{"id":18157,"date":"2018-06-07T10:48:13","date_gmt":"2018-06-07T08:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=18157"},"modified":"2020-07-17T12:58:32","modified_gmt":"2020-07-17T10:58:32","slug":"persoenliche-eindruecke-aus-shimane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=18157","title":{"rendered":"Pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke aus Shimane"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18159\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A.jpg\" alt=\"Photo21_21A\" width=\"1909\" height=\"1273\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A.jpg 1909w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-300x200.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-768x512.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-840x560.jpg 840w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1909px) 100vw, 1909px\" \/><\/p>\n<p><strong>Nachdem wir in den letzten Wochen schon etwas \u00fcber<a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=18042\"> Kagura<\/a> und die <a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=18094\">Situation von l\u00e4ndlichen Schulen<\/a> in der Pr\u00e4fektur Shimane erfahren haben,&nbsp;schildert&nbsp;Caroline Ruhl nun&nbsp;die pers\u00f6nliche Seite der Exkursion nach Shimane, bei der die Studierenden in engen Kontakt mit der lokalen Bev\u00f6lkerung gekommen sind.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hikimi<\/strong><\/p>\n<p>Das Ehepaar M begr\u00fc\u00dfte uns am ersten Abend der Exkursion gemeinsam mit den anderen freiwilligen Helfern im B\u00fcrgerzentrum von Hikimi. \u00dcber lokalen K\u00f6stlichkeiten wie <em>tsukemono<\/em>, s\u00fc\u00dfem Wasabi und Nigiri wurden die ersten sch\u00fcchternen \u2013 und nach einer \u00fcber 20-st\u00fcndigen Reise und weiteren Stunden straffen Programms zugegebenerma\u00dfen ersch\u00f6pften \u2013 <em>aisatsu<\/em> ausgetauscht. Doch viel Zeit blieb nicht, um sich in Ruhe zu unterhalten, denn trotz der an jedem Tisch begonnen Gespr\u00e4che erwartete uns ein letzter Programmpunkt f\u00fcr diesen Tag und so musste unser weiteres Kennenlernen auf sp\u00e4ter verschoben werden. Nach einer sehr eindrucksvollen <a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=18042\">Kagura-Auff\u00fchrung<\/a> und dem sich anschlie\u00dfenden Interviewtrubel mit lokalen Nachrichtensendern und Reportern von NHK World, begann der Menschenkn\u00e4uel sich schlie\u00dflich aufzul\u00f6sen und die einzelnen Gr\u00fcppchen aus Gastgebern und Studierenden verteilten sich auf die Fahrzeuge, die auf dem Parkplatz vor dem B\u00fcrgerzentrum bereitstanden.<\/p>\n<p>Berfinaz, Denise und ich stiegen gemeinsam mit Herr und Frau M in einen wei\u00dfen kastigen Toyota. Nach und nach winkten wir einzelnen Autos zu, die an unversehens auftauchenden H\u00e4usern hielten und uns mit Lichthupen in die Nacht verabschiedeten. Wir hingegen fuhren immer weiter den Berg hinauf, an sich windenden Schneemauern vorbei und immer weiter in die Dunkelheit hinein. Mir fiel es derweil immer schwerer die Augen offen zu halten, da machte Herr M unversehens einen Schlenker nach links und brachte den Wagen zum Halten. Wir schienen irgendwo im Nirgendwo angekommen zu sein, deshalb stiegen wir aus und standen nun inmitten der Dunkelheit und K\u00e4lte.&nbsp;&nbsp;<!