{"id":25575,"date":"2024-05-23T12:20:14","date_gmt":"2024-05-23T10:20:14","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=25575"},"modified":"2025-05-10T12:43:57","modified_gmt":"2025-05-10T10:43:57","slug":"wimis-erzaehlen-julia-s-zhu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=25575","title":{"rendered":"&#8222;WiMis erz\u00e4hlen&#8220; Julia S. Zhu"},"content":{"rendered":"<p>In dieser neuen Rubrik, k\u00f6nnt Ihr hinter die Kulissen des Institutsalltags blicken. Bei &#8222;WiMis erz\u00e4hlen&#8220; geht es darum zu erfahren, was wissenschaftliche Mitarbeiter:innen am Moja-Institut eigentlich machen, wenn sie nicht gerade ein Seminar halten. Ihr bekommt spannende Einblicke in die Forschung und auch ein paar lustige Fakts! Heute starten wir mit der Mitarbeiterin Julia S. Zhu, die ein paar Fragen f\u00fcr Euch beantwortet hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Kannst du dich kurz selbst vorstellen?<br \/>\n<\/strong>Hallo liebe Studis, ich bin Alumna der Regionalstudien Asien\/Afrika der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin und nun am D\u00fcsseldorfer Institut f\u00fcr Modernes Japan. Als Regionalwissenschaftlerin sind neben der Japanologie weitere meiner Interessensgebiete die Linguistik, Transkulturalit\u00e4t und Poetologie. Nebenbei interessiere ich mich in meiner Freizeit f\u00fcr Elektrotechnik und Computerbau.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?<br \/>\n<\/strong>Mein Arbeitstag wird meist morgens und\/oder abends von einer Gassirunde mit meinem Hund umrahmt. Im B\u00fcro fachsimpel ich w\u00e4hrend der Arbeit animiert mit meinem Tischnachbarn Hr. Heller \u00fcber die Forschung, Lehre, das Leben und die Philosophie und verlebe so jeden Arbeitstag sehr gl\u00fccklich.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie kamst du zu dem Thema?<br \/>\n<\/strong>Tats\u00e4chlich habe ich bisher zu Lyrik und klassischer Poetologie geschrieben. Meine Dissertation widmet sich nun der Aufarbeitung von ASD (Autismus-Spektrums-St\u00f6rung, zu Deutsch \u201eASS\u201c) in japanischer Selbsthilfe- u. Popul\u00e4rliteratur. Ich hatte das Gef\u00fchl, dass eine solche Forschung direkter zum gegenw\u00e4rtigen menschlichen Miteinander beitr\u00e4gt statt nur meinem eigenen Interesse zu fr\u00f6hnen. Ich befinde mich zudem derzeit selber in der Erwachsenendiagnostik.<\/p>\n<p><strong>Was war dein sch\u00f6nstes Erlebnis w\u00e4hrend dieses Jobs?<br \/>\n<\/strong>Anno Domini 2023. Herbst. Rein zuf\u00e4llig sind alle Hunde des Personals zur gleichen Zeit am selben Ort im B\u00fcro. Das ist nie wieder passiert. Als Tierfreund ist mein Herz an diesem Tag ein St\u00fcckchen gewachsen. Auch, wenn sich alle drei Hunde gegenseitig gehasst haben.<\/p>\n<p><strong>Gibt es etwas, was dich manchmal in den Wahnsinn treibt beim Forschen?<br \/>\n<\/strong>Ich habe sehr gemischte Meinungen zu (wirtschaftlichen) Zugriffsbeschr\u00e4nkungen auf Texte oder die Exklusivit\u00e4t fachwissenschaftlicher Vereinigungen, Tagungen, Organisationen etc., die nat\u00fcrlich Wissende inkludieren wollen &#8211; aber naturbedingt deshalb oft Nichtwissende oder Fachfremde exkludieren. Dabei sollte Wissenschaft, so auch die Forschung, in erster Linie Wissen schaffen \u2013 also zug\u00e4nglich sein und geteilt werden. Ich bin mir nicht sicher, wo man die richtige Balance zur Wissenschaftskommunikation findet.