{"id":22508,"date":"2021-11-10T17:50:49","date_gmt":"2021-11-10T15:50:49","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=22508"},"modified":"2022-07-06T11:46:22","modified_gmt":"2022-07-06T09:46:22","slug":"prof-harald-conrad-im-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=22508","title":{"rendered":"Prof. Harald Conrad im Interview"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Harald Conrad ist seit 2019 Professor bei uns am Institut. Als promovierter Volkswirt forscht er unter anderem zum japanischen Personal- und Besch\u00e4ftigungssystem. Im Interview erz\u00e4hlt er, wie er \u00fcberhaupt zum Interesse an Japan kam und was ihn an der Arbeit in der Wissenschaft fasziniert. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Zen zur Volkswirtschaft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Fangen wir mal am Anfang an. Wie kam es denn zu Ihrem Interesse an Japan?<\/em><br><br>Mein Interesse an Japan ging vom Zen-Buddhismus aus. Ich habe mehrere Ausstellungen im Ostasiatischen Museum in K\u00f6ln besucht und in dem Zusammenhang hat mich Zen-Kunst sehr angesprochen. Ich habe mich dann weiter f\u00fcr Zen interessiert und auch angefangen in der Association Zen Internationale Zazen zu machen, also sitzende Meditation. Sp\u00e4ter war ich dann auch in Japan \u2013 ohne dass ich irgendein Wort Japanisch konnte \u2013 und habe in mehreren Kl\u00f6stern Retreats gemacht. Und so reifte dann der Gedanke, Japanisch zu lernen. Dar\u00fcber bin ich zur Japanologie gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was waren das f\u00fcr Retreats?<\/em><br><br>Das war einmal im Eihei-ji, das ist der Haupttempel der S\u014dt\u014d-Linie im Zen. Da war ich so eine Woche. Die haben dort auch ein internationales Programm. Der M\u00f6nch dort sprach sehr gut Englisch und k\u00fcmmerte sich um ausl\u00e4ndische G\u00e4ste \u2013 aber ich war damals der einzige Ausl\u00e4nder in der Gruppe. Und dann war ich auch nochmal in einem anderen Tempel, in einem Rinzai-Tempel irgendwo in Japan. Aber ich wei\u00df jetzt gar nicht mehr genau, wo das war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"767\" height=\"482\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/02_Eihei-ji_202111231832-4.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22597\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/02_Eihei-ji_202111231832-4.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22597\" class=\"wp-image-22597\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/02_Eihei-ji_202111231832-4.jpg 767w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/02_Eihei-ji_202111231832-4-300x189.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 767px) 100vw, 767px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Der Eihei-ji in den Bergen der Pr\u00e4fektur Fukui<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" width=\"770\" height=\"511\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03_202111231832-3.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22598\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03_202111231832-3.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22598\" class=\"wp-image-22598\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03_202111231832-3.jpg 770w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03_202111231832-3-300x199.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/03_202111231832-3-768x510.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Harald Conrad mit anderen Retreat-Teilnehmern<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Machen Sie denn heute noch Zazen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sollte (lacht). Ich sollte. Aber ich bin ein bisschen faul und steif geworden. Aber letztlich f\u00fchrt der Weg dahin zur\u00fcck, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter. Auf jeden Fall hat mich das nachhaltig mein Denken beeinflusst und vieles andere. Aber nicht meine Praxis, leider (lacht).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was hat Sie dann am Zen und der Meditationspraktik gereizt?