--more--><\/p>\n<p>Das von der Schneemauer abprallende Licht der Scheinwerfer erlaubte uns einen Blick in unsere unmittelbare Umgebung, doch au\u00dfer Unmengen an weiterem Schnee und B\u00e4umen lie\u00df sich kein Anzeichen eines Hauses, kein Licht ausfindig machen. Stattdessen war das stetige Rauschen eines kleinen Flusses zu h\u00f6ren. Frau M schritt voran und wir folgten ihr den kaum auszumachenden Schneeweg entlang in die Richtung, aus der das Rauschen des unsichtbaren Flusses erklang. Und tats\u00e4chlich trabten wir kurz darauf \u00fcber eine kleine st\u00e4hlerne Br\u00fccke hinweg und standen pl\u00f6tzlich vor einem Haus, das sich langsam aus der Dunkelheit sch\u00e4lte. Herr M hatte indes den R\u00fcckw\u00e4rtsgang eingelegt und lie\u00df den Toyota die schmale Kurve des Schneewegs hinab, \u00fcber die Br\u00fccke und vor das Haus rollen. Nach \u00fcber 30 Stunden waren wir also endlich angekommen!<\/p>\n<p>Nachdem wir unser Gep\u00e4ck ins Haus gebracht und uns gemeinsam bei einer Tasse Tee um den <em>kotatsu<\/em> aufgew\u00e4rmt hatten, erkl\u00e4rte uns Frau M, wo und wie wir unsere Futons aufbauen durften. Es war furchtbar kalt im ganzen Haus, die Tatamimatten glichen einer Eisfl\u00e4che und lediglich zwei d\u00fcnne <em>fusuma<\/em> (Schiebew\u00e4nde) trennten uns von der eisigen K\u00e4lte drau\u00dfen. Japanische H\u00e4user sind h\u00e4ufig f\u00fcr die schw\u00fcle Hitze des Sommers konstruiert, und so gab es auch bei Familie M weder eine wirkungsvolle Isolation, noch eine Heizung. Ein kleiner Heizofen und vor allem der <em>kotatsu<\/em> mussten als W\u00e4rmequellen ausreichen. Voller Vorfreude machten wir uns also daran unser Lager zu errichten, das mit jeder hinzukommenden Lage kuscheliger und einladender aussah. Als kr\u00f6nenden Abschluss schob Frau M jedem von uns ein kleines \u00d6fchen am Fu\u00dfende unter die dicken Decken. Die drei Futons sahen herrlich aus! Doch bevor wir uns in unsere Futons hineinkuschelten, kehrten wir alle noch einmal an den <em>kotatsu<\/em> zur\u00fcck und setzten unser Kennenlernen da fort, wo wir zuvor durch den unerm\u00fcdlichen Programmverlauf unterbrochen worden waren.<\/p>\n<p>Herr M versuchte uns unentwegt zum Trinken zu animieren, doch zu seiner gro\u00dfen Entt\u00e4uschung sa\u00df er mit zwei deutschen Studentinnen zusammen, die tats\u00e4chlich kein Bier mochten. Der erste Kulturschock war bereitet. Doch auch ohne Alkohol war die Stimmung von Beginn an gel\u00f6st und wir beantworteten ausf\u00fchrlich die vielen neugierigen Fragen von Herr M, w\u00e4hrend wir unsererseits allerlei Dinge im Haus entdeckten, die unser Interesse weckten. Frau M k\u00fcmmerte sich unterdessen mit der allergr\u00f6\u00dften Aufmerksamkeit um uns, schenkte uns Tee nach und stellte eine Vielzahl k\u00f6stlicher Snacks bereit. Erst sp\u00e4t am Abend tauschten wir den <em>kotatsu<\/em> gegen unsere Futons ein, packten die kr\u00e4nkelnde Denise in unsere Mitte, und vergruben uns bis zur Nasenspitze unter den vier Decken. Es war so kalt, dass jedes noch so kleine K\u00f6rperteil, das aus dem Futon herausblitzte, von brennender K\u00e4lte gepackt wurde. Wir schliefen trotzdem wunderbar, tief und fest in dieser Nacht.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen f\u00fchrte mich mein erster Gang auf die Toilette, die sich am Rand des Hauses befand und wo ich im Schein der Morgensonne meinen Eisatem beobachtete. Zwischen <em>shod\u00f4<\/em>-Pinseln und alten Puppen wuschen wir uns den Schlaf aus dem Gesicht und fr\u00fchst\u00fcckten anschlie\u00dfend \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 um den <em>kotatsu<\/em> herum. Ungeduldig, das Haus unserer Gastgeber endlich im Hellen betrachten zu k\u00f6nnen, schnappte ich mir meine Kamera und folgte Herrn M nach drau\u00dfen. Zu meinem Erstaunen gab es neben dem eigentlichen Haus noch ein weiteres Geb\u00e4ude, das am Abend zuvor von der Dunkelheit nicht zu unterscheiden gewesen war. Es dient Herrn M als Lagerst\u00e4tte und Werkstatt und er erkl\u00e4rte mir, dass die Grundger\u00fcste beider Geb\u00e4ude bereits weit \u00fcber einhundert Jahre alt seien.