Monate: September 2010

Neon Tokyo: Enter the Void

Ein schrill-eindrückliches Neon-Wunderwerk hat Tito, der Mitbewohner von Oscar, in seinem WG-Zimmer aufgebaut. Die Mini-Wolkenkratzer mit blinkenden Reklameschildern („Love Hotel“) sind eine Stadt in der Stadt, denn das WG-Zimmer liegt irgendwo mitten im Häuserwald von Tokyo. Das Tokyo, das Gaspar Noé in seinem (Experimental)film „Enter the Void“ zeigt, ist ebenso ein Baukasten-Tokyo wie das in Titos Zimmer. Es scheint, als habe Noé massenhaft Quader aufgestellt, das Deckenlicht ausgeschaltet und befeuere den Zuschauer nun über 160 Minuten lang mit einem Blinklichtspektakel. In Noés Tokyo ist es immer Nacht, psychedelische Drogen und Sex sind omnipräsent und die Nachtclubs tragen Aufschriften wie „Sex Money Power“. Die Figuren, die der Regisseur in seiner Kulisse bewegt, sind vor allem Ausländer, die sich treiben lassen und es miteinander treiben. Die Handlung des Films ist schnell erzählt: Oscar lebt in Tokyo, wo er Drogen konsumiert und verkauft. Seine jüngere Schwester Linda, mit der er sich seit dem Tod der Eltern bei einem Autounfall sehr stark verbunden fühlt, folgt ihm nach Japan und gerät ebenfalls sehr schnell in den Treibsand des Nachtlebens (sie …

Das große Kommen und Gehen (und Wiederkommen)

Viele habens schon mitbekommen. Nächstes Semester ergeben sich so einige Änderungen im Mittelbau des Institutes – also bei den Mitarbeitenden unterhalb der Professorenebene. Dr. Ina Hein und ich sind quasi auf „Leihbasis“ an anderen Universitäten. Dr. Hein ist noch für zwei Semester Gastprofessorin an der Universität Wien. Ich vertrete im nächsten Semester eine Professur an der Universität Duisburg-Essen. So ein Kommen und Gehen ist ja im Mittelbau nicht untypisch. Viele Verträge sind nur befristet, so dass die Personen sowieso zwangsläufig irgendwann einmal wechseln. Dr. Hein und ich werden allerdings wiederkommen 😉 Außerdem werden unsere Stellen jeweils vertreten. Die allgemeine Studienberatung wird so z.B. in Zukunft gleich von drei Mitarbeiterinnen übernommen: Frau Dr. des Siep, Frau Kottmann und Frau Spoden.

Vom Geschlecht des Bleistifts und sprachlichen Märchenlanden

Der folgende Beitrag von Gina Di Dio stellte den Auftakt der neuen Kategorie Literatur unseres Weblogs dar. Wir freuen uns auf viele weitere interessante Berichte über literarische Begegnungen. Buchrezension zu Tawada Yôkos „Talisman“ (Konkursbuchverlag, 1996, 142 S.) In der Muttersprache sind die Worte den Menschen angeheftet, so daß man selten spielerische Freude an der Sprache empfinden kann. […] In einer Fremdsprache hat man aber so etwas wie einen Heftklammerentferner: Er entfernt alles, was sich aneinanderheftet und sich festklammert. Dieser kurze Abschnitt aus Tawada Yôkos literarischem Werk „Talisman“ beschreibt auf passende Art, wie die Autorin mit der uns so bekannten deutschen Sprache spielt, sie auseinandernimmt und zu farbenfrohen neuen Bildern zusammensetzt. In den 16 Essays der Sammlung eröffnet sie dem Leser eine völlig neue Sicht auf die eigene Muttersprache und regt dazu an, sich auf dieselbe Art von Fremdsprachen faszinieren zu lassen. Die Begeisterung für das Fremde lässt sich bei der gebürtigen Japanerin schon früh erahnen, so fand sie mit jungen 22 Jahren ihren neuen Wohnort in Deutschland und begann schon wenige Jahre später literarische Texte …

„Entschuldigung, wir sind von EA und…“

Wir freuen uns über einen Gastbeitrag von Melissa Sophie Sohlich, die Master-Studentin an unserem Institut ist. Ihr Interesse für Videospiele hat sie im August auf die gamescom in Köln, die größte Messe für Unterhaltungselektronik in Europa, geführt, wo sie als Reporterin für den Spieleentwickler Electronic Arts unterwegs war. Vielen Dank an Melissa Sohlich für ihren Erfahrungsbericht! Die gamescom 2010 aus der Sicht einer temporären Reporterin Es lohnt sich doch tatsächlich, immer mal wieder über den Rand der Cup-Nudeln hinauszuschauen. Mit diesem Gedanken bewarb ich mich Anfang Juli bei einem der größten Publisher im Bereich der Unterhaltungssoftware: Electronic Arts, kurz EA. Dort suchte man Leute, die hauptsächlich für die Gamer-Community von der gamescom 2010 berichten sollten. Dies hat bei EA bereits eine ziemlich lange Tradition: Jedes Jahr werden junge Fotografen und Reporter gesucht, die direkt aus der Community kommen. Mit der Hoffnung etwas abseits des Studium zu tun und gleichzeitig meinem großen Hobby, dem Schreiben, nachkommen zu können, bewarb ich mich also und bekam Anfang August dann den Anruf, der mich für fünf Tage zur Reporterin …