{"id":13925,"date":"2011-06-09T11:45:35","date_gmt":"2011-06-09T09:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=13925"},"modified":"2020-07-03T16:38:39","modified_gmt":"2020-07-03T14:38:39","slug":"13925","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=13925","title":{"rendered":"Experimentelle Kl\u00e4nge mit traditioneller Note"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_13926\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13926\" class=\"wp-image-13926\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Kobayashi_Circle.jpg\" alt=\"Kobayashi_Circle\" width=\"300\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Kobayashi_Circle.jpg 1120w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Kobayashi_Circle-300x248.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Kobayashi_Circle-1024x845.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Kobayashi_Circle-768x634.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-13926\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Annika Raue<\/p><\/div>\n<p>Die Modernes Japan-Studentin Annika Raue berichtet von der&nbsp; \u201eLangen Nacht der Neuen Musik\u201c am 27. Mai, die ganz im Zeichen einer klanglichen Reise stand \u2013 von Tokyo nach D\u00fcsseldorf und zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Eine lange Nacht mit \u201eNeuer Musik\u201c fand am 27. Mai in der Robert-Schumann Hochschule statt. Von 18 Uhr bis nach Mitternacht gab es bereits zum dritten Mal an vier verschiedenen Veranstaltungsorten innerhalb der Hochschule neue Kl\u00e4nge sowohl von bekannten Komponisten als auch den Kompositionsklassen des vergangenen Semesters zu h\u00f6ren. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Vorstellung von Werken zeitgen\u00f6ssischer japanischer Komponisten. <!--more--><\/p>\n<p>Das \u201eEnsemble f\u00fcr Neue Musik\u201c der Robert Schumann-Hochschule unter der Leitung von Prof. R\u00fcdiger Bohn und Studierenden der Dirigierklasse startete gegen 22:30 Uhr mit dem ersten japanischen Musikblock.<br \/>\nZu Beginn wurde ein Werk der in D\u00fcsseldorf lebenden und auch anwesenden Komponistin <strong>Yamaguchi Yasuko<\/strong> gespielt, die in Japan und Deutschland bereits zahlreiche Auszeichnungen und eine Nominierung f\u00fcr den Akutagawa-Kompositionspreis erhalten hat. Ihr St\u00fcck \u201eParabel\u201c, eine Komposition f\u00fcr ein kleineres Ensemble mit Fl\u00f6te, Klarinette, Violine, Violoncello und Schlagzeug \u00fcberraschte neben seinem Spiel mit Stille, Dynamik und japanisch anmutenden percussiven Elementen vor allem mit dem Einsatz von kleinen, an den Notenst\u00e4ndern befestigten Luftballons, welche die Musiker als eigenen percussiven Beitrag zu gegebenen Zeitpunkt platzen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Weiter ging es mit \u201eRenga II\u201c, einem St\u00fcck von <strong>Kaneko Hitomi<\/strong>, einer ebenfalls sehr bekannten japanischen Komponistin, deren St\u00fccke von Ensambles weltweit, unter anderem in den USA, Frankreich vielen anderen L\u00e4ndern Europas, aufgef\u00fchrt wurden.&nbsp; Das Werk, bei dem das Ensemble durch Klavier erweitert wurde, fiel durch seinen starken Kontrast zwischen anf\u00e4nglicher Stille und sich immer weiter aufbauender Dynamik auf. Dabei wurden erneut teils sehr unterschiedliche percussive Akzente und minimale Klangelemente wie das Ert\u00f6nen der Querfl\u00f6te in stillen Passagen in den Vordergrund ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Das Solo \u201eRequiem\u201c f\u00fcr die Querfl\u00f6te von <strong>Fukushima Kazuo <\/strong>weckte die wohl st\u00e4rksten Assoziationen mit japanischer traditioneller Musik. Die Spielweise der Querfl\u00f6te erinnerte sehr an den Klang japanischer Shakuhachi-Fl\u00f6tenst\u00fccke&nbsp; und schien f\u00fcr einen Moment aus dem Programm der Neuen Musik auszubrechen. Fukushima, der die Fl\u00f6te als Instrument bevorzugt, ist daf\u00fcr bekannt, zeitgen\u00f6ssische westliche Str\u00f6mungen mit japanischen Traditionen wie dem N\u00f4-Theater zu verbinden.<\/p>\n<p>Im zweiten Konzertblock, der ab etwa 0:30 Uhr begann, gab es unter anderem zwei Werke von Akemi Kobayashi und Toshio Hosokawa zu h\u00f6ren.<br \/>\nMit <strong>Kobayashi Akemis<\/strong> Werk \u201eCircle\u201c wurde das Ensemble nochmals um einige Instrumente, darunter auch Oboe, Fagott und Viola, auf ein gro\u00dfes Ensemble erweitert. Auch hier gab es wieder au\u00dfergew\u00f6hnliche Klangtechniken zu h\u00f6ren: Als einleitendes Klangelement f\u00fcr das St\u00fcck diente der hohe, schwingende Klang eines geriebenen Glasrandes.<\/p>\n<p><strong>Hosokawa Toshio<\/strong>, der zu den wichtigsten und bedeutendsten zeitgen\u00f6ssischen Komponisten Japans geh\u00f6rt und dessen Kompositionen neben Orchestermusik auch Opern und Filmmusik umfassen, war mit seinem St\u00fcck \u201eVoyage\u201c vertreten. Mit dem gr\u00f6\u00dften, 20-k\u00f6pfigen Ensemble bildete er wohl den H\u00f6hepunkt des Abends. Sein dynamisches, eher d\u00fcsteres Werk wurde von der bekannten japanischen Akkordeonistin Mie Miki begleitet, die seit 2003 an der Folkwang Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Essen als Professorin besch\u00e4ftigt ist.<\/p>\n<p>Inmitten der sehr experimentellen, dynamischen und oft sehr lauten Klangtechniken, welche f\u00fcr die Neue Musik charakteristisch sind, waren bei den Werken japanischer Komponisten sehr oft typische Elemente japanischer traditioneller Musik herauszuh\u00f6ren. Am meisten machte sich dies am Einsatz des Schlagzeuges bemerkbar, dessen teils rasche oder auch stark akzentuierte Schlagfolgen an Taiko- oder N\u00f4-Trommeln erinnerten. Auch die bereits erw\u00e4hnte \u00c4hnlichkeit der klassischen Querfl\u00f6te zur Shakuhachi-Fl\u00f6te machte sich in den St\u00fccken oft bemerkbar. Ebenfalls auff\u00e4llig war die im Vergleich allgemein gr\u00f6\u00dfere Betonung der Stille, um Akzente wie z.B. die der Querfl\u00f6te oder Trommeln st\u00e4rker hervorzuheben.<\/p>\n<p>Parallel zu den sehr gut besuchten Hauptveranstaltungen im Praktika- und Kammermusik-Saal gab es in einem Unterrichtsraum und im Mensageb\u00e4ude noch kleinere Nebenveranstaltungen. In der Mensa gab es w\u00e4hrend der ganzen Veranstaltung Catering und ab 22 Uhr konnte man sich dort Filmvorf\u00fchrungen, Performances und kleinere Auff\u00fchrungen ansehen, bevor die lange Nacht der Neuen Musik mit einer abschlie\u00dfenden Party ab 2 Uhr mit DJ und Jam-Session nochmals in die Verl\u00e4ngerung ging.<\/p>\n<p><em>Annika Raue<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Modernes Japan-Studentin Annika Raue berichtet von der&nbsp; \u201eLangen Nacht der Neuen Musik\u201c am 27. 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