{"id":25240,"date":"2024-01-11T13:39:30","date_gmt":"2024-01-11T11:39:30","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=25240"},"modified":"2024-01-11T16:04:40","modified_gmt":"2024-01-11T14:04:40","slug":"zero-waste-ein-bericht-von-tjorven-lippmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=25240","title":{"rendered":"Zero Waste in Japan &#8211; Ein Bericht von Tjorven Lippmann"},"content":{"rendered":"<h2>Japan, Einwegplastik und der Traum vom Zero Waste<\/h2>\n<p>Wer schon einmal einen Blick in die japanischen Superm\u00e4rkte und Kombinis geworfen hat, dem ist die durchsichtige Schicht Kunststoff nicht entgangen, die den japanischen Konsum dominiert\/mit der das Land \u00fcberzogen ist:<\/p>\n<p>Onigiris so eingewickelt, dass das Nori den Reis erst nach dem Auspacken ber\u00fchrt; Zierlich verpackte Kekse sofort bereit zum Verschenken; Einzeln eingeschwei\u00dfte Kartoffeln und Orangen; Instantfood, f\u00fcr das man nicht einmal mehr das eigenes Geschirr benutzen muss. Und alles bekommt man dann zus\u00e4tzlich noch in eine Plastikt\u00fcte gepackt. Ich denke es wird deutlich, dass Japan irgendwo zwischen Nutzen und \u00dcberfluss der Plastikverpackung falsch abgebogen ist und den Gebrauch von Einwegplastik auf die Spitze getrieben hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Japans Liebe zur Plastikverpackung \u00e4u\u00dfert sich bereits in den Zahlen des j\u00e4hrlichen\u00a0 pro-Kopf-Verbrauchs. Allein im Jahr 2019 hat <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/infografik\/24880\/einwegplastikmuell-pro-kopf-in-laendern-%20weltweit\/\">jede:r Japaner:in im Durchschnitt 37 <\/a><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/infografik\/24880\/einwegplastikmuell-pro-kopf-in-laendern-%20weltweit\/\">Kilogramm Einwegbeh\u00e4lter und -verpackungen aus Plastik verwendet<\/a>, w\u00e4hrend es in Deutschland \u201enur\u201c 22 Kilogramm waren. Dieser Einwegplastikm\u00fcll entspricht knapp <a href=\"https:\/\/hk.boell.org\/sites\/default\/files\/2023-07\/plastic-atlas-asia-japan.pdf\">drei Viertel <\/a><a href=\"https:\/\/hk.boell.org\/sites\/default\/files\/2023-07\/plastic-atlas-asia-japan.pdf\">der insgesamt <\/a><a href=\"https:\/\/hk.boell.org\/sites\/default\/files\/2023-07\/plastic-atlas-asia-japan.pdf\">mehr als 4,<\/a><a href=\"https:\/\/hk.boell.org\/sites\/default\/files\/2023-07\/plastic-atlas-asia-japan.pdf\">1<\/a><a href=\"https:\/\/hk.boell.org\/sites\/default\/files\/2023-07\/plastic-atlas-asia-japan.pdf\"> Millionen Tonnen <\/a><a href=\"https:\/\/hk.boell.org\/sites\/default\/files\/2023-07\/plastic-atlas-asia-japan.pdf\">Plastikabf\u00e4llen<\/a>, die in Japan im Jahr 2019 angefallen sind. In Sachen Export von Plastikabf\u00e4llen ins Ausland und Emissionen aus Kunststoffverpackungen wird Japan international lediglich von den USA \u00fcberholt und hat sich damit hier den Titel \u201ePlastiknation Nummer 1 in Asien\u201c verdient.<\/p>\n<p>Kennt ihr das Zitat \u201eLife in Plastic, it\u2018s fantastic\u201c aus dem ber\u00fchmten Aqua-Song? Ja, das ist im Grunde genommen Japan. Aber dabei ist das Ganze gar nicht so \u201efantastic\u201c. Wir alle kennen die negativen Auswirkungen, die Plastik bei der Herstellung und nach seiner Entsorgung auf unsere Umwelt und unser Klima hat und Japan tr\u00e4gt nicht unwesentlich dazu bei.<\/p>\n<h2>Der Aufbruch in die \u300c\u30d7\u30e9\u30b9\u30c1\u30c3\u30af\u6642\u4ee3\u300d und wie Plastik in Japan popul\u00e4r wurde<\/h2>\n<p>Heute ist Plastik aus den japanischen Gesch\u00e4ften und Haushalten nicht mehr wegzudenken, aber plastische Verpackungsmaterialien haben sich erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Japan verbreitet, erz\u00e4hlte mir die Professorin f\u00fcr Moderne Japanstudien Prof. Dr. Katarzyna Cwiertka von der niederl\u00e4ndischen Universit\u00e4t Leiden.