{"id":1926,"date":"2009-06-11T10:07:39","date_gmt":"2009-06-11T09:07:39","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=1926"},"modified":"2020-07-17T11:49:57","modified_gmt":"2020-07-17T09:49:57","slug":"erfahrungsbericht-aus-osaka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=1926","title":{"rendered":"Erfahrungsbericht aus \u00d4saka"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">\n<p><em>Unsere Reihe der Japan-Berichte f\u00fchrt uns diese Woche nach \u00d4saka, genauer: an die Gaidai Universit\u00e4t, an der Malte Woick von 2007 bis 2008 studiert hat &#8211; und dem wir nat\u00fcrlich eine \u00fcberaus beliebte Frage stellen&#8230;<\/em><\/p>\n<p>\u201eWie war es in Japan?\u201c \u2013 Diese Frage wird einem hinterher von allen gestellt und so leicht ist sie gar nicht zu beantworten. Ich pers\u00f6nlich k\u00f6nnte jedes mir bekannte Adjektiv erwidern und l\u00e4ge damit nicht falsch, w\u00fcrde aber doch nur einen kleinen Teil der Erfahrungen damit beschreiben. Man erlebt einfach alles. Aber eins ist sicher: Wertvoll sind diese Erfahrungen in jeder Hinsicht!<!--more--><br \/>\nR\u00fcckblickend hatte ich in Japan eine wundervolle Zeit als Austauschstudent und eine weniger gute Zeit als Praktikant. So wie ich es empfand, lebt man als Student oder Tourist gewisserma\u00dfen nur auf der Oberfl\u00e4che der Gesellschaft. Ich glaube, man lernt Japan erst richtig kennen, wenn man Teil der gesellschaftlichen Hierarchie wird.<\/p>\n<p><strong>Der Unterricht:<br \/>\n<\/strong><br \/>\nIch durfte f\u00fcr ein Jahr an der Osaka gaidai studieren. Dort haben alle ausl\u00e4ndischen Studenten gemeinsam am\u300c\u65e5\u672c\u8a9e\u65e5\u672c\u6587\u5316\u6559\u80b2\u30bb\u30f3\u30bf\u30fc\u300d Unterricht. Zwar ist die Qualit\u00e4t des Unterrichts nat\u00fcrlich stark vom Lehrer abh\u00e4ngig, aber insgesamt empfand ich das Center als sehr professionell was den Japanischunterricht angeht. Alle Studenten werden zun\u00e4chst schriftlich und m\u00fcndlich gepr\u00fcft und dann in 4 Stufen eingeteilt. Ich landete zuerst in der oberen Mittelstufe und wechselte dann im n\u00e4chsten Semester in die Oberstufenkurse. F\u00fcr die Mittelstufe wurde sogar inzwischen ein eigenes Lehrbuch geschrieben. Einzig die Themen der kurzen Lesetexte jeder Lektion fand ich etwas langweilig. (&#8222;itadakimasu&#8220;, &#8222;waribashi&#8220; usw.) Am schwierigsten f\u00fcr mich waren die kanji-Kurse, obwohl ich eigentlich gerne kanji lerne. Ich belegte zuerst einen Kurs, der f\u00fcr die schnelle Wiederholung der ky\u00f4iku-kanji ausgelegt war. Der Lehrer war leider sehr wortkarg und lie\u00df uns einfach die ganze Stunde lang nur \u00dcbungsbl\u00e4tter ausf\u00fcllen. Im zweiten Semester dann hatte ich einen sehr guten kanji-Lehrer der mit einem \u00dcbungsbuch f\u00fcr japanische Sch\u00fcler arbeitete. Ansonsten belegte ich einen keigo-Kurs sowie einen speziell f\u00fcr business-keigo. Au\u00dferdem hatte ich zwei Grammatik-Kurse als Vorbereitung f\u00fcr den JLPT ikky\u016b. Beide Lehrerinnen arbeiteten mit dem gleichen Buch, von dem mehrere Lehrer sagten es sei als Vorbereitung f\u00fcr den JLPT sehr gut geeignet. \u300c\u5b8c\u5168\u30de\u30b9\u30bf\u30fc1\u7d1a \u65e5\u672c\u8a9e\u80fd\u529b\u8a66\u9a13\u6587\u6cd5\u554f\u984c\u5bfe\u7b56\u300d Dann noch ein Soziologie-Seminar, dass zwar sehr gut war, mich aber im ersten Semester noch etwas \u00fcberforderte. Ansonsten belegte ich auch einen shod\u014d-Kurs und ein Seminar mit japanischen Studenten zusammen (&#8222;Scandinavian Geography&#8220;) wo ich mein erstes Referat auf Japanisch hielt.<br \/>\n<strong><br \/>\nDer Standort:<\/strong><\/p>\n<p>Die Uni liegt etwa eine Stunde von Osaka in den Bergen. Da es dort au\u00dfer der Uni und einem Wohnviertel wirklich gar nichts gibt (nicht mal einen kombini) war es doch oft ein eher einsamer Alltag. Zum Gl\u00fcck war ich in einem internationalen Wohnheim untergebracht wo ich mit 40 anderen Studenten aus aller Welt zusammen wohnte und viele sehr gute Freunde finden konnte. Da es Studenten gab, die mit Unterrichtsbeginn erst mit Japanisch angefangen haben, wurde im Wohnheim fast nur Englisch gesprochen. Das fand ich pers\u00f6nlich aber gut weil man im Alltag gleich noch Englisch lernen konnte.<br \/>\nDie Internet-Versorgung war weniger erfreulich. Nachdem man herausgefunden hatte, dass man f\u00fcr den PC-Raum diverse Passw\u00f6rter in einem B\u00fcro abholen muss konnte man zumindest bis 20 Uhr einen Computer benutzen. In den Wohnheimen oder auf dem Campus gab es keinerlei Verbindung. F\u00fcr einige war das so nervig, dass sie sich eine Satellitenkarte f\u00fcr ihr Notebook kauften und im Monat 6 Tausend Yen f\u00fcr eine langsame und manchmal einfach nicht funktionierende Verbindung bezahlten. An technisch sonst einwandfrei ausgestatteten japanischen Universit\u00e4ten eigentlich unglaublich.<br \/>\nWas den Standpunkt Osaka wirklich wunderbar macht, ist die N\u00e4he zu diversen touristischen Highlights und von der Uni aus organisierten und bezahlten (!) Ausfl\u00fcgen. (biwako, eiheiji usw.) Daf\u00fcr galt es lediglich hinterher einen Bericht zu schreiben, der allerdings nicht korrigiert wurde. Mein <a href=\"http:\/\/www.cjlc.osaka-u.ac.jp\/cgi-bin\/news\/news_j.cgi?dn=26&amp;nc=1225021964\">letzter Bericht<\/a> wurde auf der Homepage des Centers ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Reihe der Japan-Berichte f\u00fchrt uns diese Woche nach \u00d4saka, genauer: an die Gaidai Universit\u00e4t, an der Malte Woick von 2007 bis 2008 studiert hat &#8211; und dem wir nat\u00fcrlich eine \u00fcberaus beliebte Frage stellen&#8230; \u201eWie war es in Japan?\u201c \u2013 Diese Frage wird einem hinterher von allen gestellt und so leicht ist sie gar nicht zu beantworten. Ich pers\u00f6nlich k\u00f6nnte jedes mir bekannte Adjektiv erwidern und l\u00e4ge damit nicht falsch, w\u00fcrde aber doch nur einen kleinen Teil der Erfahrungen damit beschreiben. Man erlebt einfach alles. 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