{"id":22711,"date":"2022-01-19T13:55:28","date_gmt":"2022-01-19T11:55:28","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=22711"},"modified":"2022-01-19T14:14:32","modified_gmt":"2022-01-19T12:14:32","slug":"shodo-ein-einblick-in-die-kalligrafie-ag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=22711","title":{"rendered":"Shod\u014d &#8211; ein Einblick in die Kalligrafie AG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Von Lara Kocken<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist Freitag um 10:30 Uhr und es herrscht schon reges Treiben in einem der Kursr\u00e4ume des Institutsgeb\u00e4udes. Hier treffen sich die Studierenden aber nicht f\u00fcr den regul\u00e4ren Unterricht, sondern f\u00fcr die&nbsp;Shod\u014d-AG. Shod\u014d \u66f8\u9053, so nennt sich die Kunst der japanischen Kalligrafie. Sie hat ihren Ursprung in der chinesischen Kalligrafie und erreichte Japan etwa im 5. bis 6. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt bedeutet Shod\u014d \u201eder Weg des Schreibens\u201c und daraus l\u00e4sst sich schon erahnen, dass es bei Shod\u014d um viel mehr geht als nur das sch\u00f6ne Schreiben. In der Shod\u014d-AG erlernen Studierende unseres Fachs von Kalligrafie-Meisterin Frau Aya Murakami die japanische Schriftkunst und die damit zusammenh\u00e4ngende ostasiatische Philosophie kennen. Die AG besteht bereits seit dem Wintersemester 16\/17.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die richtige Haltung ist wichtig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Beginn des Kurses bereiten die Teilnehmenden zun\u00e4chst sorgf\u00e4ltig ihren Arbeitsplatz vor. Sie legen Zeitungspapier aus und ordnen&nbsp;darauf die Materialien \u2013 ein gro\u00dfer Pinsel, einen Tuschereibstein bzw.&nbsp;Tuschesch\u00e4lchen sowie eine Unterlage \u2013 mit Bedacht nebeneinander an. Zum Shod\u014d geh\u00f6rt n\u00e4mlich auch, wie Murakami-sensei gleich in ihrer Begr\u00fc\u00dfung erkl\u00e4rt, mit dem Material vorsichtig umzugehen \u2013 was sogar noch wichtiger sei als das Schreiben an sich. Ihrer Erkl\u00e4rung zufolge zeigt man damit Respekt gegen\u00fcber den nat\u00fcrlich Rohstoffen, aus welchen die Utensilien bestehen, und erkennt die Sch\u00f6nheit und Empfindlichkeit der Materialien an. Ein anderer wichtiger Aspekt sind beim Shod\u014d die K\u00f6rper- und Handhaltung.&nbsp;Der R\u00fccken gerade, Sitz nahe der Stuhlkante, die rechte Hand h\u00e4lt elegant den Kalligrafiepinsel, w\u00e4hrend die linke Hand das Papier am unteren Rand festh\u00e4lt. Die Strichreihenfolge ist genau festgelegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1-1024x682.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22713\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22713\" class=\"wp-image-22713\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1-840x560.jpg 840w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-1.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1-1024x682.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22714\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22714\" class=\"wp-image-22714\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1-840x560.jpg 840w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Shodo-AG-2-1.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kalligraphie f\u00fcr die Konzentration<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Unterricht erz\u00e4hlt mir Murakami-sensei von ihrem Weg zu Shod\u014d. Sie lernt seit ihrem sechsten Lebensjahr die japanische Kalligrafie und lehrt diese seit 2005 in D\u00fcsseldorf.&nbsp;Zuerst an der Bilingualen Japanischen Schule und sp\u00e4ter auch an anderen Schulen und&nbsp;in Workshops z.B. im EKO Haus. 2014 hat sie mit dem 8. Dan ihre Meisterpr\u00fcfung bei der Japanese&nbsp;Calligraphy Education Foundation abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Shod\u014d ist f\u00fcr Murakami-sensei ihre Leidenschaft. F\u00fcr sie\u00a0hat Shod\u014d eine seelische Wirkung, die sie mit einem Heimatgef\u00fchl verbindet. Murakami-sensei beschreibt auch einen Therapieeffekt und eine positive Auswirkung auf die Konzentrationsf\u00e4higkeit. Bei der japanischen Kalligrafie\u00a0geht es ihr zufolge auch um die W\u00fcrdigung des Prozesses und\u00a0der Geschichte des Shod\u014d.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die Jahrhunderte entwickelte sich Shod\u014d zu einer der sogenannten Wegk\u00fcnste, wie etwa Ikebana (kad\u014d = \u201eder Weg der Blumen\u201c) und die Teezeremonie (sad\u014d = \u201eder Weg des Tees\u201c), welche alle mit den Prinzipien des Zen-Buddhismus verbunden sind. Beim Schreiben besinnt\u00a0sich auf die Bedeutung des Zeichens und soll diese beim F\u00fchren des Pinsels f\u00fchlen. Murakami-sensei zufolge kann man so eine Art meditativen Geisteszustand erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Japan beginnt man \u00fcbrigens bereits in jungen Jahren&nbsp;Shod\u014d in der Schule zu lernen, da es bis zur Mittelschule, also der 9. Klasse, ein Pflichtfach ist. In der Grundschule wird zuerst \u201eShuji\u201c gelernt, die saubere Handschrift, mit gleichgro\u00dfen Zeichen, die aus gleichm\u00e4\u00dfigen Strichen bestehen.&nbsp;Shod\u014d ist dagegen gepr\u00e4gt durch den k\u00fcnstlerischen Ausdruck. F\u00fcr Shod\u014d&nbsp; gibt es au\u00dferdem noch verschiedene Schreibstile: Die Siegelschrift (tensho), die Halbkursivschrift (gy\u014dsho), die Grasschrift (s\u014dsho), die Kanzleischrift (reisho) und die Regelschrift (kaiso).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr wollt euch auch an Shod\u014d versuchen? Dann schaut regelm\u00e4\u00dfig in den Blog, denn hier werdet ihr als erstes erfahren, wann ihr euch f\u00fcr die Shod\u014d-AG im n\u00e4chsten Sommersemester anmelden k\u00f6nnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber Aya Murakami und ihre Werke k\u00f6nnt ihr auf ihrer Webseite mehr erfahren: <a href=\"http:\/\/www.ayamurakami.de\/home\/\"><u>http:\/\/www.ayamurakami.de\/home\/<\/u><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt bedeutet Shod\u014d \u201eder Weg des Schreibens\u201c und daraus l\u00e4sst sich schon erahnen, dass es bei Shod\u014d um viel mehr geht als nur das sch\u00f6ne Schreiben. In der Shod\u014d-AG erlernen Studierende unseres Fachs von Kalligrafie-Meisterin Frau Aya Murakami die japanische Schriftkunst und die damit zusammenh\u00e4ngende ostasiatische Philosophie. 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