<\/p>\n<p>Noch bis weit in die erste Showa-\u00c4ra (1926-1945) war es \u00fcblich, Lebensmittel und andere Konsumg\u00fcter in Textilien oder Zeitungen zu wickeln oder mit Bambus und Holz zu verpacken. Besonders popul\u00e4r war das sogenannte <em>furoshiki<\/em> (\u98a8\u5442\u6577), welches als Multizweck-Stofftuch als Einkaufsbeutel, Handtasche oder Geschenkpapier gleichzeitig diente. Aber in den sp\u00e4ten 1950er Jahren verschwinden Stoff und Bambus allm\u00e4hlich vom Verpackungsmarkt. Sie werden durch Kunststoff ersetzt, welches sich zusammen mit der Einf\u00fchrung des K\u00fchlschranks seinen Weg aus den westlichen L\u00e4ndern nach Japan bahnt. Im Jahr 1958 finden sich die ersten Einwegplastikverpackungen in Form von Frischhaltefolien in Japan wieder und auch die Mayonnaisenmarke <em>Kewpie<\/em> ver\u00f6ffentlicht seine erste Plastikflasche. Noch gelten Produkte, die in Plastik verpackt sind, als exklusiv, doch als sp\u00e4ter weitere Produkte wie Sojaso\u00dfen und Getr\u00e4nke folgen, ist der Plastiktrend nicht mehr zu stoppen. Bereits zwischen den 70er und 80er Jahren sind Plastikverpackungen und -beh\u00e4lter zum Konsumprodukt der Masse geworden und ein fester Bestandteil des japanischen Alltags.<\/p>\n<p>Um aber nicht nur aus der Ferne \u00fcber Japan zu urteilen, habe ich mich selbst von Japans Plastikkonsum vor Ort \u00fcberzeugt, die Plastiksituation in Superm\u00e4rkten und Kombinis unter die Lupe genommen und mich auf die Suche nach M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein umweltbewussteres Leben sowie nach Zero-Waste-Projekten gemacht, die den plastischen Fu\u00dfabdruck Japans verringern wollen.<\/p>\n<h2>Perfekter Plastikwahnsinn: Erfahrungen aus dem Alltag in Japan<\/h2>\n<p>Also, wie war das nun in Japan? Nachhaltigkeit spielt in meinem Leben eine sehr wichtige Rolle und ich versuche meinen Plastikverbrauch weitestgehend auf null zu reduzieren. Daher verwende ich zum Beispiel stets eigene Stoffbeutel und kaufe lediglich Produkte, die, bis auf wenige Ausnahmen, ohne Plastikverpackung auskommen. Ich hatte bereits vor meiner Ankunft in Japan damit gerechnet, Abstriche machen zu m\u00fcssen, aber die Realit\u00e4t wie sehr Japan mit Einwegplastik um sich werfen zu scheint, kam dann doch als \u00dcberraschung.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25271\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-18-11-349-copyright.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1215\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-18-11-349-copyright.jpg 1620w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-18-11-349-copyright-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-18-11-349-copyright-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-18-11-349-copyright-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-18-11-349-copyright-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1620px) 100vw, 1620px\" \/><\/p>\n<p>Im Supermarkt in der Obst- und Gem\u00fcseabteilung komme ich ohne Plastik nicht weit: Orangen und M\u00f6hren in Plastikt\u00fcten; Pilze in einer Styroporschale; Kohl, Rettich und Fr\u00fchlingszwiebeln sind alle in Plastik eingewickelt oder bekomme ich nur bereits fertig geschnitten in Plastikdosen. Lediglich einen Apfel und die Gurke habe ich lose ergattern k\u00f6nnen. Ich werfe nur aus Interesse (ich bin Vegetarierin) einen schnellen Blick \u00fcber die Fisch- und Fleischabteilung und auch hier ist alles in Plastik verpackt. An der Sushi-Theke bediene ich mich am Kappa-Maki \u2013 6 St\u00fcck zusammen mit