<\/em><br><br>Damals hat mich daran schon so eine gewisse Exotik angezogen. Die habe ich nat\u00fcrlich  durch die lange Besch\u00e4ftigung mit Japan jetzt auch ein St\u00fcck weit abgelegt, diese Faszination. Aber Zen ist ja kein Glaube in dem Sinne, sondern eher eine Philosophie, eine Praxis, eine Art und Weise, Dinge zu tun. Und diese grundlegende \u00dcberlegung, das ist sehr stark nach wie vor bei mir. Aber das hei\u00dft jetzt nicht, dass ich diesem Zen-Ideal in irgendeiner Weise gerecht w\u00fcrde (lacht). Aber der Weg ist das Ziel (lacht).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sie haben ja dann nicht Japanologie studiert, sondern Wirtschaftswissenschaften. Sind Sie im Studium Japan verbunden geblieben?<\/em><br><br>Genau, ich habe in K\u00f6ln Volkswirtschaft studiert. Aber ich habe am Japanischen Kulturinstitut Sprachkurse gemacht, und war bei den Japanologen zwar nicht offiziell eingeschrieben, aber habe dort auch Kurse besucht. Und dann hatte ich ein DAAD-Stipendium mit dem ich ein Jahr in Japan war. Das war die Zeit, in der ich am intensivsten Japanisch gelernt habe. Ich habe damals auch meine jetzige Frau kennen gelernt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ist Ihnen aus dieser Studienzeit in Japan etwas besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben?<\/em><br><br>Ich habe in der Zeit meine jetzige Frau kennen gelernt. Das ist nat\u00fcrlich sehr stark im Ged\u00e4chtnis h\u00e4ngengeblieben (lacht). Aber sonst keine einzelne Begebenheit oder so.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sie haben sich ja dann nach dem Studium promoviert. War die wissenschaftliche Berufswahl f\u00fcr Sie eine bewusste Entscheidung?<\/em><br><br>Das Leben ist in meinen Augen sehr stark vom Zufall beeinflusst. Ich bin nicht jemand, der glaubt, dass alle Entscheidungen irgendwie von einem selber getroffen werden, sondern vieles ergibt sich einfach. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Und in meinem Fall war es so, dass ich mich nach dem Studium auch in der Wirtschaft beworben habe, aber dann hat mir mal jemand in einem Assessment Center gesagt, dass ich vielleicht eher ein bisschen zu akademisch w\u00e4re (lacht). Das war das eine, dass ich einfach keinen Job bekam (lacht) und das andere war, dass ich mich auf ein Stipendium beworben hatte, da ich auch wieder zur\u00fcck nach Japan zu meiner jetzigen Frau wollte. Das habe ich dann bekommen und so hat sich das entwickelt. Ich kann jetzt nicht sagen, das w\u00e4re immer schon angelegt gewesen. Aber eine gewisse Freude daran, Dingen auf den Grund zu gehen, die muss man nat\u00fcrlich schon haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das w\u00e4re jetzt auch meine n\u00e4chste Frage. Was hat Sie an der Arbeit in der Wissenschaft interessiert?<\/em><br><br>Das man versucht, die Welt irgendwie zu ordnen oder versucht, das Chaos irgendwie zu strukturieren. Und nat\u00fcrlich die Freude daran, ein Thema n\u00e4her zu durchdringen und ein Spezialist darin zu sein, wobei\u2026 wann ist man das schon (lacht). Au\u00dferdem kann man immer wieder neue Ideen bekommen und vermittelt dann auch diese Dinge an die Studierenden &#8211; das hat mich auch gereizt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>In der Forschung besch\u00e4ftigt man sich in der Regel lange mit Themen und erlebt dann auch Durststrecken. Was hilft Ihnen da motiviert zu bleiben?<\/em><br><br>Ich forsche ja unter anderem zum japanischen Besch\u00e4ftigungssystem. Und meine Motivation n\u00e4hrt sich \u2013 wie eigentlich auch bei den anderen Themen \u2013 immer daraus, dass es sehr viel mit Personen zu tun hat. F\u00fcr mich sind Themen interessant, zu denen man eher qualitativ forscht als quantitativ. Denn es ist nat\u00fcrlich nur ein Ausschnitt, aber anhand dieses Ausschnitts lernt man sehr viel \u00fcber die japanische Gesellschaft und wie sie sich ver\u00e4ndert. Und es ist nat\u00fcrlich ein sehr dynamisches Feld, in dem sich immer viel Neues ergibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Bevor Sie 2019 nach D\u00fcsseldorf gekommen sind waren Sie ja an der Universit\u00e4t in Sheffield. Gab es etwas, dass Sie am deutschen universit\u00e4ren System \u00fcberrascht hat, nach so langer Zeit in England?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gro\u00dfer Unterschied ist der britische Pragmatismus. Wenn man eine Frage oder ein Problem hat, dann wird das relativ unb\u00fcrokratisch gel\u00f6st. Da st\u00f6\u00dft man hier schon mal an die Grenzen. Wenn man irgendwas \u00e4ndern will, dann muss man die Kommissionsarbeit und die Entscheidung der Gremien abwarten. In England sind die Wege h\u00e4ufig k\u00fcrzer.