{"id":12251,"date":"2013-12-15T00:19:16","date_gmt":"2013-12-14T23:19:16","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=12251"},"modified":"2020-07-17T08:44:19","modified_gmt":"2020-07-17T06:44:19","slug":"als-volunteer-an-einem-japanischen-kindergarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=12251","title":{"rendered":"Als Volunteer an einem japanischen Kindergarten"},"content":{"rendered":"<p><i>In unserer <a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=12228#more-12228\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Interviewreihe<\/a> mit dem zweiten Jahrgang der Bachelor Plus Studierenden sprechen wir heute mit Stephanie Segener. Frau Segener war an der Kei\u014d Daigaku und hat w\u00e4hrend ihres Aufenthaltes in T\u014dky\u014d f\u00fcr ihr BA+ Projekt <b>&#8222;Der Einfluss von Erziehung auf Geschlechterrollen in japanischen Kinderg\u00e4rten&#8220;<\/b> geforscht. Frau Segener interessierte sich daf\u00fcr, inwieweit es eine geschlechtsbezogene Trennung im Rahmen der Sozialisation im Kindergarten gibt und inwiefern diese von Erziehern, Eltern, aber auch den Kindern selbst wahrgenommen wird. Wie auch unsere BA+ Studierende <a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=12185\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ute Blazejak<\/a>\u00a0hat Frau Segener im Rahmen ihres Projekts als \u00a0Volunteer gearbeitet. Hierf\u00fcr war sie an einem Ganztagskindergarten (hoikuen) in Yokohama t\u00e4tig, in dem ca. 270 Kinder berufst\u00e4tiger Eltern \u00a0von 0-5 Jahren von 42 Erziehern und Erzieherinnen\u00a0betreut werden. <\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-1_gro\u00df.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-12252\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-1_gro\u00df.jpg\" alt=\"Segener_Kindergarten\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-1_gro\u00df.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-1_gro\u00df-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-1_gro\u00df-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><b>BA+:<\/b> Frau Segener, f\u00fcr Ihre Feldforschung haben Sie ja an einem <i>hoikuen<\/i> in Yokohama hospitiert. Wie sah Ihr Alltag als Volunteer im Kindergarten aus und welche Aufgaben hatten Sie dort?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Zeit als Volunteer habe ich mehrere Altersklassen im <i>hoikuen<\/i> besucht, wodurch meine Aufgaben je nach Klasse etwas unterschiedlich ausfielen. Letztendlich war meine haupts\u00e4chliche \u201eAufgabe\u201c aber das Spielen mit den Kindern. Daneben durfte ich den Kindern auch beim Essen, beim Umziehen\u00a0oder den Schlafvorbereitungen helfen, z.B. die Futons auslegen und dann zum Einschlafen bei den Kindern bleiben, etc. Also habe ich \u00fcberall da ausgeholfen, wo die Kinder noch ein bisschen Unterst\u00fctzung brauchten.<\/p>\n<p><b>BA+: <\/b>An der Uni wird man darauf ja nicht unbedingt vorbereitet und lernt eher Standard-Japanisch; wie war es denn f\u00fcr Sie, mit kleinen Kindern auf Japanisch zu sprechen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ehrlich gesagt war ich am Anfang etwas \u00fcberfordert, insbesondere da ich zuerst bei den Kleinsten in den Klassen war. Bei den etwas \u00e4lteren Kindern habe ich dann zum Gl\u00fcck die Erfahrung gemacht, dass die Kinder sich mir angepasst haben und die Vorschulkinder sogar auf mich eingegangen sind. Wenn ich etwas nicht verstanden hatte und nochmal nachhaken musste, haben sie mir das, was sie eigentlich sagen wollten, mit anderen Worten relativ simpel und ziemlich gut erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Da ich das \u00fcberhaupt nicht erwartet hatte, war ich dementsprechend ziemlich \u00fcberrascht!<\/p>\n<p><b>BA+: <\/b>Was haben die japanischen Kinder Sie denn gefragt?