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Nippon Performance Night im FFT

Kurz vor dem Japantag, am 15. und 16. Mai, gibt es im Forum Freies Theater (FFT) wieder die bewährte „Nippon Performance Night“. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Am Donnerstag, 15. Mai, findet das Programm im FFT Juta (Kasernenstraße 6) statt, am Freitag, 16. Mai, in den FFT Kammerspielen (Jahnstraße 3).

Hier das Programm im Detail:

 

Donnerstag

miu
ICH, ALS EIN BEHÄLTER, DER JAPAN TRÄGT. MIT LANGEN, LANGEN SCHNÜREN, WIRKLICH LANG.
19.30 Uhr
Seit 15 Jahren lebt miu in Europa und ihm ist Japan inzwischen genauso fremd wie Deutschland. „Bin ich immer noch ein echter Japaner“, fragt er sich oft. Aber was ist eigentlich ein Japaner? In mius Multimedia-Performance treten vier in Düsseldorf lebende Japaner auf. Sie zeigen, wie sich die japanische Kultur in ihre Körper als kollektives Gedächtnis eingeschrieben hat und wie sie auf diese Weise immer noch mit ihrem Heimatland verbunden sind. Wo auch immer sie sich auf diesem Planeten befinden – sie werden mit diesen spezifischen Zeichen, Tönen, Gesten, Haltungen verbunden sein, ohne lange darüber nachzudenken.
Konzept, Szenografie, Kommunikationsdesign: miu. Ton: miu, Shunsuke Oshio. Performer: Masaki Nakao, Shunsuke Oshio, Fuuko Shimazaki, Rika Watanabe.
Der Konzeptkünstler miu wurde 1976 in Shimane, Japan geboren. Er studierte Sonologie und elektronische Musik am Kunitachi College of Music (Tokio, Japan) und am Koninklijk Conservatorium (Den Haag, Niederlande). Seit 2001 ist er als freischaffender Künstler tätig und verwirklichte zahlreiche Performances, Konzerte und Ausstellungen im In- und Ausland. miu lebt und arbeitet in Düsseldorf. milch-labor.com

TORI KUDO & MAHER SHALAL HASH BAZ
20.15 Uhr
Tori Kudo schreibt und arrangiert absichtsvoll-naive Stücke, die erst durch die Begeisterung der Musiker und die charmante Unvollkommenheit der Live-Aufführung zur vollen Entfaltung kommen. Seine Songs verschmelzen Elemente von Psychedelic, Pop, Folk, Jazz und experimenteller Musik zu Arbeiten von zerbrechlicher und widerständiger Schönheit. Das Ensemble Maher Shalal Hash Baz ist nach einem Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja benannt und bedeutet laut Tori Kudo: „Sei schnell, falls du etwas klaust.“
Wenig weiß man über Kudos Person, obwohl spekuliert wird, dass er als bildender Künstler arbeitete, bevor er die Band Maher Shalal Hash Baz gründete, und dass er Mitglied der revolutionären politischen Fraktion in Japan war. Kudo gründete die Band, nachdem er den Musiker Hiroo Nakazaki in Tokyo kennenlernte. Mit ihm am Euphonium (ein tiefes Blechblasinstrument), Kudo an Gitarre und Keyboard und Kudos Ehefrau Reiko als Sängerin war der Kern von Maher Shalal Hash Baz gegründet und weitere Mitglieder der Band sind in wechselnder Besetzung anzutreffen. Sie veröffentlichten ihr erstes Album „Maher Goes to Gothic Country“ (1991) auf dem Label Japanese Org. Eine Box mit drei LPs „Return Visit to Rock Mass“ erschien 1996. Er brachte 2003 sowohl das Album „Maher on Water“ und „Blues du Jour“ als auch die Compilation „From a Summer to Another Summer (An Egypt to Another Egypt)“ heraus. 2009 erschien das zweite K Records-Projekt „C’est la Dernière Chanson“.

Freitag

Yusuke Kimura, BODY-SAMPLING-BODY, Deutschland-Premiere
19.30 Uhr
In Echtzeit werden der tanzende Körper des Performers mit einer Videokamera aufgenommen, Samples erstellt, auf eine Leinwand projiziert und vervielfacht. Der Körper, der sich scheinbar im „Hier und Jetzt“ befindet, transformiert sich zu einer abstrakten und surrealen Existenz. Yusuke Kimura programmiert und steuert die technischen Medien der Performance, er inszeniert und ist zugleich Performer: Auf der Bühne dekonstruiert er seinen Körper und stellt eine radikale Beziehung zwischen dem neu generierten Körper auf der Leinwand und seiner Live-Präsenz her. Die Performance wurde im Jahr 2011 in Kyoto, Japan, zum ersten Mal gezeigt und hat im Rahmen der Nippon Performance Night Deutschland-Premiere.