einer Plastikt\u00fcte Sojaso\u00dfe blicken mich durch den Plastikdeckel an. In der S\u00fc\u00dfigkeitenabteilung bem\u00fche ich mich irgendwas zu finden, das nur mit einer Schicht Plastik verpackt ist. Ich entscheide mich f\u00fcr eine T\u00fcte traditioneller Reiscracker, bei der mir das Inhalt-Verpackungs-Verh\u00e4ltnis in Ordnung erscheint. Leider musste ich zu Hause feststellen, dass innen jeweils zwei nochmal in einer separaten Plastikverpackung umh\u00fcllt waren. Na toll. Einen Gang weiter verzweifle ich erneut etwas ohne Plastik zu finden und muss mich geschlagen geben. Soba-Nudeln und Okonomiyaki-Mehl gibt es nur in buntbedruckten Plastikh\u00fcllen und beim Tetrapack Apfelsaft versuche ich meinem Gewissen einzureden, dass dieses nicht mit Plastik beschichtet ist. Glasflaschen sind im Supermarkt anscheinend nur f\u00fcr edle alkoholische Getr\u00e4nke und teuren Sake bestimmt. Am Ende stehe mit meinem vollen Einkaufskorb an der Kasse, dessen Inhalt streng genommen jetzt schon 1:2 aus Plastikm\u00fcll besteht. Die Kassiererin meint es zwar nur nett, aber ich vergrabe innerlich doch das Gesicht in den H\u00e4nden, als sie mir auch noch den Apfel und die Gurke in eine extra Plastikt\u00fcte steckt. Ich bezahle und bekomme noch zwei Plastikt\u00fcten f\u00fcr den Transport nach Hause in die Hand gedr\u00fcckt. So oder so \u00e4hnlich sah jeder meiner Eink\u00e4ufe in Japan aus.<\/p>\n<p>Und obwohl ich schon sehr auf den Verzicht von Einwegplastikverpackungen geachtet habe, gibt es unz\u00e4hlige Lebenssituationen in Japan, in denen ich am \u00fcberfl\u00fcssigen Plastik nicht vorbeigekommen bin. Der gelegentliche Abstecher in den Kombini f\u00fcr einen Pausensnack an der Uni? Plastik. Zahnb\u00fcrste? Plastik. Leckeres \u014csaka-Soulfood beim lokalen Matsuri schmausen? Nur in Plastikschalen. Omiyage f\u00fcr die Familie? Plastikverpackung. Getr\u00e4nke an der Bar bestellen? Immer mit Plastikstrohhalm.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25272\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-19-03-768-copyright.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1215\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-19-03-768-copyright.jpg 1620w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-19-03-768-copyright-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-19-03-768-copyright-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-19-03-768-copyright-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-19-03-768-copyright-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1620px) 100vw, 1620px\" \/><\/p>\n<p>Ich hatte buchst\u00e4blich das Gef\u00fchl im Plastik zu versinken, trotz dass ich in meiner Zeit in Japan mindestens f\u00fcnf japanische Ausdr\u00fccke gelernt habe, eine Plastikt\u00fcte h\u00f6flich an der Kasse abzulehnen. Wirklich sprachlos geworden bin ich, als ich diese spezielle Plastikt\u00fcten entdeckte, die Japaner:innen vor dem Betreten eines Geb\u00e4udes \u00fcber ihre nassen Regenschirme ziehen, einzig und allein damit der Boden nicht nass wird. Danach wandert der Plastikstreifen in den M\u00fcll. Und bei dieser einen einzelnen (!) in Plastik eingepackten Banane habe ich Japan nur noch mit einen unverst\u00e4ndnisvollen \u201eWarum?!\u201c gegen\u00fcbergestanden.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich stand fest: Ich muss mich auf die Suche nach den M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein plastikfreies, naja zumindest plastikreduziertes, Leben in Japan machen. Au\u00dferdem wollte ich nicht nur wissen, wie Privatpersonen ihren Konsum nachhaltiger gestaltet haben, sondern auch welche Ma\u00dfnahmen von politischer Seite ergriffen werden.