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18160\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A.jpg\" alt=\"Photo22_22A\" width=\"1909\" height=\"1273\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A.jpg 1909w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A-300x200.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A-768x512.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A-840x560.jpg 840w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo22_22A-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1909px) 100vw, 1909px\" \/><\/p>\n<p>Wir schritten den von einer Schneemauer ges\u00e4umten schmalen Pfad entlang in Richtung des wei\u00dfen Toyota und von dort aus sah ich nun den kleinen Fluss, der pl\u00e4tschernd direkt vor dem Haus den Berg hinabfloss. Von der Br\u00fccke aus wurde mir klar, dass uns unser Eindruck der vergangenen Nacht nicht getrogen hatte, denn abgesehen von dem Haus der Familie M befand sich auf weite Sicht hin nur Wald, Schnee und noch viel mehr Schnee. Erst auf der Fahrt hinunter zur <a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=18094\">Grundschule von Hikimi<\/a>&nbsp;tauchten nach und nach vereinzelt H\u00e4user auf, bevor die Besiedlung so dicht wurde, dass man von einem Dorf sprechen mochte. Frau M kannte jedes der H\u00e4user und deren Bewohner. Sie erkl\u00e4rte uns, dass die meisten dieser H\u00e4user durch alte Ehepaare bewohnt seien, die nicht selten mit einem ihrer Kinder zusammenlebten, die selbst bereits ein hohes Alter erreicht hatten. Zu einem Haus auf der rechten Seite bemerkte sie, dass dort ein relativ junger Mann wohne, der nach einer gescheiterten Ehe wieder in seine alte Heimat zur\u00fcckgekehrt sei. Zwei H\u00e4user weiter habe ein anderer junger Mann sein Elternhaus noch nie verlassen. Links sei einmal ein Kino gewesen, doch das habe schon seit langer Zeit geschlossen, leider.<\/p>\n<p><strong>Okuizumo<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf \u00e4ltere Damen standen in der K\u00fcche des B\u00fcrgerzentrums in Okuizumo. Sie alle waren um die 80 Jahre alt, klein und emsig dabei, verschiedene <em>tsukemono<\/em> in eine ansprechende Form zu bringen, um sie anschlie\u00dfend auf gro\u00dfen runden Tellern anzurichten. Nachdem wir an diesem Nachmittag vor die Wahl zwischen Holzhacken und Gem\u00fcseschneiden gestellt wurden, machten Berfinaz und ich uns schnurstracks auf den Weg in die K\u00fcche, wo die Vorbereitungen f\u00fcr das Abendessen bereits im vollen Gange waren. Begeistert schauten wir zun\u00e4chst zu, wie die Frauen mit sicheren Handgriffen das Gem\u00fcse in die kleinen geschnitzten und verzwirbelten Leckereien verwandelten, die wir sonst wie selbstverst\u00e4ndlich auf unseren Tellern vorfanden; doch es dauerte nicht lange und wir wurden selbst mit einem Brett, Messer und <em>konnyaku<\/em> (gelatineartige Masse aus Aronstabknollen) ausgestattet. Wir folgten den Anweisungen der Frauen und schnitten den <em>konnyaku<\/em> in fingerbreite dominosteinf\u00f6rmige St\u00fccke, setzten daraufhin einen schmalen chirurgischen Schnitt mittig der flachen Seite an und zogen ein Ende des <em>konnyaku<\/em>-Streifens durch diesen Schlitz, sodass ein schraubenartiges Muster entstand. Diesen Kniff wiederholten wir einige Male, begutachteten stolz die ersten Ergebnisse und freuten uns \u00fcber das anerkennende Nicken der umstehenden Frauen, bevor sie uns das n\u00e4chste eingelegte Gem\u00fcse reichten, das unter unseren Messern zu neuer Form gelangte.