<br>Und als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer muss man jedes Semester viele Antr\u00e4ge stellen, zum Beispiel f\u00fcr die HiWis. Wir reden hier von 50.000 Euro, und dann m\u00fcssen wir uns ewig dr\u00fcber unterhalten und wieder Antr\u00e4ge schreiben. Das kostet viel Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was ist denn generell ein \u201elittle known fact\u201c \u00fcber die Arbeit als Professor?<\/em><br><br>Dass wir sehr viel Verwaltungsarbeit haben (lacht). Wir machen eben nicht nur Forschung und Lehre, sondern wir haben zum Beispiel viele Besprechungen und sitzen in Kommissionen. Wir bekommen viele Anfragen f\u00fcr Rezensionen oder Gutachten &#8211; solche Dinge, k\u00f6nnen auch sehr zeitaufw\u00e4ndig sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Man muss sich also die Zeit f\u00fcr die Forschung eher freischaufeln<\/em>?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau, in D\u00fcsseldorf noch mehr als in Sheffield. Man muss dann sagen, okay, die Zeit muss ich mir jetzt nehmen, aber das ist nicht so einfach.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" width=\"492\" height=\"691\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01_202111231832_2.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22602\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01_202111231832_2.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22602\" class=\"wp-image-22602\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01_202111231832_2.jpg 492w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/01_202111231832_2-214x300.jpg 214w\" sizes=\"(max-width: 492px) 100vw, 492px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Harald Conrad im Kalligraphie-Unterricht<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"518\" height=\"723\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22604\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22604\" class=\"wp-image-22604\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832.jpg 518w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832-215x300.jpg 215w\" sizes=\"(max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Eine Treppe im Eihei-Ji<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aktualit\u00e4t und Zukunft der Japanologie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Neben der eigenen Forschung ist nat\u00fcrlich die universit\u00e4re Lehre und die Ausbildung der n\u00e4chsten generation an Japanwissenschaftler*innen sehr wichtig<\/em>. <em>Was kann man als Japanologie-Studierende aus diesem Studium mitnehmen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Spannende am Japanologie-Studium ist, dass man sich mit einer ganz anderen Kultur auseinandersetzt und nat\u00fcrlich sehr viel \u00fcber diese Kultur lernen kann. Aber man sch\u00e4rft auch den Blick auf die eigene Kultur, beginnt Dinge zu hinterfragen, die man vorher als selbstverst\u00e4ndlich angesehen hat.<br>Ganz pragmatisch gesehen gibt es in Japan zunehmend Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Menschen, die gut Japanisch sprechen. Das ist ja eines dieser Themen, mit dem ich mich auch befasst habe in den letzten Jahren, also die Besch\u00e4ftigung von ausl\u00e4ndischen Absolvent*innen in Japan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Haben Sie denn eine Buchempfehlung f\u00fcr Leute, die gerne mehr \u00fcber Japan wissen m\u00f6chten oder auch f\u00fcr Studierende im ersten Semester? So eine Art Einsteigerwerk.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ich gut finde ist \u201eUnderstanding Japanese Society\u201c von der Anthropologin Joy Hendry.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Es gibt ja immer wieder auch in den Medien Diskussionen \u00fcber die Rolle und Aufgabe der Geisteswissenschaften. Warum braucht es Ihrer Ansicht nach eigentlich Japanologie, warum braucht es Japanolog:innen oder generell Wissenschaftler*innen, die Japanforschung betreiben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir brauchen in einer globalisierten Welt ein gutes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Kulturen und L\u00e4nder, vielleicht noch mehr als fr\u00fcher. Globalisierung bedeutet eben nicht, dass alle Unterschiede verschwinden, sondern die werden im Gegenteil manchmal sogar noch betont.