<\/p>\n<h2>Die Zukunft f\u00fcr Japan hei\u00dft Zero Waste<\/h2>\n<p>Zero Waste ist ein Konzept von dem jede:r von uns schon einmal geh\u00f6rt hat. Zero Waste bedeutet die Ressourcen unseres Planeten so zu nutzen, dass keine Abf\u00e4lle, aber vor allem keine nicht biologisch abbaubaren Abf\u00e4lle, f\u00fcr die Natur entstehen. Zentral daf\u00fcr sind die 3Rs: \u201eReduce, Reuse &amp; Recycle\u201c. <em>Reduce<\/em> steht f\u00fcr das Reduzieren von m\u00f6glichen Abf\u00e4llen, <em>Reuse<\/em> f\u00fcr die Wiederverwendung von Produkten anstelle sie zu entsorgen und <em>Recycle<\/em> daf\u00fcr, dass wenn Abf\u00e4lle entstehen, diese wieder in den Materialkreislauf eingef\u00fchrt werden. In Japan ist diese Nachhaltigkeitsstrategie zwar offiziell auch als <em>zeroueisuto <\/em>(\u30bc\u30ed\u30a6\u30a7\u30a4\u30b9\u30c8) bekannt, wird aber auch viel als <em>puranashi <\/em>(\u30d7\u30e9\u306a\u3057) oder <em>n\u014dpura <\/em>(\u30ce\u30fc\u30d7\u30e9) bezeichnet.<\/p>\n<p>Die japanische Regierung hat das Konzept Zero Waste erstmals vor vier Jahren f\u00fcr das gesamte Land beschlossen. Im <a href=\"https:\/\/www.gov-online.go.jp\/eng\/publicity\/book\/hlj\/html\/202205\/202205_09_en.html\"><em>Act on Promotion of Resource Circulation for Plastics<\/em><\/a> hei\u00dft es, die Emissionen aus Einwegplastik bis 2030 um 25% zu senken, bis 2025 Verpackungen ausschlie\u00dflich aus wiederverwendbaren Materialien herzustellen und alle Kunststoffabf\u00e4lle bis 2035 vollst\u00e4ndig zu recyceln. Nach eigener Einsch\u00e4tzung w\u00fcrde ich behaupten, Japan muss geh\u00f6rig einen Zahn zulegen, wenn diese Ziele noch erreicht werden sollen. Auf meiner Recherchetour durch Japan habe ich einige Japaner:innen getroffen, die dies \u00e4hnlich sehen und die Umstellungen auf einen nachhaltigen Konsum in die eigenen H\u00e4nde genommen haben.<\/p>\n<h2>Japans Unverpackt-Szene ist \u00f6kologisch, vegan und selbstgemacht<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25273\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-13-39-342-copyright.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1215\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-13-39-342-copyright.jpg 1620w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-13-39-342-copyright-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-13-39-342-copyright-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-13-39-342-copyright-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-13-39-342-copyright-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1620px) 100vw, 1620px\" \/><\/p>\n<p>Gemeinsam mit einer japanischen Freundin sitze ich in der Hankyu-Bahn Richtung \u014csaka Stadtzentrum. Unsere Mission: die alternative Konsum-Szene in \u014csaka entdecken, wo man Produkte nachhaltig und nach M\u00f6glichkeit plastikfrei bekommt. Unser Ziel: <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/peaceful_market\/?img_index=1\">der kleine aber <\/a><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/peaceful_market\/?img_index=1\">feine <\/a><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/peaceful_market\/?img_index=1\"><em>Peaceful Market <\/em><\/a>(\u30d4\u30fc\u30b9\u30d5\u30eb\u30de\u30fc\u30b1\u30c3\u30c8), auf dem lokale K\u00fcnstler:innen und kleine Gesch\u00e4fte ihre umweltfreundlichen Produkte vorstellen und verkaufen.