<a href=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-12256\" src=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-2.jpg\" alt=\"Segener_Kindergarten2\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-2.jpg 1024w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/moja.phil.hhu.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Segener-Foto-2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die meisten Kinder wollten von mir wissen, wo ich herkomme und warum ich Japanisch spreche. In einer Klasse fanden die Kinder anscheinend aber meine Ohrstecker auch ganz interessant und haben mich dann dar\u00fcber ausgefragt. Was genau ich eigentlich bei ihnen mache, hat mich lustigerweise kein Kind gefragt. Aber sie haben mich gefragt, ob ich denn am n\u00e4chsten Tag wiederkommen werde, wor\u00fcber ich mich nat\u00fcrlich sehr gefreut habe.<\/p>\n<p><b>BA+: <\/b>Das h\u00f6rt sich ja ganz so an, als ob Ihre Feldforschung ziemlich gut gelaufen ist und sie schnell einen guten Zugang zu den Kindern finden konnten! Haben Sie denn nun im Rahmen Ihres BA+ Projekts Unterschiede zwischen M\u00e4dchen und Jungen im Kindergarten feststellen k\u00f6nnen und wenn ja, welche?<\/p>\n<p>Unterschiede zwischen M\u00e4dchen und Jungen sind mir\u00a0durchaus aufgefallen.\u00a0So haben Jungen und M\u00e4dchen z.B. unterschiedliche Spiele bevorzugt und\u00a0auch die Art und Weise wie sie miteinander\u00a0spielten unterschied sich &#8211; vielleicht auch dadurch bedingt, dass die Jungen im Allgemeinen mehr Kraft hatten. Aber viel interessanter fand ich eigentlich, dass sich in der Umgangsweise der Erzieher und Erzieherinnen mit den Kindern eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Trennung bei den Geschlechtern gezeigt hat. Dies kam zum Beispiel allein in der Art und Weise zum Ausdruck, wie die Kinder f\u00fcr gemalte Bilder oder \u00c4hnliches gelobt wurden. So wurden M\u00e4dchen mit \u201ekirei\u201c oder \u201ekawaii\u201c gelobt, Jungen hingegen mit \u201ekakko\u012b\u201c. Diese Unterschiede schienen meinen Beobachtungen zufolge den Erziehern und Erzieherinnen wiederum aber nicht unbedingt so bewusst zu sein.<\/p>\n<p><b>BA+: <\/b>Dann freuen wir uns darauf, in Ihrer BA Arbeit N\u00e4heres \u00fcber die genderbezogenen Unterschiede im Kindergarten zu erfahren! Frau Segener, vielen Dank f\u00fcr diesen Einblick in Ihr Forschungsprojekt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Interviewreihe mit dem zweiten Jahrgang der Bachelor Plus Studierenden sprechen wir heute mit Stephanie Segener. Frau Segener war an der Kei\u014d Daigaku und hat w\u00e4hrend ihres Aufenthaltes in T\u014dky\u014d f\u00fcr ihr BA+ Projekt &#8222;Der Einfluss von Erziehung auf Geschlechterrollen in japanischen Kinderg\u00e4rten&#8220; geforscht. Frau Segener interessierte sich daf\u00fcr, inwieweit es eine geschlechtsbezogene Trennung im Rahmen der Sozialisation im Kindergarten gibt und inwiefern diese von Erziehern, Eltern, aber auch den Kindern selbst wahrgenommen wird. Wie auch unsere BA+ Studierende Ute Blazejak\u00a0hat Frau Segener im Rahmen ihres Projekts als \u00a0Volunteer gearbeitet. Hierf\u00fcr war sie an einem Ganztagskindergarten (hoikuen) in Yokohama t\u00e4tig, in dem ca. 270 Kinder berufst\u00e4tiger Eltern \u00a0von 0-5 Jahren von 42 Erziehern und Erzieherinnen\u00a0betreut werden. BA+: Frau Segener, f\u00fcr Ihre Feldforschung haben Sie ja an einem hoikuen in Yokohama hospitiert. Wie sah Ihr Alltag als Volunteer im Kindergarten aus und welche Aufgaben hatten Sie dort? W\u00e4hrend meiner Zeit als Volunteer habe ich mehrere Altersklassen im hoikuen besucht, wodurch meine Aufgaben je nach Klasse etwas unterschiedlich ausfielen. 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