<\/p>\n<p>Nach kurzer Zeit gesellten sich Konstantin und Denise hinzu, die prompt zwei riesige St\u00fccke gefrorenes Wildschweinfleisch vorgesetzt bekamen, das f\u00fcr die Suppe in Mundgerechte St\u00fccke geschnitten werden sollte. Nach kurzer Zeit sahen die beiden bereits aus, als h\u00e4tten sie sich in Schweineblut gesuhlt und ich war froh, dass dieser Kelch an mir vor\u00fcber gegangen war.<br \/>\nDie junge Frau S bereitete in der Zwischenzeit die Suppe vor. Sie stammt urspr\u00fcnglich aus Tokio, doch sie entschloss sich vor ein paar Jahren gemeinsam mit ihrem Mann, der Stadt den R\u00fccken zu kehren und sich in seiner alten Heimat ein neues Leben aufzubauen. W\u00e4hrend die <em>ob\u00e2san<\/em> die Schneidek\u00fcnste von Konstantin und Denise genau unter die Lupe nahmen, halfen wir Frau S dabei, das Gem\u00fcse f\u00fcr die Suppe zu schneiden. Dabei wurden wir tatkr\u00e4ftig von den beiden kleinen Enkelkindern unserer Gastgeber unterst\u00fctzt, die gemeinsam mit ihrer Mutter extra wegen unseres Besuchs aus Kyoto gekommen sind. Die Stimmung in der K\u00fcche war fr\u00f6hlich und es wurde ausgelassen geplaudert und gescherzt. Zwar sollte in wenigen Stunden ein Abendessen f\u00fcr mindestens 30 Personen fertig sein, doch es war nicht ein Hauch von Stress oder Hektik zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18161\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2.jpg\" alt=\"Photo21_21A 2\" width=\"1909\" height=\"1273\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2.jpg 1909w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2-840x560.jpg 840w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo21_21A-2-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1909px) 100vw, 1909px\" \/><\/p>\n<p>An diesem Abend freuten wir uns nat\u00fcrlich besonders auf das gemeinsame Essen, konnten wir doch behaupten, dass wir einen winzigen Teil dazu beigetragen hatten. W\u00e4hrend sich der Raum langsam f\u00fcllte, hielt ich Ausschau nach unseren <em>ob\u00e2san<\/em>, doch zu meiner Verwunderung und Entt\u00e4uschung nahmen sie nicht an diesem gemeinsamen Abendessen teil. Frau S erkl\u00e4rte mir sp\u00e4ter, dass jeder im Dorf seine eigene Spezialit\u00e4t habe, f\u00fcr die er im Dorf bekannt sei, und so habe man die Frauen vorher angesprochen, ob sie bereit seien, diese zu unserem Abendessen beizusteuern, oder sie haben von sich aus angeboten, anl\u00e4sslich unseres Besuchs etwas zu kochen. So seien die <em>ob\u00e2san<\/em> zwar an diesem Abend nicht dabei, aber durch ihre Speisen h\u00e4tten auch sie dazu beigetragen, uns einen sch\u00f6nen Besuch in Okuizumo zu bereiten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18162\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A.jpg\" alt=\"Photo23_23A\" width=\"1909\" height=\"1273\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A.jpg 1909w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A-300x200.