<\/p>\n<p>Neben handgemachten Accessoires aus alten Fischernetzen und veganem Make-up in Bambusdosen, sehe ich auch viele St\u00e4nde, die sich spezifisch mit der Vermeidung von Einwegplastik besch\u00e4ftigen. Hier finde ich Bambuszahnb\u00fcrsten, Kaffebecher aus recyceltem Plastik f\u00fcr unterwegs, Wachst\u00fccher, die den gleichen Zweck wie Frischhaltefolie erf\u00fcllen und gro\u00dfe Gl\u00e4ser gef\u00fcllt mit Nudeln, N\u00fcssen, Gew\u00fcrzen und getrocknetem Obst, aus denen ich mir die gew\u00fcnschte Menge in meinen mitgebrachten Beh\u00e4lter abf\u00fcllen kann. Dieses Unverpackt-Prinzip erspart den Zwischenweg \u00fcber die Einwegplastikverpackung. Zus\u00e4tzlich kann ich die Menge des Produktes selbst bestimmen und bin nicht auf die Vorstellungen eines Herstellers angewiesen, sowie ich damit oft Kleinbauern und nachhaltige Betriebe unterst\u00fctzen kann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25274\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-14-11-265-copyright.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1215\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-14-11-265-copyright.jpg 1620w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-14-11-265-copyright-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-14-11-265-copyright-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-14-11-265-copyright-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-12-14-11-265-copyright-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1620px) 100vw, 1620px\" \/><\/p>\n<p>Da viele der St\u00e4nde auf dem <em>Peaceful Market<\/em> eigene L\u00e4den in \u014csaka besitzen, habe ich ein paar Tage sp\u00e4ter den <a href=\"http:\/\/wakka.dunetrading.biz\/\"><em>hakariuri<\/em><\/a><a href=\"http:\/\/wakka.dunetrading.biz\/\"><em> shoppu <\/em><\/a><a href=\"http:\/\/wakka.dunetrading.biz\/\">(<\/a><a href=\"http:\/\/wakka.dunetrading.biz\/\">\u91cf\u308a\u58f2\u308a\u30b7\u30e7\u30c3\u30d7) namens WAKKA<\/a> besucht. <em>Hakariuri shoppu<\/em> (<em>hakariuri<\/em> = \u201everkaufen nach Gewicht\u201c) ist dabei die japanische Bezeichnung f\u00fcr Gesch\u00e4fte, die Produkte ohne Verpackung, insbesondere Plastikverpackung, verkaufen. WAKKA ist also nichts anderes als ein Unverpacktladen.<\/p>\n<p>Nicht unweit der Nakatsu-Metro-Station laufe ich auf dem Weg zu WAKKA durch schmale und verwinkelte Stra\u00dfen einer Wohngegend, die ganz im Gegensatz zu den hohen Geb\u00e4uden des Stadtzentrums steht. Der Unverpacktladen befindet sich in einem unscheinbaren Haus, dessen noch unscheinbareren Eingang ich beinahe \u00fcbersehen h\u00e4tte und stelle schon hier fest: Hier kommt nur hin , wer den Laden schon kennt oder aktiv nach \u00f6kologischen Alternativen sucht. Laufkundschaft wird den Laden \u00fcbersehen. Als ich WAKKA betrete, f\u00e4llt mir als erstes auf, wie klein die Verkaufsfl\u00e4che ist. Es ist gerade so viel Platz zwischen den Regalen, dass eine Person hindurchgehen kann, aber ich muss trotzdem aufpassen nichts runterzusto\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25269\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-48-29-398-copyright.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1215\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-48-29-398-copyright.jpg 1620w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-48-29-398-copyright-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-48-29-398-copyright-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-48-29-398-copyright-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-48-29-398-copyright-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1620px) 100vw, 1620px\" \/><\/p>\n<p>Einladend sortiert stapeln sich innen Gl\u00e4ser mit Nudeln, Linsen, N\u00fcssen und \u00d6len auf der einen Seite und Teesorten, Wakama, Daschi-Br\u00fche und und verschiedene Gew\u00fcrze auf der anderen. Auch saisonal frischer Spinat und Pilze liegen in Papierschalen aus. Auf einem Tisch stehen Bento-Boxen aus Metall, Kaffeebecher zum Wiederverwenden aus recyceltem Plastik und es liegen viele Flyer von weiteren Unverpacktl\u00e4den und anderen nachhaltigen Gesch\u00e4ften und Events in der N\u00e4he aus. Und nirgendwo ist auch nur ein St\u00fcck Plastikverpackung in Sicht.