{"id":11231,"date":"2013-04-26T16:14:12","date_gmt":"2013-04-26T15:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=11231"},"modified":"2020-07-22T15:02:58","modified_gmt":"2020-07-22T13:02:58","slug":"bericht-vortrag-zur-filmuntertitelung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moja.phil.hhu.de\/?p=11231","title":{"rendered":"Bericht &#8211; Vortrag zur Filmuntertitelung &#8211;"},"content":{"rendered":"<p>verfasst von Adam Jambor<\/p>\n<p>Am 18. April 2013 von 16:30 bis 18 Uhr hielt Frau Reglindis Helmer einen Vortrag \u00fcber das \u00dcbersetzen vom Japanischen ins Deutsche. Reglindis Helmers Fachgebiet umfasst die deutsche Untertitelung japanischsprachiger Filme, so dass sie den Studierenden des Fachs Modernes Japan durch ihren Vortrag wertvolle Einblicke in das Berufsbild des Japanisch-Deutsch-\u00dcbersetzers und die Schwierigkeiten der Filmuntertitelung bieten konnte.<\/p>\n<p>Reglindis Helmer ist wohnhaft in Berlin und hat an den dortigen Universit\u00e4ten&nbsp; im Magister Japanologie und Film- und Theaterwissenschaft studiert. Sie f\u00fcgte jedoch hinzu, dass sie keine spezielle Ausbildung zur \u00dcbersetzerin durchlaufen hat und damit anfangs eine Quereinsteigerin im Feld der Deutsch-Japanisch-\u00dcbersetzung war. Seit mehr als 10 Jahren untertitelt sie nun japanischsprachige Filme und in ihrer Projektliste finden sich bekannte Werke wie die Anime \u201eAkira\u201c (1988) von \u00d4tomo Katsuhiro und \u201eGhost in the Shell\u201c (1995, Originaltitel: <i>K\u00f4kaku kid\u00f4tai)<\/i> von Oshii Mamoru, jedoch auch Klassiker des japanischen Nachkriegsfilms wie das Racheepos \u201eLady Snowblood\u201c (1973, Originaltitel: <i>Shurayukihime<\/i>) von Fujita Toshiya, das ruhige Drama \u201eTokyo Story\u201c (1953, Originaltitel: <i>T\u00f4ky\u00f4 monogatari<\/i>) von Ozu Yasujir\u00f4 oder der preisgekr\u00f6nte Film \u201eGO\u201c (2001) von Isao Yukisada.<\/p>\n<p>Zu Beginn ihres Vortrags ging Reglindis Helmer auf die Arbeitsbedingungen des \u00dcbersetzers\/Untertitelers ein. Ein Gro\u00dfteil arbeitet freiberuflich und wird von auf Untertitelungen spezialisierten Firmen mit einem bestimmten Projekt betraut. Diese Unternehmen erhalten die Filme von den Filmverleihen bzw. Rechteinhabern. Die Bezahlung richtet sich oftmals nach den zu untertitelnden Filmminuten, obgleich je nach Film die Textdichte \u00e4u\u00dferst unterschiedlich sein kann. Professionelle \u00dcbersetzer\/Untertiteler erhalten ca. 8-10\u20ac\/Filmminute. Bei einem 90-min\u00fctigen Film k\u00e4me demnach ein Honorar von 900\u20ac zusammen. Was zun\u00e4chst nach viel Geld klingt, ist jedoch abh\u00e4ngig von der Auftragslage, au\u00dferdem sorgt ein zunehmender Preiskampf und der Wunsch der Auftraggeber m\u00f6glichst g\u00fcnstige Untertitel in Auftrag zu geben in der Branche &nbsp;f\u00fcr immer niedrigere Honorare. &nbsp;F\u00fcr die \u00dcbersetzung und Untertitelung eines Filmes wird Reglindis Helmer meist ein Bearbeitungszeitraum von ca. einer Woche vorgegeben, jedoch kann sich der zeitliche Aufwand je nach Art des Films (dialoglastig oder nicht) und Zusatzmaterial (ist ein Drehbuch oder Skript vorhanden?) mitunter sehr unterschiedlich gestalten. &nbsp;Mitunter wird den \u00dcbersetzern\/Untertitelern sogar weniger Zeit einger\u00e4umt, weil die Untertitelung f\u00fcr eine kurzfristige Ausstrahlung oder Vorf\u00fchrung&nbsp; innerhalb weniger Tage fertig sein muss. Zeitdruck und eine instabile Auftragslage erfordern von den freiberuflichen Untertitelern Flexibilit\u00e4t und eine hohe Belastungsf\u00e4higkeit.&nbsp; Als alleiniges Standbein sei das Untertiteln und \u00dcbersetzen von Filmen jedoch nicht geeignet.<\/p>\n<p>Der zweite Teil bestand in einer Einf\u00fchrung in die Schwierigkeiten des Japanisch-Deutsch-\u00dcbersetzens insbesondere im Bereich Filmuntertitelung. Anhand von Fallbeispielen machte sie deutlich, dass eine Untertitelung oftmals eine sehr pragmatische Entscheidung voraussetzt, da f\u00fcr einen Untertitel nur eine bestimmte Anzahl an Zeichen empfehlenswert ist. Komplizierte und lange W\u00f6rter bzw. Satzkonstruktionen sollen bei der Untertitelung vermieden werden, da sie den Lesefluss st\u00f6ren und vom eigentlichen Film ablenken. Eine detailgetreue \u00dcbersetzung ist daher oft nicht m\u00f6glich. Der \u00dcbersetzer muss demnach entscheiden, welche Informationen f\u00fcr den Zuschauer wichtig sind und welche Teile nicht unbedingt \u00fcbersetzt werden m\u00fcssen. Das lesefreundliche Untertiteln geht \u00fcber die genaue Wiedergabe des Inhalts.<\/p>\n<p>Dies sind nur einige Punkte, die im Vortrag von Reglindis Helmer angesprochen wurden. F\u00fcr den kompletten Vortrag ist es m\u00f6glich bei Mai Umezaki (<a href=\"mailto:umezaki@phil.hhu.de\">umezaki@phil.hhu.de<\/a>) das Video als Datei zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>verfasst von Adam Jambor Am 18. April 2013 von 16:30 bis 18 Uhr hielt Frau Reglindis Helmer einen Vortrag \u00fcber das \u00dcbersetzen vom Japanischen ins Deutsche. 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