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A-768x512.jpg 768w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A-840x560.jpg 840w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Photo23_23A-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1909px) 100vw, 1909px\" \/><\/p>\n<p><strong>Matsue<\/strong><\/p>\n<p>Das erste Mal alleine bin ich nach einer Woche in meinem Einzelzimmer in einem Hotel in der Pr\u00e4fekturhauptstadt Matsue. Mein Zimmer befindet sich im rechten Fl\u00fcgel eines langen Ganges, auf dem zu beiden Seiten unz\u00e4hlige Zimmert\u00fcren abgehen, die nur durch die auf- oder absteigenden bronzefarbenen Nummern zu unterschieden sind. Zun\u00e4chst habe ich mich darauf gefreut, einen Raum f\u00fcr mich alleine zu haben, um die Eindr\u00fccke der letzten Tage Revue passieren zu lassen und mich in aller Ruhe meinem Gep\u00e4ck zu widmen, das im Laufe der vergangenen Woche durch die unz\u00e4hligen <em>omiyage<\/em> und Informationsbrosch\u00fcren wesentlich schwerer und chaotischer geworden ist. Doch statt mich meiner neurotischen Ordnungssucht hinzugeben, sitze ich auf meinem Bett und frage mich, was meine Zimmergenossinnen der vergangenen Tage, Berfinaz und Denise, wohl gerade treiben, nachdem wir die gesamte Exkursion quasi ununterbrochen gemeinsam verbracht haben. Berfinaz war mit Konstantin f\u00fcr einen Workshop bei ANA bereits nach Tokio weitergereist, w\u00e4hrend Denise wie die anderen vermutlich auch in ihrer eigenen Zimmerparzelle sa\u00df. W\u00e4hrend ich so alleine auf meinem Bett hockte, hoffte ich, dass das Gemeinschaftsgef\u00fchl, das unsere eingeschworene Reisegruppe beseelt hatte und uns in den beiden D\u00f6rfern in Shimane begegnet war, noch lange nachklingen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>Caroline Ruhl<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir in den letzten Wochen schon etwas \u00fcber Kagura und die Situation von l\u00e4ndlichen Schulen in der Pr\u00e4fektur Shimane erfahren haben,&nbsp;schildert&nbsp;Caroline Ruhl nun&nbsp;die pers\u00f6nliche Seite der Exkursion nach Shimane, bei der die Studierenden in engen Kontakt mit der lokalen Bev\u00f6lkerung gekommen sind.&nbsp; Hikimi Das Ehepaar M begr\u00fc\u00dfte uns am ersten Abend der Exkursion gemeinsam mit den anderen freiwilligen Helfern im B\u00fcrgerzentrum von Hikimi. \u00dcber lokalen K\u00f6stlichkeiten wie tsukemono, s\u00fc\u00dfem Wasabi und Nigiri wurden die ersten sch\u00fcchternen \u2013 und nach einer \u00fcber 20-st\u00fcndigen Reise und weiteren Stunden straffen Programms zugegebenerma\u00dfen ersch\u00f6pften \u2013 aisatsu ausgetauscht. Doch viel Zeit blieb nicht, um sich in Ruhe zu unterhalten, denn trotz der an jedem Tisch begonnen Gespr\u00e4che erwartete uns ein letzter Programmpunkt f\u00fcr diesen Tag und so musste unser weiteres Kennenlernen auf sp\u00e4ter verschoben werden. Nach einer sehr eindrucksvollen Kagura-Auff\u00fchrung und dem sich anschlie\u00dfenden Interviewtrubel mit lokalen Nachrichtensendern und Reportern von NHK World, begann der Menschenkn\u00e4uel sich schlie\u00dflich aufzul\u00f6sen und die einzelnen Gr\u00fcppchen aus Gastgebern und Studierenden verteilten sich auf die Fahrzeuge, die auf dem Parkplatz vor dem B\u00fcrgerzentrum &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1200,13,5],"tags":[1540,934,1374,814,1539,1537,1538,1542,1505,1541],"class_list":["post-18157","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-austausch","category-featured","category-studium","tag-caroline-ruhl","tag-demographischer-wandel","tag-erfahrungsbericht","tag-exkursion","tag-gastfamilie","tag-hikimi","tag-homestay","tag-kotatsu","tag-shimane","tag-tsukemono"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18157"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18157\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21203,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18157\/revisions\/21203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18157"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18157"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}