Yusuke Kimura ist ein genreübergreifend arbeitender Künstler, der sich hauptsächlich mit Theater, Tanz und Performance beschäftigt, aber auch installative Arbeiten entwickelt. In den letzten Jahren entstanden Medien- Performances mit Live-Kamera. Er hat Performing Arts und Visual Arts an der Kyoto University of Art and Design und am Institute of Advanced Media Arts and Sciences (IAMAS) in Japan studiert. 2012 ging er nach Berlin und studiert dort am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) der Universität der Künste Berlin (UdK) im Magisterstudiengang Solo/Dance/Authorship (SODA). yusuke-kimura.net

Chikashi Miyama, KLANG, KÖRPER UND VISION
20 Uhr
Der international renommierte Komponist und Klangkünstler Chikashi Miyama präsentiert seine Multimedia-Performance: Seine selbstgebauten Instrumente und Interfaces sind mit Sensoren ausgestattet, die es ihm ermöglichen, Tonhöhe, Klangfarbe und Lautstärke durch Bewegungen im Raum zu kontrollieren. So lotet Miyama die Körperlichkeit und visuellen Aspekte von Musik aus, stellt neue Beziehungen zwischen Klang, Körper und Vision her und hebelt im besten Fall eingefahrene Hörgewohnheiten aus.

Chikashi Miyama ist Komponist, Videokünstler, Interface-Designer und Performer. Er schloss 2004 einen Master an der Kunitachi Hochschule für Musik in Tokio ab, machte 2007 ein Nachdiplom an der Musik-Akademie Basel, und erhielt den Doktortitel in Komposition an der Buffalo-Universität in New York (2011). Seine Kompositionen wurden mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Seine Kompositionen und Abhandlungen wurden von ICMC zwölf Mal, von NIME vier Mal akzeptiert, und von internationalen Festivals in 19 Ländern ausgewählt. Im Jahr 2011 erhielt er das DAAD Stipendium und arbeitete als Gastkünstler und Forscher beim ZKM/IMA in Karlsruhe. Seit 2013 arbeitet er als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und an der Hochschule der Künste in Zürich. chikashi.net

SUB-TLE.
20.45 Uhr
sub-tle. ist ein Projekt von dem in Berlin lebenden Sound-Künstler Satoshi Okamoto. Das im September 2013 veröffentlichte neue Album „leam“, produziert von Andi Toma (Mouse On Mars), wird erstmals in Düsseldorf live performt. Die Musik von sub-tle. beinhaltet Elemente von Elektronica, German Techno und Ambiente. Durch die melancholischen Melodien öffnet sich der Grenzbereich zwischen Alltäglichem und Surrealem, zwischen Realität und Traumwelt. So treiben die Gedanken beim Hören in die Fantasie ab und die poetische Welt wird live erfahrbar. Als VJ kommt der visuelle Künstler kiyasu [TechnikLAB*] aus Japan hinzu und unterstützt die musikalische Performance von sub-tle. Die von beiden Künstlern gemeinsam erzeugte Lebendigkeit und Dynamik animieren Augen und Ohren gleichermaßen.

Satoshi Okamoto beginnt seine Musikkarriere 1994. Er startet ein Bandprojekt, das sich mit digitalem Hardcore und Gitarrenpop beschäftigt. Er veröffentlicht drei Alben und erhält zahlreiche Auszeichnungen bei Musikwettbewerben. 1999 beginnt Okamoto als Solokünstler zu arbeiten. Zudem folgen zahlreiche Kollaborationen mit Dichtern, Schriftstellern, Fotographen und Tänzern in Japan. Er wohnt seit 2001 in Düsseldorf und beteiligte sich an dem Projekt „La! Düsseldorf/ Japandorf“, das von Klaus Dinger (Ex-Kraftwerk, Neu!, La! Düsseldorf) geleitet wurde. Bei diesem Projekt trifft er 2003 Kazuyuki Onouchi mit dem er sub-tle. gründete. 2009 verlagert sub-tle., nun als Solo- Projekt, seine Basis nach Berlin. sub-tle.com

Seit 2002, während seines Aufenthalts in Düsseldorf, nimmt kiyasu [TechnikLAB*] an zahlreichen Musik-Festivals in Europa u.a. Roskilde Festival, Dänemark, als Live-Visual-Manipulator teil. Zurzeit arbeitet er hauptsächlich in Tokyo und setzt seine Aktivitäten mit Video- und Fotokunst fort. Bereits in der Anfangszeit von sub-tle. unterstützte er das Projekt als VJ und war auf der Japan-Tournee im Frühjahr 2014 mit dabei.

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