<\/p>\n<p>Ich unterhalte mich eine Weile mit der Inhaberin von WAKKA \u2013 eine sehr nette japanische Frau Ende vierzig, die gemeinsam mit ihrem Ehemann aus Marokko und zwei Kinder in \u014csaka lebt. Sie erz\u00e4hlt mir, wie schwer es am Anfang f\u00fcr sie war in Japan Plastik zu vermeiden, dass es ihr nie an Wille gefehlt habe, sondern an M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Umsetzung. Anstatt also auf die Ver\u00e4nderung zu warten hatte sie sich kurzerhand entschlossen, Teil dieser zu werden und WAKKA er\u00f6ffnet. Als ich sie nach dem Grund f\u00fcr ihren Wechsel von Plastik zu Unverpackt frage, ruft sie laut aus, fast schon so als solle ganz Japan es h\u00f6ren: <em>iranai kara desu<\/em>! (zu gut deutsch: Ich brauche das [Plastik] nicht!). Besser h\u00e4tte ich es auch nicht ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Der Ausl\u00f6ser f\u00fcr ihre Entscheidung, so verr\u00e4t sie mir, war eine Dokumentation \u00fcber Plastikabf\u00e4lle im Ozean und deren Auswirkungen auf maritimes Leben. Wir sprechen \u00fcber Ressourcenersch\u00f6pfung, Umweltverschmutzung und Visionen f\u00fcr eine bessere Zukunft, denn die Ladenbesitzerin will der n\u00e4chsten Generation, ihre eigenen Kinder eingeschlossen, eine lebenswerte Welt hinterlassen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-25270\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-49-33-945-copyright.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1215\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-49-33-945-copyright.jpg 1620w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-49-33-945-copyright-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-49-33-945-copyright-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-49-33-945-copyright-768x576.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/april_2023-12-13-15-49-33-945-copyright-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1620px) 100vw, 1620px\" \/><\/p>\n<p>Ich habe im Ladenkonzept WAKKA etwas gesehen, dass mir an vielen Stellen in Japan gefehlt hat: n\u00e4mlich reale L\u00f6sungen. Das Problem ist bekannt. \u00dcberall wird in Japan von der Verschmutzung der Ozeane durch Plastik gesprochen und es wird mit Nachdruck appelliert, die Leute sollen doch weniger Plastik verwenden und umweltbewusster konsumieren. Doch konkrete Anregungen, aus dem bestehenden Konsum auszubrechen, seitens der Politik sind Mangelware. Somit ist Zero Waste in Japan eine B\u00fcrger:innen-Bewegung von unten, die sich langsam nach oben ausbreitet und erste Erfolge auf der Ebene der Kommunen erreicht hat.<\/p>\n<h2>Kamikatsu: Eine ganze Stadt stellt auf Zero Waste um<\/h2>\n<p>Keine 1500 Einwohner, aber 45 Kategorien Abfall zu recyceln. <a href=\"https:\/\/why-kamikatsu.jp\/en\/\">Das ist Kamikatsu<\/a>, eine kleine Stadt in der Tokushima Pr\u00e4fektur auf der Insel Shikoku im Westen Japans.<\/p>\n<p>Im Jahr 2003 hat sich Kamikatsu zur sogenannten &#8222;Zero Waste Town&#8220; erkl\u00e4rt und wurde damit zur ersten japanischen Gemeinde, die es sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 eine hundertprozentige Recycelrate zu erreichen. Daf\u00fcr hat Kamikatsu in enger Zusammenarbeit mit den Bewohner:innen den gesamten Entsorgungsprozess umgekrempelt und 45 Kategorien eingef\u00fchrt, nach denen anfallender M\u00fcll getrennt und anschlie\u00dfend weiter- beziehungsweise wiederverarbeitet wird.