns und zu unserer Arbeit zu sagen. So berichteten wir, \u00e4hnlich wie im Interview, kurz von Schwierigkeiten und interessanten Aspekten der \u00dcbersetzungsarbeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25740 aligncenter\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP2.jpg\" alt=\"\" width=\"446\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP2.jpg 647w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/NP2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Foto: Kaho Sakakibara<\/p>\n<p>Das Screening startete mit dem Kurzfilm \u201eSee You Next Week\u201c (orig. \u307e\u305f\u6765\u9031) der Universit\u00e4t Gent, in welchem es um die Schauspielambitionen einer Obersch\u00fclerin geht, die zunehmend den Bezug zur Realit\u00e4t verliert. Den von uns untertitelten Film \u201eThe Bon Festival\u201c auf der Leinwand zu sehen und die Reaktion des Publikums zu erleben, war eine sehr belohnende Erfahrung. Allerdings gab es auch Anlass zur Verwunderung: Unser Film wurde in dem online verf\u00fcgbarem Programm der Nippon Connection schon vor unserer \u00dcbersetzung unter dem englischen Titel \u201eThe Bon Festival\u201c beworben. Auch vor Ort stand der Titel so im Programm. W\u00e4hrend unseres Kurses jedoch wurden wir immer wieder ermuntert, uns Alternativtitel zu \u00fcberlegen, welche dann letzten Endes dem Regisseur vorgelegt werden sollten, damit dieser eine Entscheidung trifft. Im Film selbst wurde der Titel allerdings als \u201eFeast of Lanterns\u201c \u00fcbersetzt, was die erste Gruppe zu Beginn unserer \u00dcbersetzung so vorgeschlagen hat. Eventuell war dies der Favorit des Regisseurs und es konnte im Programm nicht mehr ge\u00e4ndert werden, allerdings erschien es uns eher, als w\u00e4re es \u00fcbersehen worden, was etwas schade war..<\/p>\n<p>Insgesamt war die \u00dcbersetzungsarbeit im Kurs und die Nippon Connection f\u00fcr uns eine sch\u00f6ne und wertvolle Erfahrung. Sie hat uns gezeigt, wie umfangreich, aber auch belohnend so ein Prozess sein kann. Auf dem Festival waren wir umgeben von kreativen Menschen, die alle auf irgendeine Weise eine Beziehung zu Japan haben und wovon viele es zu ihrem Beruf gemacht haben. Die Einblicke in unterschiedlichste Lebenswege und Erfahrungen in der Filmbranche waren unglaublich bereichernd und in jedem Fall die Arbeit wert.<\/p>\n<p><em>Ein Bericht von Lilja Heiderich und Anna Samusch.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Studierenden Lilja Heiderich und Anna Samusch haben dieses Jahr das Filmfestival Nippon Connection besucht. Hier teilen sie ihre Eindr\u00fccke rund um das Event und ihre Erfahrung mit dem Filmuntertitelungsprojekt. Die Nippon Connection ist das Film-Festival f\u00fcr japanischen Film. Sie fand vom 28. Mai bis zum 2. Juni 2024 in Frankfurt statt und wir (Lilja Heiderich und Anna Samusch) hatten die M\u00f6glichkeit, dieses Festival als studentische Vertreterinnen zu besuchen. Diese Gelegenheit ergab sich, da wir im Rahmen des Untertitelkurses von Frau Dr. Oberwinkler mit der JVTA (Japan Visualmedia Translation Academy) einen Film \u00fcbersetzt haben, der auf der Nippon Connection gezeigt wurde. Von Anfang April bis Mitte Mai \u00fcbersetzten wir gemeinsam mit ca. 20 weiteren Kommiliton*innen den Kurzfilm \u3046\u3089\u307c\u3093\u3048 ( urabon e, eng. The Bon Festival). Der Film handelt von einem K\u00fcnstler, dessen Sohn verstorben ist. Zentrale Themen sind Loslassen und Erl\u00f6sung. F\u00fcr das \u00dcbersetzungsprojekt wurde der Film in vier Abschnitte aufgeteilt, die dann jeweils von uns in Gruppen von 5-6 Personen \u00fcbersetzt wurden. Dabei hatten wir f\u00fcr einen Filmabschnitt zwei Wochen Zeit, bis wir die &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":55,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1735,1953],"tags":[82,64,1974,624],"class_list":["post-25733","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kunst-und-kultur","category-studierendenberichte","tag-filmfestival","tag-nippon-connection","tag-studierendenbericht","tag-untertitelung"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/55"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25733"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25733\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25751,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25733\/revisions\/25751"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}