<br \/>\nIch finde es jedoch verwerflich, wenn eine Parallelgesellschaft aus \u201eHochgebildeten\u201c entsteht, deren Vereinsmitgliedschaft durch\u00a0 einen elit\u00e4ren Anspruch auf vermeintlich h\u00f6here Intelligenz oder Sozialschicht definiert wird und dies in vielen Einladungs-basierten Konferenzen ohne wirkliche Outreach-Arbeit m\u00fcndet. Forschung sollte \u00f6ffentlich und inklusiv sein, um Gesellschaft und Welt auf einen \u00e4hnlich hohen Erkenntnisstand zu heben. Ich meine das sogar weniger politisch und eher humanistisch \u2013 Denn ohne Teilhabe an der Welt existiert man nur parallel zu ihr. <strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was sind deine Aufgaben im Mittelbau?<br \/>\n<\/strong>Ich bin derzeit f\u00fcr die Studieninteressiertenberatung und das Backend von Website und Blog zust\u00e4ndig \u2013 aka den IT Support.<\/p>\n<p><strong>Du <\/strong><strong>gibst dieses Semester <\/strong><strong>auch eine<\/strong><strong> Lehrveranstaltung. Was <\/strong><strong>findest du daran herausfordernd und<\/strong><strong> was macht dir Spa\u00df?<br \/>\n<\/strong>Das Thema \u201eAutismus\u201c (ASD) ist hochaktuell und der allgemeine Kenntnisstand \u2013 sowohl medizinisch als auch gesellschaftlich \u2013 gef\u00fchlt jeden zweiten Tag \u00fcberholt. Genauso ist das Thema unheimlich komplex; Bis vor kurzem erst galt z. B. AD(H)S laut ICD-10-GM nicht als Teil des Spektrums und bis heute ist die Symptomatik bei nicht-cism\u00e4nnlichen Personen unterrecherchiert, da historische Datens\u00e4tze alle von Jungen\/M\u00e4nnern stammten. Es ist unsere Aufgabe als Nichtmediziner bzw. japanologische Sozialwissenschaftlicher:innen, sog. \u201eSt\u00f6rungen der sozialen Interaktion\u201c auf dieser \u201esozialen\u201c Ebene nachvollziehbar zu machen. Ich bin sehr gespannt darauf, was die Studis dazu denken.<\/p>\n<p><strong>Erz\u00e4hl uns einen Geheimtipp in Japan!<br \/>\n<\/strong>Die Gegend um die Seto-Inlandsee im S\u00fcden ist so wundersch\u00f6n wie sie auch international ist. Ich empfehle au\u00dferdem, von Japan aus nach Taiwan weiterzureisen. (Ein guter \u201eJapan-Tipp\u201c, ich wei\u00df.)<\/p>\n<p><strong>Was machst du als erstes, wenn du wieder in Japan bist?<br \/>\n<\/strong>Hoffentlich erstmal unbeschadet ankommen. Das erste, was ich vor vielen Jahren jemals in Japan gemacht habe, war n\u00e4mlich nach der Landung im Flughafenkrankenzimmer aufzuwachen.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcrdest du MoJa-Studierenden raten, die sich f\u00fcr eine wissenschaftliche Karriere interessieren?<br \/>\n<\/strong>Ich bin so frei, sowohl die Frage als auch das Interview mit einem Zitat von Prof. Emily Bernhardt von der Duke University abzuschlie\u00dfen: \u201eEveryone [in science] is smart. Distinguish yourself by being kind.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser neuen Rubrik, k\u00f6nnt Ihr hinter die Kulissen des Institutsalltags blicken. Bei &#8222;WiMis erz\u00e4hlen&#8220; geht es darum zu erfahren, was wissenschaftliche Mitarbeiter:innen am Moja-Institut eigentlich machen, wenn sie nicht gerade ein Seminar halten. Ihr bekommt spannende Einblicke in die Forschung und auch ein paar lustige Fakts! 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