<\/p>\n<p>Als kleiner Einblick: Obst- und Gem\u00fcseabf\u00e4llen kommen auf den Kompost; Kartons und Zeitungen werden separat gestapelt; Glasflaschen werden nach Farben sortiert und die Deckel laden getrennt nach Aluminium oder Plastik in einer jeweils anderen Kiste; Dosen werden extra sortiert und auch beispielsweise Feuerzeuge, Holzstifte, Keramik, Kleidung und Werkzeuge haben eine eigene oder mehrere Unterkategorien. Das mag jetzt unglaublich aufwendig klingen, zeigt aber eine Erfolgsquote. Bereits heute ist die Stadt in der Lage etwa 80% ihrer Abf\u00e4lle zu recyceln, im Vergleich zu schwachen 20% im Rest von Japan. Kamikatsu erreicht seine Zero Waste Ziele aber nicht allein durch Recycling, vielmehr versucht die Gemeinde Abf\u00e4lle noch vor ihrer Entstehung zu vermeiden. Somit gibt es in der Stadt eine Art Secondhand-Laden, in dem die Bewohner:innen noch gute K\u00fcchenutensilien, Kleidung oder Spielzeuge finden oder sich auch Dinge des nicht-so-allt\u00e4glichen Gebrauchs leihen k\u00f6nnen, anstatt sie selbst kaufen zu m\u00fcssen. Ebenso die stadteigene Brauerei arbeitet in der Herstellung des <em>Kamikatsu Craftbeer<\/em> mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die sonst weggeworfen werden w\u00fcrden. Auch in Kooperation mit Unternehmen und Schulen versucht die \u201eZero Waste Town\u201c Wege f\u00fcr ein \u201eZero Waste Japan\u201c zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend zu sagen bleibt mir nur dies: Kamikatsu hat in Japan Vorbild-Charakter f\u00fcr die Politik, wenn es darum geht nachhaltig mit Ressourcen umzugehen und umweltfreundlich zu leben. Unverpacktl\u00e4den m\u00f6gen noch selten sein, aber die Ideen vom Stoffbeutel und Mehrweg-Kaffebecher haben sich jetzt schon f\u00fcr viele Japaner:innen als neue Lebenseinstellung etabliert. Wer wei\u00df, wenn wir alle mitanpacken, erreichen wir vielleicht eine Zukunft in der wir Plastik <em>sayonara<\/em> sagen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ein Bericht von Tjorven Lippmann.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japan, Einwegplastik und der Traum vom Zero Waste Wer schon einmal einen Blick in die japanischen Superm\u00e4rkte und Kombinis geworfen hat, dem ist die durchsichtige Schicht Kunststoff nicht entgangen, die den japanischen Konsum dominiert\/mit der das Land \u00fcberzogen ist: Onigiris so eingewickelt, dass das Nori den Reis erst nach dem Auspacken ber\u00fchrt; Zierlich verpackte Kekse sofort bereit zum Verschenken; Einzeln eingeschwei\u00dfte Kartoffeln und Orangen; Instantfood, f\u00fcr das man nicht einmal mehr das eigenes Geschirr benutzen muss. Und alles bekommt man dann zus\u00e4tzlich noch in eine Plastikt\u00fcte gepackt. Ich denke es wird deutlich, dass Japan irgendwo zwischen Nutzen und \u00dcberfluss der Plastikverpackung falsch abgebogen ist und den Gebrauch von Einwegplastik auf die Spitze getrieben hat.<\/p>\n","protected":false},"author":55,"featured_media":25268,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[13,1953],"tags":[1930,1405,944,1586,1974,2080],"class_list":["post-25240","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-featured","category-studierendenberichte","tag-highlights","tag-japanisches-essen","tag-lebensmittel","tag-nachhaltigkeit","tag-studierendenbericht","tag-zero-waste"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Plastic-Ocean-Project-800x534-copyright.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/55"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25240"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25275,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25240\/revisions\/25275"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/25268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}