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie sehen Sie denn so die Zukunft des Faches Japanologie? Denken Sie es gibt eine bestimmte Richtung, in die sich die Forschung vielleicht entwickeln wird?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass das Fach zunehmend unter Druck ger\u00e4t. Also, dass man dann nicht mehr Japanologie macht, sondern das Fach in anderen Disziplinen aufgeht. Dann studiert man zum Beispiel Soziologie mit einem Japan-Schwerpunkt. Und die Sprachausbildung w\u00e4re dan \u2013 wie man das im angels\u00e4chsischen Raum sehen kann \u2013 in Sprachenzentren verschoben und das Fach Japanologie wird abgeschafft. Es kann sein, dass dann immer noch sehr viele Leute zu Japan arbeiten, aber das findet dann nicht mehr so konzentriert statt, was schade w\u00e4re. Da k\u00f6nnte die Entwicklung vielleicht hingehen in der Zukunft. Aber das ist eine schwer zu beantwortende Frage.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"760\" height=\"518\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832_2-2.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22603\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832_2-2.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22603\" class=\"wp-image-22603\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832_2-2.jpg 760w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832_2-2-300x204.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 760px) 100vw, 760px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Eine h\u00f6lzerne Glocke (gyoban) im Mampuku-ji<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"725\" height=\"476\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832-2.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22599\" data-full-url=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832-2.jpg\" data-link=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?attachment_id=22599\" class=\"wp-image-22599\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832-2.jpg 725w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/202111231832-2-300x197.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 725px) 100vw, 725px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Eine Meditationshalle im Eihei-ji<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Buchh\u00e4ndler &amp; Guqin-Musik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was f\u00fcr ein Buch liegt denn gerade auf Ihrem Nachttisch?<\/em><br><br>Auf meinem Nachttisch liegt gerade \u201eDiary of a Bookseller\u201c. Ich war selber fr\u00fcher Buchh\u00e4ndler, und das ist von einem Antiquariatsbuchh\u00e4ndler aus England in der N\u00e4he von Glasgow geschrieben. In diesem Tagebuch schreibt er \u00fcber die Ver\u00e4nderung der Buchlandschaft durch AbeBooks, Amazon und Booklooker und so weiter. Das interessiert mich sehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Haben Sie ein japanisches Lieblingsessen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin Fischallergiker, insofern gibt\u2019s bei mir nicht so viele Dinge aus der japanischen K\u00fcche, die ich gerne esse. Ich mag aber gerne Tonkatsu und Tempura.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Und haben Sie einen Lieblingsort in Japan?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also mein Lieblingstempel ist der Mampuku-ji, der \u201ezehntausendfaches Gl\u00fcck\u201c-Tempel in Uji. Der zeichnet sich durch klassische chinesische Ming-zeitliche Architektur aus und ist noch bestens erhalten. Und es gibt wenig Touristen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wo findet man Sie denn, wenn Sie nicht im B\u00fcro oder Zuhause am Schreibtisch sitzen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oft inmitten meiner Sammlung japanischer edo-zeitlicher Rollbilder und Kalligraphien, wo ich dann chinesischen oder japanischen Tee trinke und zum \u00c4rger meiner Frau wom\u00f6glich noch klassische chinesische Guqin-Musik h\u00f6re oder, noch schlimmer, japanischen Weihrausch abbrenne (lacht).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Herzlichen Dank an Prof. Conrad f\u00fcr das Interview und die tollen Fotos!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harald Conrad ist seit 2019 Professor bei uns am Institut. 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